Vision Generationencampus
Pflegezentrum für Groß-Enzersdorf

Monika Obereigner-Sivec' Generationen-Vision: ein Campus für Alte und Junge in Groß-Enzersdorf
  • Monika Obereigner-Sivec' Generationen-Vision: ein Campus für Alte und Junge in Groß-Enzersdorf
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GROSS-ENZERSDORF. Wohin mit den Alten? Die Wohnsituation der Zukunft soll anders aussehen als bisher: Kinder im Kindergarten, Alte in Altersheimen - jede Generation unter sich, man hat nichts miteinander zu tun. So war es lang, so ist es größtenteils immer noch. Die Umbenennung von Siechenheim in Altersheim und später in Pflege- und Betruungszentrum ändert nichts an der Tatsache, dass ältere, pflegebedürftige Menschen in einer Welt für sich ohne Kontakt zu jüngeren leben.

Welche Pflegeangebote fehlen in der Region?

Langsam findet ein Umdenken statt, generationenübergreifendes Wohnen ist der Trend. In Groß-Enzersdorf sammelt man gerade erste Ideen  zu einem entsprechenden Projekt. "Unsere schnell wachsende Gemeinde hat großen Bedarf an Betreuungsplätzen für die Jüngsten und die Ältesten in unserer Gesellschaft", meint Bürgermeisterin Monika Obereigner-Sivec. Kindergärten werden im Stadtl in regelmäßigen Abständen neu gebaut oder erweitert, nächstes Jahr werden zwei neue Kleinkindgruppen eröffnet. Die beiden Volksschulen werden ebenfalls gerade ausgebaut und "der nächste Kindergartenneubau wird schon bald wieder notwendig", weiß Obereigner-Sivec.

Weite Anfahrtswege

Für die ältere Bevölkerung werden mobile Betreuung und Heimhilfe angeboten, das nächste Landespflegeheim befindet sich in Orth. Ist dort kein Platz frei, müssen die Groß-Enzerdorfer nach Gänserndorf oder Zistersdorf ausweichen. "Für die Angehörigen sind das doch weite Entfernungen, wenn sie regelmäßig Besuche machen", meint die Bürgermeisterin. Ihre Idee: ein Generationenzentrum. Ein Campus, auf dem ein Pflegezentrum ebenso Platz findet, wie ein Kindergarten, ein Frauenhaus und eine Sozialberatungsstelle. "Dass es im ganzen Bezirk Gänserndorf kein Frauenhaus gibt, ist die nächste Lücke, die wir füllen wollen", sagt Obereigner-Sivec, die als kurzfristige Maßnahme Notschlafstellen in der Stadt schaffen möchte. Das nächste Frauenhaus befindet sich 54 Kilometer entfernt in Mistelbach.

Im Juli hatte das Land NÖ die Ausbau mehrerer Pflegeheime bis zum Jahr 2029 beschlossen, 439 Betten sollen landesweit dazukommen. Pflegeeinrichtungen des Bezirks Gänserndorf sind nicht im Plan enthalten, die Bürgermeisterin will daher alle Optionen ausloten. "Wir sehen uns gerade ein Pflegemodell im Burgenland, in Draßburg, an", teilt sie mit. Bauträger des Pflegezentrums ist eine Genossenschaft, betrieben wird es vom Arbeitersamariterbund (ASBÖ). Vorteil dieser Lösung wäre, dass das Land kein Kostenrisiko hätte, eine Zuweisungsgarantie des Landes wäre aber notwendig. 

Mit dem Generationen-Campus möchte sich die Stadtgemeinde ein Stück mehr als "Stadt des Füreinander" positionieren. Im Sinne eine Caring Community sollen möglichst viele Menschen eingebunden werden, um kleine Hilfen im Alltag zu leisten. Zudem soll eine zentrale Anlaufstelle - eine Informationsdrehscheibe - und eine Telefonhotline für Hilfesuchende etabliert werden.

Pflege in Zahlen

Der Anteil der Menschen über 75 Jahre wird von derzeit 10,1 Prozent auf 11,8 Prozent im Jahr 2030 kalkuliert. Derzeit nehmen 18,9 Prozent der Pflegebedürftigen mobiles Angebot in Anspruch, 9,8 Prozent befinden sich in stationärer Pflege, 8,6 erhalten 24-Stunden-Pflege, über 62 Prozent werden von Angehörigen gepflegt. Laut Prognose werden bis 2030 22.639 Personen in NÖ pflegebedürftig sein. Das ist ein Plus von 5.126 Menschen (29,3 Prozent).

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