Stechmücken-Regulierung
Gelsenalarm an Thaya und March

Der Hubschrauber hebt vom Bauhof Hohenau zur Gelsenregulierung ab
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  • Der Hubschrauber hebt vom Bauhof Hohenau zur Gelsenregulierung ab
  • Foto: Gemeinde Hohena
  • hochgeladen von Ulrike Potmesil

HOHENAU. Anfangs waren es noch kleinere Brutstätten im Auwald. Dann wanderte die Brut in Richtung der Orte, besetzte Hausbrunnen und Teiche und jetzt ist es so weit: Das Hochwasser brachte den Anrainern der March-Thaya-Auen eine schwer erträgliche Gelsenplage.
Der Fachmann im Projekt zur "Biologischen Gelsenregulierung entlang Thaya und March", der Bio­loge Hans Jerrentrup, hatte die Lage im Vorjahr aufgrund der damaligen Mai-Niederschläge als „extremste Situation, seit ich hier in dem Projekt arbeite“ eingestuft - und das ist immerhin schon seit 2011.

Steigerung von "worst case"

Bei der Bezeichnung des Jahres 2019 mit „worst case szenario“ konnte er jedoch noch nicht wissen, welche Wassermassen Thaya, March und Donau aufgrund des regnerischen Juni 2020 bringen würden. Er hat sich mit seiner Einschätzung schlicht vertan, denn die heurige Situation ist noch schlimmer.
Am 17. Juni rückte die Gelsenwehr in Hohenau Mann zum ersten größeren Einsatz aus. Gegen die Millionen von Gelsenlarven ging man mit dem biologischen Wirkstoff B.T.I. mittels Rückenspritzen vor. Gegen Ende der 25. Kalenderwoche zeichnete sich kein Ende der Plage ab, denn aufgrund der unaufhörlichen Regenfälle im Einzugsgebiet der March führten dort sogar kleine Bäche riesige Wassermengen, auf die Gemeinden an der March kam eine gewaltige Hochwasserwelle zu.
In der Nacht von 22. auf 23. Juni wurden die Marchauen mit einer Flusstiefe von 4,72 Metern in Hohenau komplett überflutet, unzählige Gelsenbrutstätten entstanden. "Bei den sommerlichen Temperaturen mussten wir schnell handeln, um Milliarden an Gelsen zu verhindern", teilt Bürgermeister Wolfgang Gaida mit.
Die Gelsenwehr nahm deshalb ein weiteres Mal am 24. Juni entlang des Hochwasser-Schutzdammes Regulierungsmaßnahmen vor. In allen Gemeinden bis zur Marchmündung waren Bodentruppen unterwegs und am vergangenen Samstag und Sonntag streute man über riesige Flächen im Augebiet (ausgenommen Naturschutzgebiet) B.T.I. aus dem Helikopter aus. 

Nicht gut, aber erträglich

Bürgermeister Wolfgang Gaida richtet seinen Dank an alle Freiwilligen, welche die Regulierungsmaßnahmen tatkräftig unterstützt haben. "Ohne sie wäre es nicht möglich, gegen eine drohende Gelseninvasion derart zielführend vorzugehen, auch wenn die Einsätze dem Kampf gegen Windmühlen gleichen."
Bei einem großen Prozentsatz vernichteter Larven, ist die Rede ist von mehreren Milliarden Larven, gebe es aber einen merklichen Unterschied zwischen erträglich und nicht auszuhalten.

Der Hubschrauber hebt vom Bauhof Hohenau zur Gelsenregulierung ab
Die Hohenauer Gelsenwehr mit Bürgermeister Wolfgang Gaida (3. von rechts) und Vizebürgermeister Dieter Koch (hockend).
Autor:

Ulrike Potmesil aus Gänserndorf

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