March-Thaya-Regulierung wider besseres Wissens und ihre Folgen

Werner Lazowski ist Experte für Fluss-Ökologie.
  • Werner Lazowski ist Experte für Fluss-Ökologie.
  • hochgeladen von Ulrike Potmesil

BEZIRK. Es ist der kommunistische Planwirtschaft zu verdanken, dass die Thaya-Regulierung bis in die 80er-Jahre umgesetzt wurde, während in Westeuopa Renaturierung der begradigten Flüsse längst das Thema war. Die Thaya war durch die Begradigung von Bernhardsthal bis Hohenau um drei Kilometer auf 16 Kilometer verkürzt worden, das Gefälle um ein Viertel steiler geworden. "Dadurch wurde das Flussbett instabil", erklärt der Rabensburger Ökologe Werner Lazowksi, der Fluss gräbt an den Steilwänden Material ab, zugleich haben Thaya und March ihre Sohle um über einen Meter vertieft.
Die Folgen: Die Frühjahrshochwässer sind kürzer und später, was das Laichen der Fische einschränkt. Zum einen ist der Fischbestand dramatisch zurückgegangen, zum anderen bedingen die schlechten Laich-Bedingungen in den kleinen Hochwassertüpeln die starke Vermehrung der Gelsen. Lazowski: "Sie haben weniger natürliche Feinde."
Der Ökologe bringt es auf den Punkt: "Die Regulierung war ohne Nutzen." Doch es hätte es für die Au noch schlimmer kommen können: Die ursprünglichen Pläne einer vollständigen Uferverbauung waren mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ad acta gelegt worden.

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