11.10.2016, 00:00 Uhr

Rasende Nordbahn-Pendler

Der Ausbau der Nordbahn sol im Jahr 2026 abgeschlossen sein, dann fahren Züge 160 km/h.

Die ÖBB wollen die Strecke Bernhardsthal - Wien technisch aufrüsten, Züge fahren ab 2026 mit 160 km/h.

BEZIRK. In einer Stunde vom äußersten Norden Österreichs bis Wien Hauptbahnhof, dazu eine 15-Minuten-Taktverdichtung ab Gänserndorf und zusätzliche schnelle Züge ab Bernhardsthal. 2026 macht die ÖBB Pendlerträume wahr.
Die Pläne klingen zumindest vielversprechend, der Aufwand ist enorm. „Wie Europa zügiger zusammenrückt“. Unter diesem Motto steht der Ausbau der Nordbahn. Auf der 66 Kilometer langen Strecke zwischen Süßenbrunn und Bernhardsthal entsteht ein wichtiger Abschnitt des Baltisch-Adriatischen-Korridors, der von Danzig nach Bologna führt.

Weg mit Kreuzungen
Im Fokus stehen die Fahrzeitverkürzung sowie die Erhöhung der Sicherheit. Denn damit die Züge mit 160 km/h "rasen" können, müssen die Eisenbahnkreuzungen dezimiert werden, andere werden durch Über- oder Unterführungen ersetzt. "Wir müssen in jeder einzelnen Gemeinde jede Kreuzung nach ihrer Notwendigkeit hinterfragen", sagt Hohenaus Bürgermeister Robert Freitag. Die Bürgermeister der Anrainergemeinden wurden vergangene Woche über die Pläne informiert.
Zudem werden alle Bahnhöfe barrierefrei umgestaltet und mit schienenfreien Zugängen zu den Bahnsteigen ausgestattet und: "Die ÖBB planen aufwändige Lärmschutzmaßnahmen", informiert Bürgermeister Freitag.
Laut ÖBB-Sprecher Christopher Seif werden ab 2026 auch die Pendlerzüge mit 160 km/h geführt werden und das, obwohl eine Beschleunigung auf diese Höchstgeschwindigkeit bei einer Fahrtzeit von zwei Minuten - also etwa zwischen Sierndorf und Jedenspeigen - nicht möglich ist. Von Wien Floridsdorf bis Breclav sollen die Passagiere in Zukunft nur mehr 60 Minuten unterwegs sein, also acht Minuten schneller als derzeit.
Technische Neuerungen machen zwar eine Taktverdichtung möglich, Seif meint jedoch: "Ein 15-Minuten-Takt zwischen Gänserndorf und Bernhardsthal ist nicht geplant." Die ÖBB sei bestrebt, so viele Eisenbahnkreuzungen wie möglich durch Über- oder Unterführungen zu ersetzen und damit aufzulassen, um die Sicherheit für die Bevölkerung zu erhöhen. Die detaillierte Abstimmung über Ersatzmaßnahmen für Kreuzungen beginnt Mitte 2017.
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