15.05.2018, 15:23 Uhr

Pendler-Umfrage: Kunden mit Nordbahn und S 2 unzufrieden

Das Ergebnis der Umfrage für die Ostregion, das Weinviertel wird unterdurchschnittlich bewertet. (Foto: AK)

1900 Teilnehmer bei der Umfrage der Arbeiterkammer, Weinviertler sind am wenigsten zufrieden.

BEZIRK. Wer nach Mistelbach und Gänserndorf pendeln muss, hat nichts zu lachen. Das Ergebnis einer Umfrage der Arbeiterkammer, die zu Beginn des Jahres eine online unter Pendlern in der Ostregion durchgeführt wurde, rückt die ÖBB in kein günstiges Licht.  Über 1.929 Menschen nahmen an der Umfrage teil, keine Linie wurde so schlecht bewertet wie jene nach Breclav, Laa und Retz.
Abgefragt wurden Pünktlichkeit, Erreichbarkeit der Anschlüsse, Platzangebot, Anzahl der Verbindungen, Verbindungen am Abend, Sauberkeit, Ausstattung der Bahnhöfe, Park&Ride und Information an den Haltestellen.
Die Linie nach Breclav wurde von neun Kategorien nur bei Park&Ride positiv bewertet, jene nach Laa darüber hinaus auch beim Sitzplatzangebot. 
Die Linienbusse der Ostregion wurden in Bezug auf Sauberkeit und Bequemlichkeit sehr gut, die Häufigkeit der Intervalle eher schlecht beurteilt. Auch Parkplätze an den Haltestellen, Pünktlichkeit und Informationen an den Haltestellen wurden negativ bewertet.

Warum mit dem Auto?

Die AK fragte zudem die Autopendler nach den Gründen. Am häufigsten wurde Zeitersparnis genannt, im Durchschnitt würden Autopendler doppelt so lang mit Öffis fahren, oder es gibt schlichweg keine Öffsi am Wohnort.
Umsteigen würden die Befragten nur, wenn die Öffi-Reisezeiten verkürzt, die Fahrplänen auf Arbeitszeiten besser abgestimmt und eine Lösung für die „letzte Meile“ vorhanden wäre.

Aus der Umfrage resultieren folgende Forderungen der Arbeiterkammer: Ausbau des öffentlichen Verkehrs, mehr Züge zur Rush-Hour, Mobilitätspass zur finanziellen Entlastung von Geringverdienern und Familienbonu -System ändern. Markus Wieser, Präsident der AK Niederösterreich erklärt:" Wer weiter pendelt, erhält weniger Förderung, weil die Pendlerpauschale als Freibetrag die Bemessungsgrundlage der Lohnsteuer minimiert. Dadurch verringert sich auch die Höhe des Familienbonus, weil dieser nach dem Steueraufkommen berechnet wird. „Wer größere Arbeitswege hat und damit bereits viel Strapazen auf sich nimmt, wird auch noch mit einem geringeren Familienbonus bestraft."
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