15.11.2016, 08:29 Uhr

Marchbrücken in Dürnkrut und Marchegg in Schwebe

Ähnlich wie die Radbrücke bei Schloss Hof sollen die Querungen in Dürnkrut und Marchegg konzipiert werden.

Zwei Orte stimmen nächstes Jahr über Radbrücken ab

DÜRNKRUT/MARCHEGG. Zwei neue Radbrücken über die March - seit Beginn des Jahres und nach den gescheiterten Plänen in Angern sind weitere Übergänge über den Grenzfluss im Gespräch. Dürnkrut und Marchegg kommen als Standort in Frage, nun wurden die Pläne den Dürnkruter Gemeinderäten präsentiert - deren Meinung zum Projekt ist gespalten.
Ernestine Soucek, FPÖ, lehnt den Bau der Brücke ab: "Ich sehe keinen wirtschaftlichen Nutzen, es wird wohl kein slowakischer Radfahrer in Dürnkrut Großeinkäufe tätigen", argumentiert die Gemeinderätin, für die auch eine Autobrücke nicht in Frage kommt. Die FPÖ hat nun einen Initiativantrag an den Gemeinderat gestellt. Sie fordert eine Volksbefragung.

Entscheidung 2017

Die ist aber ohnehin geplant, bis 31. März will man in Dürnkrut, bis Ende Februar in Marchegg eine Entscheidung am Tisch haben.
Die ÖVP Dürnkrut steht hinter dem Projekt: "Für unsere Wirtschaft, vor allem die Gastronomie, bringt das enorme Vorteile", ist Manuela Gieger überzeugt. In Dürnkrut soll die hochwassersichere Brücke am historischen Standort der alten Querung entstehen. In Marchegg war kurze Zeit eine Schwebefähre als Alternative im Gespräch. "Das Projekt wurde vom Land abgelehnt", teilt Bürgermeister Gernot Haupt mit.
Werner Pracherstorfer, Verkehrsplaner des Landes Niederösterreich, informiert über die Pläne: Die Brücken werden ähnlich wie die Schloss Hofer Radbrücke mit einer Breite von vier Metern konstruiert. "Sie sind auf keinen Fall für den Pkw-Verkehr geeignet. Einzige Ausnahme: kleine Rettungsfahrzeuge dürfen im Notfall die Brücken befahren", sagt Pracherstorfer.
Die Brücken, die den Kamp-Thaya-March-Radweg und den Iron Curtain Trail verbinden, werden mit allen Verkehrsträgern - also Fahrrad, Bahn, Bus und Auto - verknüpft, die Bahnhöfe mit Bike&Ride und Radverleihen aufgewertet. Die Projekte sollen in der EU-Förderperiode bis 2020 untergebracht werden. 85 Prozent finanziert die EU, 15 Prozent die beiden Länder. Den Gemeinden entstehen keine Kosten.

Eckdaten zu den Brücken

Brücke Dürnkrut - Gajary: Gesamtlänge: 480 Meter (Längenanteile NÖ zu SK: 2/5 zu 3/5); Grobkostenschätzung: 4,5 bis 4,9 Millionen Euro; hochwassersicher (von HW-Damm NÖ zu HW-Damm SK);
Brücke Marchegg - Vysoká pri Morave: Gesamtlänge: 170 Meter (Längenanteile NÖ zu SK: 2/5 zu 3/5); Grobkostenschätzung: 1,7 bis 1,9 Millionen Euro; nicht hochwassersicher (nur in NÖ Anschluss an HW-Damm);
Fahrbahnbreite der beiden Hängebrücken: 4 Meter
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.