12.09.2016, 15:17 Uhr

"Die Pendler geben auf"

Die Bahn muss bleiben: Dafür treten die Bürgermeister Kurt Jantschitsch, Marianne Rickl, Claudia Weber und Erich Hofer sowie Kleinregions-Managerin Edith Grames ein.
BEZIRK. Die Zahl der Einwohner steigt, die Zahl der Bahnkunden sinkt. Für die Bürgermeister der Region Schweinbarther Kreuz, die Nebenlinie von Gänserndorf bis Obersdorf, sind einhellig der Meinung: Die Strecke wurde in den vergangenen 30 Jahren schrittweise immer unattraktiver gemacht. Derzeit evaluieren Land, Bund und ÖBB, denn die Frage steht im Raum, ob die Nebenlinie ab dem Jahr 2020 eingestellt wird.
Um dies zu verhindern, hat der Regionalentwicklungsverein Südliches Weinviertel mit Bad Pirawarths Bürgermeister Kurt Jantschitsch als Obmann eine Resolution verabschiedet. "Ungünstige Takte, schlechte Abendverbindungen, regelmäßig verpasste Anschlusszüge wegen Verspätungen führen dazu, dass die Pendler aufgeben. Immer mehr fahren Auto", teilt Jantschitsch mit.
"Durch die enge Taktung am Wiener Hauptbahnhof hat sich bei uns die Anbindung verschlechtert", ärgert sich Claudia Weber, Bürgermeisterin von Matzen. Die Schüler mussten auf Bustransport umsteigen, denn die Nebenlinie hat gegenüber dem internationalen Zugverkehr Nachrang. "Auf regionale Bedürfnisse wie Schulzeiten oder Pendleranschlüsse wird zu wenig Rücksicht genommen", meint Weber. Die Vertreter der Region fordern attraktivere Taktung und Preisgestaltung und eine Planung, die am regionalen Bedarf orientiert ist.
"Wir befürchten, dass aufgrund des Status Quo - sinkende Fahrgastzahlen - die Bahn eingestellt wird", sagt Groß-Schweinbarths Bürgermeisterin Marianne Rickl.

Kurzsichtige Investitionen

Zudem haben die Gemeinden in gesicherte Bahnübergänge viel Geld investiert. So wird heuer in Auersthal ein Bahnschranken um 500.000 Euro errichtet. "Bei einer Schließung der Bahn in drei Jahren eine äußerst kurzsichtige Investition von Steuergeldern", gibt Auersthals Bürgermeister Erich Hofer zu bedenken.
ÖBB-Sprecher Christopher Seif hatte zu Beginn des Jahres bekanntgeben: "Im Übereinkommen von Bund, Land und ÖBB wird ein Maßnahmenpaket zur Attraktivierung des Schweinbarther Kreuzes erarbeitet. Mehrere Varianten, auch die Umstellung auf Busverkehr, werden untersucht." Zwar hieß es im Jänner, das Projekt sei im Sommer 2016 abgeschlossen, dann solle eine Entscheidung fallen, den Zeitpunkt der Bekanntgabe kann der Pressesprecher aber derzeit nicht nennen.
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