Storchenvater sorgt sich um seine Lieblinge
Drama im Storchennest - Jungvögel tot

Maywald sorgt sich um die Zukunft der Störche.
7Bilder
  • Maywald sorgt sich um die Zukunft der Störche.
  • hochgeladen von Raimund Mold

MARCHEGG (rm). "Ich mache mir Sorgen um unsere Störche", berichtet bedrückt Storchenvater Gerhard Maywald angesichts von fünf toten Jungstörchen, die in einem Horst entdeckt wurden. "Es gibt zu wenig Futter", mutmaßt er. Daher müssten die Eltern weite Srecken bis in die Slowakei auf sich nehmen, um Fressbares für den Nachwuchs zu besorgen. Tatsächlich war die Wiese bei der Kolonie, wo sich sonst zahlreiche Adebars tummelten leer. Maywald vermutet, dass seit der Heumahd vor einigen Jahren, wo mit dem Heu auch sämtliches Getier aufgesaugt wurde, sich die Fauna nicht mehr erholt habe. Er kritisiert auch den Zustand der Horste, die noch dazu auf abgestorbenen, umsturzgefährdeten Bäumen angebracht seien, weil dadurch viele Störche auf andere Brutplätze, z.B. im Schlosspark, ausweichen müssen. Im Mühlbach sei durch angestautes Holz kaum Sauerstoff vorhanden, sodass das Wasser verseucht und für die klappernden Gesellen unbrauchbar sei. Dadurch müssten sie weite Wege zur March zurücklegen, um den Nachwuchs mit Nass zu versorgen. Skeptisch sieht er auch die Exkremente von Pferden, Rindern und Büffeln auf der Storchenwiese, die überdies bei Hochwasser noch den Mühlbach verschmutzen.
Bürgermeister Gernot Haupt erklärt: "Hier handelt es sich um Natur, wo die Gemeinde nur unterstützend mitwirkt." Schuld am Tod der Jungvögel sei nicht direkt der Futtermangel, sondern die lang anhaltende Kälte und Nässe, wodurch sie unterkühlt gewesen seien und keine Chance gehabt hätten, das nasse Gefieder aufzuwärmen. Dass die Horste an toten Bäumen angebracht seien, habe den Grund, weil die Störche bei belaubten Bäumen nicht zufliegen können, und den Nistplatz daher nicht nutzen.
Die gleiche Meinung vertritt auch Marion Schindlauer, Biologin für die March/Thayaauen. "Auch im Jahr 2013 sind durch das feuchte Wetter sogar im Burgenland etliche Jungstörche verendet", erinnert sie sich. Und heuer gebe es beispielsweise einen Totalausfall beim Steinkäuzchennachwuchs. "Zu befürchten ist, dass es nicht bei den fünf toten Störchen bleibt", ergänzt sie. Der Dung, der von den Weidetieren stammt, habe zu einer Belebung der Vielfalt von Insekten und Kleingetier geführt. Der Mühlbach werde von den Störchen nicht genutzt, weil durch den Baumbestand der Anflug behindert werde. Die Wasserqualität sei hervorragend, was die Anwesenheit von seltenen Fischarten und Amphibien beweise. Der Bestand an Störchen sei im Gegensatz zu Drösing, Hohenau und Rabensburg, wo ein drastischer Rückgang zu beobachten sei, in Marchegg gleich bleibend.

Autor:

Raimund Mold aus Gänserndorf

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



1 Kommentar

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Weitere Beiträge aus dem Bundesland

Lokales
Jennifer Gründwald trainiert fleißig, damit ihr Körper wieder Kraft bekommt. Ihre Spende ist für ein Heim-Trainingsgerät.
6 Bilder

Wir helfen
Wir helfen im Februar: Trainingsgerät für Jennifer, die gegen ihre Spastik kämpft

Ihre Spende für einen Aktiv-Passiv-Heimtrainer für Jennifer Grünwald (28) NÖ/GRAFENWÖRTH. "Ich bin Spastikerin und linksseitig etwas gelähmt. Aber ich will eigenständig leben und wieder arbeiten, das ist mein Ziel." Jennifer Grünwald (28) ist eine starke junge Frau. Doch leicht hat sie es in ihrem Leben nicht. Schon ihre Geburt war schwierig. "Ich hatte schon immer gesundheitliche Probleme. Aber 2014 ist dann alles ausgebrochen: Taubheit, Nerven eingeklemmt, Anfälle." Damit war auch ihr...

Lokales
7 Bilder

Unfall in Gaaden
"Zweiten Geburtstag" gefeiert

Fahrzeug wurde von Schranken durchbohrt, der Lenker blieb unverletzt. BEZIRK MÖDLING. „Heute kann ich meinen zweiten Geburtstag feiern“ – diese Antwort bekamen die ersteintreffenden Feuerwehrkräfte der FF Gaaden vom PKW-Lenker, nachdem sie sich routinemäßig unmittelbar nach dem Eintreffen am Einsatzort über mögliche Verletzungen aller Unfallbeteiligten erkundigten. Bei der Nachschau am beteiligten Fahrzeug konnten sich die Einsatzkräfte dann restlos von dieser Aussage überzeugen: Der PKW...

Leute
Auch für Alexander Fritsch, Renate Knorr, Maximilian Priegl, Thomas Brenner, Daniel Froschmayer, Natascha Brenner, Fritz Haller, Willibald Latzel, Gertraud Hofstetter, Renate Pemberger, Yvonne Ernsthofer, Astrid und Günter Trettenhahn, Gabriele Ernstshofer und Petra Moldaschel war die Ballnacht unvergesslich.

Ball der Bisamberger 2020
Bisamberg im Reich von 1001 Nacht

Der 54. Ball der Bisamberger ist Geschichte und mit ihm eine unvergessliche Ballnacht im orientalischen Flair. Wunderlampen und ein riesiger Leuchter schmückten den Festsaal und begeisterten bei ausverkauftem Haus die Gäste. Mit der Band Dolce Vita, der Mitternachtsquadrill, Disco, Cocktailbar und Fotobox gab es viele Highlights zu erleben. BEZIRK KORNEUBURG | BISAMBERG (pa). "1001 Nacht" lautete das Motto und der Name war Programm. Mit Musik von Dolce Vita auf der Hauptbühne, JVP-Ball-Disco...

Politik
Spitzenkandidat und Bezirksbauerkammerrat Gerhard Sklenar (m.) stehen zwei junge, engagierte Landwirte zur Seite. Patrick Eber (2.v.r.) aus Platt, der im
Nebenerwerb einen landw. Betrieb mit seiner Frau führt und Laurin Seymann (2.v.l.) aus
Pernersdorf. Er führt seinen Pulkautaler Weinbaubetrieb im Haupterwerb. Unterstützt werden sie vom bisherigen Kammerrat Ernst Lang (l.) und Bürgermeister Herbert Goldinger aus Mailberg (r.)

Forderungen der SPÖ-Bauern in Hollabrunn
Sterben der Kleinbauern muss ein Ende haben

Nach dem Wegfall eines Nettozahlers (Stichwort Brexit) werden die zu verteilenden Mittel der EU kleiner. BEZIRK HOLLABRUNN. Daher fordert der Spitzenkandidat der SPÖ-Bauern des Bezirkes Hollabrunn für die Landwirtschaftskammerwahl Gerhard Sklenar aus Oberstinkenbrunn/Wullersdorf und Listenzweiter Patrick Eber aus Platt/Zellerndorf vor allem die Klein- und Familienbetriebe stärker zu fördern und das Geld nicht an Großkonzerne zu verteilen, die ohnedies wirtschaftlich arbeiten können....

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.