NÖ-weite Studie: Gänserndorfer fahren die wenigsten Diesel-Pkw

Der Gunskirchner begab sich unter sein Fahrzeug, um einen Ölwechsel durchzuführen. Dabei ereignete sich der Unfall (Symbolbild).
  • Der Gunskirchner begab sich unter sein Fahrzeug, um einen Ölwechsel durchzuführen. Dabei ereignete sich der Unfall (Symbolbild).
  • Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia
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Beim Anteil der Diesel-Pkw gibt es innerhalb Niederösterreichs große Unterschiede,wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im 1. Halbjahr war in Niederösterreich in Schwechat mit 66 Prozent der Anteil von Diesel an den Pkw-Neuzulassungen am höchsten, dahinter Waidhofen/Ybbs mit 58 Prozent. Den geringsten Anteil an Diesel-Pkw hat in Niederösterreich der Bezirk Gänserndorf mit 41 Prozent, vor dem Bezirk Baden mit 43 Prozent, informiert der VCÖ. Österreichweit hat der Bezirk Reutte mit 70 Prozent den höchsten Diesel-Anteil und der Wiener Bezirk Liesing mit 27 Prozent den niedrigsten.

64 Prozent aller SUV fahren mit Diesel

Auch bei den Fahrzeugklassen variiert der Diesel-Anteil sehr stark, informiert der VCÖ. Während dieser bei den in Niederösterreich neuzugelassenen Kleinwagen bei 11 Prozent liegt, ist der Diesel-Anteil bei den SUV mit 64 Prozent fast sechsmal so hoch und in der Oberklasse (zB Mercedes E-Klasse) mit 90 Prozent sogar achtmal so hoch.

"Für die Luftqualität ist der hohe Dieselanteil schlecht. Denn beim Fahren auf der Straße ist der Schadstoffausstoß massiv höher als beim Abgastest im Labor", weist VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen auf Messungen des deutschen Umweltbundesamts hin.

"Zum Schutz der Bevölkerung"

"Die Abgasgrenzwerte wurden zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung eingeführt und nicht, um die Luft im Labor sauberer zu machen", betont Rasmussen. Aus Sicht des VCÖ sind die Hersteller zu verpflichten, auf ihre Kosten die Diesel-Pkw mit funktionierenden Abgasreinigungssystemen nachzurüsten, damit die Fahrzeuge auch auf der Straße die Abgasgrenzwerte einhalten.

Niederösterreich ist von den hohen Schadstoffemissionen der Diesel-Pkw viel stärker betroffen als Deutschland oder die Schweiz, macht der VCÖ aufmerksam. Während in Niederösterreich 51 Prozent aller Pkw mit Diesel fahren, sind es in Deutschland nur 33 Prozent und in der Schweiz nur 28 Prozent. In der Schweiz gibt es keine Steuerbegünstigung für Diesel. In Österreich ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Eurosuper. Diese Steuerbegünstigung ist angesichts der verursachten Gesundheitsschäden durch Dieselabgase nicht mehr zu rechtfertigen.

Auf Bundesebene ist rasch ein Zeitplan für den Ausstieg aus Diesel und Benzin zu beschließen, wie es beispielsweise Niederösterreich mit den Ölheizungen bereits gemacht hat. Realistisch erreichbar ist, dass ab dem Jahr 2030 keine Neuwagen mehr mit Diesel oder Benzin-Pkw verkauft werden, betont der VCÖ.

Anteil Diesel an Pkw-Neuzulassungen

Bezirk Schwechat: 66 Prozent

Bezirk Waidhofen a.d. Ybbs: 58 Prozent
Bezirk Mödling: 57 Prozent
Bezirk Zwettl: 57 Prozent

Wr.Neustadt: 56 Prozent
Krems: 55 Prozent

Bezirk Amstetten: 52 Prozent
Bezirk Bruck a.d. Leitha: 52 Prozent
Bezirk Horn: 52 Prozent
Krems Land: 52 Prozent
Bezirk Waidhofen a.d. Thaya: 52 Prozent

Bezirk Gmünd: 51 Prozent
Bezirk Scheibbs: 51 Prozent
St. Pölten: 51 Prozent

Bezirk Lilienfeld: 50 Prozent
Bezirk Melk:50 Prozent
Wr.Neustadt Land: 50 Prozent

Bezirk Hollabrunn: 49 Prozent
Bezirk Korneuburg: 49 Prozent
Bezirk Mistelbach: 49 Prozent

Bezirk Neunkirchen: 48 Prozent
St. Pölten Land: 48 Prozent

Bezirk Tulln: 44 Prozent
Bezirk Baden: 43 Prozent
Bezirk Gänserndorf: 41 Prozent

Quelle: Datafact, VCÖ 2017

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