21.11.2016, 21:00 Uhr

Dritte Runde für die S 8 Marchfeldschnellstraße

Der Westteil der Marchfeldschnellstraße S 8 soll nach Plänen der Asfinag 2020 in Betrieb gehen. (Foto: Asfinag)

Im April gestartet, dann unterbrochen. Die Verhandlung zu geplanten Marchfeldschnellstraße geht weiter.

GÄNSERNDORF. Die dritte Klappe zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) der S 8 fiel am Montag, die im Mai unterbrochene Verhandlung wurde fortgesetzt. Die Asfinag hatte das Konzept für die Entwässerung bei der geplanten Schnellstraße überarbeitet. Statt wie ursprünglich geplant, das Oberflächenwasser versickern zu lassen, soll dieses nun gesammelt, gereinigt und in den Rußbach geleitet werden.
Zwar wurde die Projektänderung vom Sprecher der Umweltorganisation Virus, Wolfgang Rehm, grundsätzlich befürwortet, im Detail lässt er aber kein gutes Haar an den Projektunterlagen: "Die Asfinag hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht, viele Details sind nicht erfasst." Die Verfahrensparteien, zu denen sechs Bürgerinitiativen, eine Umweltorganisation und ein Anrainer gehören, haben die Klärung der Detailfragen beantragt.

Irrelevante Details
Asfinag-Geschäftsführer Alexander Walcher weist die Vorwürfe zurück. Die Erwartungshaltung der Bürger- und Umweltinitiativen sei eine falsche: "Mit den vorliegenden Unterlagen muss einzig und allein entschieden werden können, ob das Projekt genehmigungsfähig ist und diese Unterlagen sind absolut korrekt." Jene Details, die von den S 8-Gegner eingefordert werden, seien dagegen für die Genehmigungsfähigkeit nicht relevant. "Vieles davon wird erst in der Bauplanungsphase, also zu einem späteren Zeitpunkt ausgearbeitet werden", teilt Walcher mit.
Sofern die Verhandlung wie geplant mit Ende der Woche abgeschlossen wird, erstellt das Verkehrsministerium in den nächsten Monaten einen Bescheid. Dieser kann noch einmal beim Bundesverwaltungsgericht beeinsprucht werden. Zum jetzigen Zeitpunkt geht Walcher von Baubeginn 2019 aus. Der geplante Bautermin wurde damit ein weiteres Mal verschoben.
Übrigens: Niederösterreichs Grüne haben die S 8 zum "Schildbürgerstreich des Monats" ernannt. Begründung: Für die Umweltverträglichkeitsprüfung brauchte die Asfinag wegen schlampig aufbereitetem Datenmaterial drei Anläufe. Zudem ende der Westteil der S 8 im Nichts.
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