21.09.2014, 19:42 Uhr

Ein klares Nein zu Angerns Marchbrücke

Angern entschied vor wenigen Stunden: diese Brücke wird nicht gebaut. (Foto: NÖ Straßendienst)
Die heutige Volksbefragung über die geplante Marchbrücke brachte ein klares Ergebnis: 73,9 Prozent der Bevölkerung sprach sich gegen den Bau der Brücke in die Slowakei aus, 26,1 Prozent stimmten dafür. Die Wahlbeteiligung betrug 65 Prozent.
"Damit ist das Kapitel Brücke Angern nach jahrzehntelangen Gesprächen von der Agenda des Landes NÖ gestrichen", meint der enttäuschte Weinviertelmanager Hermann Hansy, der sich für die Brücke am Fährenstandort eingesetzt hatte.
Die EU- und Landesmittel, die für das Projekt reserviert waren, werde man woanders einsetzen. Hansy hofft, dass das Geld dem der Region im Rahmen eines anderen Projekts zugute kommt.
Der Weinviertelmanager bedauert, dass SPÖ Bürgermeister Robert Meißl nun sein eigenes Projekt demontiert habe: "Das ist Kindesweglegung."

Meißl wiederum freut sich über das Ergebnis und ist selbst überrascht über den hohen Anteil der Gegenstimmen. Allen Erklärungen der Brückenplaner, der Bau einer Querung südlich von Angern sei unrealistisch, zum Trotz will er genau dies umsetzen: "Ich lade alle Verantwortlichen herzlich ein, gemeinsam an einer Lösung für Angern zu arbeiten."
Meißl freut sich über die "vernünftige Wahl" der Bürger. Er hatte vor einer Verkehrslawine gewarnt und daher einen Südstandort mit Umfahrung von Angern, Tallesbrunn und Weikendorf gefordert. Im Wahlsprengel Angern 1, jener Ortsteil, der vom Grenzverkehr am meisten betroffen gewesen wäre, hatten gar 83,25 Prozent der Wähler mit "Nein" gestimmt.

Die Volksabstimmung ist übrigens schon die zweite zur Brücke Angern. Im Jahr 2007 hatten noch 60 Prozent für die Brücke am Fährenstandort gestimmt, auch Bürgermeister Robert Meißl war damals dafür. Sein Argument zu seinem Meinungsumschwung: 2007 war der Bau der Autobahnbrücke bei Marchegg in greifbarer Nähe, heute glaubt Meißl nicht mehr an die Realisierung des Projekts. "Damit wäre viel mehr Verkehr als urspünglich prognostiziert über die Brücke und weiter durch Angern gerollt", so sein schlagkräftiges Argument.
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