01.06.2017, 22:35 Uhr

Silberwald mit Biss gegen Schotterabbau

Nur wenige Meter vor den Vertretern der Bürgerinitiative, Monika und Larry Busch, soll die Grube in Siedlungsnähe errichtet werden.

Anrainer gegen Ausbaupläne der Schönkirchner Kiesgewinnung. Bürgerinitiative BISS gegründet.

SCHÖNKIRCHEN. Die Ausbaupläne des Schotterunternehmers Andreas Kisling stoßen auf Widerstand bei der Bevölkerung. Die geplante Schottergrube mit einer Größe von 53,7 Hektar, aus der bis zum Jahr 2040 3,3 Millionen Kubikmeter Schotter gewonnen werden sollen, liegt nahe dem Ortsteil Silberwald, genauer gesagt 300 Meter neben dem äußersten Wohnhaus. Zu nahe, meinen die Anrainer und formierten sich zu einer Gruppe von "Widerständlern". Nun hat sich die Bürgerinitiative BISS (Schönkirchen-Silberwald) gegründet, deren Sprecherin Monika Busch, eine der betroffenen Anrainerinnen ist. Das Gutachten zum Projekt liegt derzeit in den Gemeinden Schönkirchen-Reyersdorf und Strasshof zur öffentlichen Einsichtnahme auf, am 27. und 28. Juni findet in Gänserndorf die Verhandlung statt. "Wir werden natürlich teilnehmen, wir haben Parteienstellung", erklärt Monika Buschs Ehemann Larry. Fragen zu Lärm, Feinstaub und Grundwasser sind nach Meinung von BISS nicht ausreichend geklärt.
"Es gibt eine ganze Liste an Einsprüchen, nicht nur von BISS, auch von Privatpersonen", informiert Busch.

Entgegenkommen
Andreas Kisling, Geschäftsführer der Schönkirchner Kies GmbH, gab bereits im Oktober bekannt, den geplanten Schutzwall im Sinne der Anrainerwünsche erhöhen zu wollen und die Betriebszeiten zu reduzieren. Strasshofs Bürgermeister Ludwig Deltl aus Strasshof hat in der Sache einen Rechtsanwalt eingeschalten: "Man versucht, im Feinstaubsanierungsgebiet die Lkw-Tonnagen von der Bahn auf die Straße zu verlegen und das, obwohl wir noch immer keine Hochleistungsstraße haben. Ich fordere ein verbessertes Verkehrskonzept für das Schotter-Projekt."
Schönkirchens Bürgermeister Peter Hofinger unterstützt die Bürger in ihren Fragen und Forderungen, ist aber positiv gestimmt: "Wenn alle Auflagen erfüllt werden, sehe ich das Projekt nicht als Gefährdung der Anrainer." Zu verhindern sei es zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin nicht mehr.
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