Heißer Disput um Schiefergas-Abbau

Viele Fragen hatten die OMV-Spezialisten bei den Schiefergas-Diskussionen zu beantworten.

¶ Die größte Informationsveranstaltung – gleichzeitig die mit dem größten Widerstands­potenzial – fand am Montag­abend in Poysdorfer (Bezirk Mis­telbach) statt. Zwei weitere gab es gestern und heute, Mittwochabend.
Bei den Veranstaltungen tauchten viele wichtige Fragen auf. Die Menschen im Weinviertel machten sich zum Teil Sorgen über Umweltprobleme bei der Schiefergasförderung, nachdem sie im Fernsehen einen verheerenden Bericht über die Folgen der Schiefergasförderungen in den USA gesehen haben. Dort wird derart viel Chemie eingesetzt, dass ganze Landstriche und auch das Grundwasser verseucht wurde. „Das wollen wir im Weinviertel nicht haben“, schwappte es den OVM-Verantwortlichen entgegen. Doch die OMV will im Weinviertel keine Chemie, sondern Wasser, Sand und Stärke zur Förderung des Schiefergases einsetzen. Zumindest mal in zwei Probebohrungen im kommenden Jahr. Und nur wenn diese gut verlaufen, wird es in Zukunft eine großflächigere Förderung des Schiefergases geben, versprachen die OMV-Leute.
Eine weitere Sorge war, dass durch das Aufbrechen der Schieferschicht Erdbeben ausgelöst werden, die Häuser und Weinkeller beschädigen könnten. Hier beruhigt die OMV: Da das Weinviertel nicht an einer tektonischen Störzone liegt, seien keine spürbaren Erschütterungen zu erwarten, zumal in einer Tiefe von 5000 bis 8000 Metern gearbeitet werde.
Überhaupt verspricht die OMV in Poysdorf und Herrn­baumgarten „Vorzeigeprojekte“ in Sachen Umwelt durchzuführen. Nicht einmal Gas soll abgefackelt und das nötige Wasser wiederverwendet werden. Bei Erfolg könnte die Förderung von Schiefergas auf weitere Teile des Weinviertels ausgedehnt werden. Auch im Bezirk Gänserndorf sind Schiefergasvorkommen zu erwarten.
Viele Fragen aber blieben auch offen, da das Projekt noch nicht einmal bei der Behörde eingereicht wurde. Mehr über die Diskussionen in der kommenden Woche, da wir das Ende wegen des Redaktionsschlusses nicht abwarten konnten.
Ewald Schingerling

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