04.09.2014, 17:14 Uhr

Jugendhandballer auf internationalem Turnier

Wie bei Olympischen Spielen – Einzug der Nationen bei der Eröffnungszeremonie. (Foto: privat)
GÄNSERNDORF. Neben und Training und Matches ist das „Salz in der Suppe“ eines jeden Nachwuchshandballers die Teilnahme an einem internationalen Turnier im Ausland. Für die Burschen der U14-Mannschaft der Union Raiffeisenbank Gänserndorf war es in diesem Sommer die Premiere, und zwar beim renommierten Handballturnier „Eurofest“ in Izola an der slowenischen Küste, an dem heuer rd. 170 Mannschaften mit an die 3.000 Spielerinnen und Spielern aus 15 Ländern aus Europa und Asien teilnahmen.

Internationales Flair

Neben internationalem Turnierflair – gespielt wurde durchgehend vom frühen Vormittag bis spät abends auf Freiplätzen und in Hallen in Izola und im benachbarten Koper in allen Altersklassen von Kindern bis zu Erwachsenen – stellte die Turnierorganisation ein tolles Rahmenprogramm mit täglichen Abendveranstaltungen mit ausgezeichneter Stimmung auf: Begrüßungsabend, Open Air-Disco, Mr./Mrs. Eurofest-Contest, Kulinarischer Abend, etc. Besonders Highlight dabei war die Opening Ceremony mit einer Parade aller teilnehmenden Nationen und Mannschaften entlang der Küstenpromenade von Izola zum Hauptspielfeld direkt am Yachthafen – der Vergleich mit dem Einzug der Nationen bei Olympischen Spielen muss nicht gescheut werden und es war ein erhebender Moment für die Gänserndorfer Burschen, die gemeinsam mit anderen österreichischen Mannschaften hinter dem „Austria“-Schild den schier unendlich langen Zug anführten und vom zahlreichen Publikum mit frenetischem Applaus bedacht wurden. Wow, da stieg einem die Gänsehaut auf!

Bella Izola

Toll auch die mediterrane Atmosphäre, die das Küstenstädtchen Izola aufwartete, und die Marchfelder schon vom Ankunftstag an wahres Urlaubsfeeling vermittelte. Der Spielplan machte es auch möglich, dass auch das Bade- und Strandvergnügen nicht zu kurz kam, und die Spielminuten auf dem Beachvolleyballplatz direkt am Meer waren durchaus in Ausgewogenheit mit den Spielminuten auf dem Handballfeld. Somit ein perfekter Mix aus Handball-Action und Urlaubsflair!

Am Feld

Zum Sportlichen: In der Altersklasse U14 männlich (Jahrgang 1999 und jünger) traten insgesamt 14 Mannschaften aus 9 Ländern an, aufgeteilt in zwei Vorrundengruppen.
Die Gänserndorfer trafen in ihrer Gruppe aus Teams aus Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Italien und Estland.
Im Auftaktspiel – bereits um 8 Uhr in der Früh (!) - ging’s in der Schulsporthalle in Koper gegen HK Ivancice (CZE) gleich gehörig zur Sache. Die Tschechen hatten von Anfang an gehörig Oberwasser und nach 2 x 15 Minuten musste man sich schließlich mit 7:19 deutlich geschlagen geben. Aber beim Aufeinandertreffen mit derartig starken Gegner kann man viel lernen und wertvolle Spielpraxis sammeln - und das war auch das primäre sportliche Ziel der Gänserndorfer U14-Equipe, deren Spieler zum Großteil erst ein bis zwei Handballsaisonen in den Beinen haben.
Im zweiten Spiel des Tages trafen die Marchfelder auf MRD Dobova (SLO). Nach besch..eidenem Beginn (Pausenstand 2:10!) fand man in der 2. Halbzeit immer besser ins Spiel und konnte mit 10:16 noch ein für die Verhältnisse achtbares Resultat erzielen.

Mittagsstund hat Gold im Mund

Am nächsten Tag stand zwar nur ein Match auf dem Programm und das Gott sei Dank nicht wie am Vortag „mitten in der Nacht“, sondern erst um 12 Uhr – High Noon. Bereits am Vortag hatte man den Gegner HC Tallas (EST) ein wenig beobachten können und konnte seiner Spielweise und Spielstärke mehr als Respekt zollen. Um es kurz zu halten: Es war mit Abstand das schlechteste Spiel der Gänserndorfer in diesem Turnier, da kann auch der übermächtige Gegner aus dem Baltikum und die sengende Mittagshitze auf dem Freiluftplatz in Koper nicht als Ausrede herhalten. Endstand: 7:21 – nach den durchaus passablen Leistungen in den ersten beiden Spielen eine unangenehme Ernüchterung.

Ciao Italia

Spieltag 3 „servierte“ den UHC-Burschen die wohl stärkste Mannschaft in der Gruppe –Pallamano Tavernelle (ITA). Nach dem Debakel gegen die Esten am Vortag rechnete man sich gegen die „italienische Übermacht“ nicht gerade große Chancen aus, die Parole lautet in erster Linie, die Niederlage in Grenzen zu halten und sich nicht aus dem eigenen Spielrhythmus bringen zu lassen. Doch bekanntlich wächst man mit der Aufgabe …
Gleich zu Spielbeginn dominierten die Italiener das Spielgeschehen und zogen 4:1 davon. Doch die Gänserndorfer hielten couragiert dagegen, holten Tor Treffer um Treffer auf und hielten sensationeller Weise die Partie offen – 5:4, 7:6, 8:7! Erst knapp vor Ende der ersten Spielhälfte konnten die Gegner ein wenig davonziehen – Pausenstand 10:7 für Pallamano Tavernelle. Respekt! Da war noch einiges drinnen. Auch in Hälfte 2 ließen die „Austrianer“ nicht locker, der Rückstand blieb mit 3 bis 4 Toren einigermaßen konstant. Man rackerte, was das Zeug hielt, und zog weiterhin ein beachtliches Spiel auf. Schließlich siegten die Italiener mit 18:13, doch die Gänserndorfer verließen mit erhobenem Haupt das Spielfeld und konnten auf diese Leistung mächtig stolz sein - immerhin gegen den späteren Gruppensieger und Turnierzweiten!

Favoriten

Am vierten und letzten Spieltag standen wieder zwei Matches auf dem Programm – gegen Nova Gorica (SLO), einem weiteren Favoriten um den Gruppensieg, und gegen SKP Bratislava (SVK), einen der Top-Vereine aus unserem slowakischen Nachbarland.
Zur Freude von Trainer Bernhard Grün gelang es den UHC-Youngsters an die großartige Leistung des Vortages anzuschließen. Die Burschen hielten gegen den späteren Gruppenzweiten Nova Gorica (SLO) von Beginn an toll mit, steigerten sich in einen wahren Spielrausch und gingen zwischenzeitlich sogar mit 2 Toren in Führung. Mit einem knappen Pausenstand von -1 (5:4) konnte man mehr als zufrieden sein und witterte durchaus die Chance auf eine Sensation! Nach Wiederanpfiff ging’s in ähnlicher Manier weiter. Die Gänserndorfer ließen nicht locker und hielten die Partie offen – 6:4, 6:5, 7:5, 7:6. Just in der entscheidenden Phase, als man drauf und dran war das Spiel zu drehen, ließ man im Angriff einige „Sitzer“ aus und kassierte im Gegenzug zwei schnelle Treffer – 9:6. Einmal bäumten sich die Burschen noch auf und erzielten den 9:7-Anschlusstreffer. Doch im Gegenzug machten die Slowenen alles klar. Endstand: 10:7 für Nova Gorica. Aber wieder ein Achtungserfolg für die Marchfelder, die sich im Verlauf des Turniers gewaltig steigern konnten!
Im letzten Spiel des Turniers traf der UHC auf SKP Bratislava (SVK). Wie man in den Spielen an den Vortagen beobachten konnte, war SKP wohl nicht gerade mit der Erstbesetzung im Turnier vertreten. Aber wenn man sich in der Handballszene en wenig auskennt, weiß man, das SKP Bratislava einer der renommiertesten Vereine in der Slowakei ist und im Nachwuchsbereich tolle Arbeit leistet. Sei’s wie’s sei – die Gänserndorfer U14er wollten es nach den beachtenswerten Leistungen in vorangegangenen beiden Spielen noch einmal wissen und witterten ihre Chance, im Abschlussspiel doch noch zu punkten.
Die Burschen fanden gleich zu Beginn gut ins Spiel, waren vor allem mental sehr stark und spielten selbstbewusst. In der 1. Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, wobei die Österreicher ein wenig dominierten, jedoch nicht alle Torchancen verwerteten. Andererseits brachte der Gänserndorfer Tormann mit einigen sehenswerten Paraden die Gegner zum Verzweifeln und hielt seine Mannschaft im Spiel. Pausenstand: 4:3 für den UHC!
In der ersten Phase der 2. Halbzeit drehten die Marchfelder dann voll auf, hatten einen sehenswerten Run - 5:3, 6:3, 7:4! Man war drauf und dran, die Slowaken vollständig zu knacken, auf und davon zu ziehen und das Match vorzeitig zu entscheiden. Doch just in dieser starken Phase scheiterten Gänserndorfer vor dem gegnerischen Tor, Chance um Chance wurde „vernebelt“ und auch fatale technische Fehler schlichen sich ein. SKP Bratislava nutzte diese Schwächen beinhart, brachte sich wieder ins Spiel und erzielte kurz vor Spielende den 7:7-Ausgleich. Nun musste man noch einmal gehörig bangen und sah sich mit dem bedrohlichen Szenario konfrontiert, dass aus einem vermeintlich klaren Sieg noch eine knappe Niederlage würde. Aber die Burschen behielten Nerven, hielten stand. Schließlich der Befreiungsschlag – der Treffer zum 8:7! Kurz danach ertönte der Schlusspfiff. Die Freude über den ersten Sieg in diesem Turnier (und dem zweiten Sieg überhaupt in ihrer Handball-„Karriere“) war grenzenlos, das Gefühl von Spielern und Trainer schier unbeschreiblich – yeah!
Somit fand die Handballreise nach Slowenien ein sportliches Happy End und man konnte ein insgesamt positives Resümee ziehen.
Mit den letzten guten Spielen und vor allem dem Abschlusssieg auf dem Konto, konnte man entspannt und bestens gelaunt noch die letzten beiden Tage am Strand und im schmucken Städtchen Izola genießen, sich noch einige Finalspiele des Turniers anschauen, bevor es dann mit der Bahn in einer eintägigen Mammut-Reise wieder zurück in die Heimat ging.
Facit: Ein sehr gut organisiertes Turnier in Izola mit toller internationaler Turnieratmosphäre, eine Woche „Alternativ“-Urlaub mit viel Action und einzigartigen Erlebnissen und Erfahrungen, von dem die U14-Burschen der Union Raiffeisenbank Gänserndorf noch Jahre später erzählen werden.
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