22.03.2017, 09:42 Uhr

Entwarnung: Uranwerte in Dürnkrut gesenkt

Marktgemeinde gibt Trinkwasser wieder als unbedenklich zum Verzehr frei

DÜNRNKRUT. Es waren bewegte Tage in Dürnkrut. Vergangene Woche musste die Marktgemeinde ihre Bürger vor dem Konsum des Leitungswassers warnen: die Uranwerte waren um 3,1 Mikrogramm/Liter über dem Höchstwert von 15 Mikrogramm/Liter angestiegen. Kinder bis fünf Jahre sollten es nicht mehr trinken.
Seit über zehn Tagen mischt man nun EVN-Wasser bei, um die Werte zu senken. Die Messung am Dienstag durch die AGES gab Dienstags grünes Licht: Die Uranwerte sind auf rund 3 Mikrogramm/Liter abgesunken.


Nieren in Gefahr

Uran als Schwermetall kann aufgrund seiner chemischen Eigenschaften bei hohen Konzentrationen die Nieren schädigen. AGES-Pressesprecher Werner Windhager gibt aber zu bedenken, dass bei der Festlegung von Grenzwerten immer ein Sicherheitsfaktor mit einberechnet wird: "Das bedeutet, dass die Überschreitung eines Grenzwertes noch kein Gesundheitsrisiko darstellt, sondern dass damit der Zeitpunkt gekommen ist, Gegen-Maßnahmen zu ergreifen, weil eine Beeinträchtigung der Wasserqualität vorliegt."

Strenge Richtlinien

In Österreich gilt gemäß Trinkwasserverordnung für Uran ein Grenzwert von 15 Mikrogramm pro Liter. Er ist damit strenger als der Richtwert der Weltgesundheitsorganisation WHO, der bei 30 Mikrogramm pro Liter liegt. Die WHO und die europäische Lebensmittelbehörde EFSA haben für die lebenslange Aufnahme von Uran eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 0,6 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag abgeleitet. Das bedeutet für eine 70 kg schwere Person in Dürnkrut, dass sie bei dem gemessen Wert von 18,1 Mikrogramm pro Liter täglich 2 Liter des Wassers trinken könnte, ohne dass es zu einem belegbaren Risiko kommt.
Karina Seidl

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