Rekordjahr für Österreichs Kaiseradler

Im östlichen Weinviertel brütet er wieder, der Kaiseradler.
  • Im östlichen Weinviertel brütet er wieder, der Kaiseradler.
  • Foto: Katzinger
  • hochgeladen von Ulrike Potmesil

BEZIRK. 31 im heurigen Jahr geschlüpfte Jungvögel kreisen derzeit am österreichischen Himmel. Aktuell brüten 18 Paare des majestätischen Greifvogels in Österreich, hauptsächlich in den March-Thayaauen und im Donauraum, und fünf im Burgenland.

Für 190 Jahre galt der Kaiseradler in Österreich als ausgestorben. Durch intensive nationale und internationale Schutzbemühungen begünstigt, siedelte sich der mächtige Großvogel 1999 wieder in Österreich an. Seitdem erholt sich der Brutbestand in Österreich kontinuierlich. „Die Schutzbemühungen haben sich bezahlt gemacht. Die Vermeidung von Störungen in Horstnähe, der Erhalt der Lebensräume und wichtiger Horstbäume sowie die Bekämpfung der illegalen Greifvogelverfolgung zeigen Wirkung“, freut sich Matthias Schmidt, Leiter des Kaiseradler-Artenschutzprojekts von BirdLife Österreich, welches vom Land Niederösterreich (Abteilung Naturschutz) sowie der Energie- und Umweltagentur NÖ (eNu) unterstützt wird. „2015 verließen bereits 20 Jungvögel ihren Horst, dieses Jahr hat sich der Bruterfolg sogar auf 31 junge Kaiseradler gesteigert“, freut sich Naturschutz-Landesrat Stephan Pernkopf.

Doch nun beginnt die kritische Zeit für die jungen Kaiseradler, welche erst im Alter von vier bis fünf Jahren eigenen Nachwuchs großziehen können. Bis dahin gelten sie als besonders gefährdet. Insbesondere die illegale Verfolgung sowie Kollisionen und Stromschläge an Stromleitungen und Windkraftanlagen bringen den unerfahrenen Adlern oft den Tod. Nur jeder fünfte Jung-Adler überlebt bis zur Geschlechtsreife. Dabei können Kaiseradler durchaus an die 30 Jahre und älter werden.

Schutz durch Besenderung und Beringung

Die Besenderung von Jungvögeln hilft das Verhalten von Jung-Adlern über Jahre hinweg zu beobachten und mehr über die Nutzung des Lebensraums zu erfahren. Bisherige Daten zeigen deutlich, dass sich Kaiseradler besonders dort wohlfühlen, wo sie eine abwechslungsreiche Agrarlandschaft mit vielen Brachen und hohen, alten Bäumen vorfinden.

Darüber hinaus können Fälle von Greifvogelverfolgung an besenderten Kaiseradlern rasch und genau nachverfolgt werden. Diese stellt nämlich nach wie vor die größte Gefährdung für die Greife dar. Hintergrund der illegalen Verfolgung ist, dass Kaiseradler oftmals – vor allem aufgrund eines veralteten Jagdverständnisses – fälschlicherweise als Konkurrenten angesehen und daher verfolgt werden. Neben dem Leid der Tiere werden so auch jahrelange Schutzbemühungen zunichtegemacht. BirdLife setzt daher besonders auf die Aufklärung und Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung.

Seit 2011 werden die Jungvögel von BirdLife-Experten nicht nur beringt, sondern auch zusätzlich mit GPS-Sendern ausgestattet. Wie ein kleiner Rucksack wird der leichte Sender den jungen Kaiseradlern mit größter Vorsicht umgehängt und angepasst.

„Eine kleine Solarzelle versorgt den Sender mit Strom und dieser sendet punktgenau per SMS die Standortdaten an uns“, erklärt Schmidt den Vorteil des Senders. Die Aufenthaltsorte der Jung-Adler werden aus Naturschutzgründen nicht preisgegeben, allerdings sind Wanderrouten der in den Vorjahren besenderten Kaiseradler online unter www.satellitetracking.eu einsehbar.

Autor:

Ulrike Potmesil aus Gänserndorf

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