10.04.2017, 10:58 Uhr

Gegen Bundestrend: Zahl der Arbeitslosen steigt im Bezirk Gänserndorf

Alfred Walbert, AMS-Leiter in Gänserndorf. (Foto: Lachner)
BEZIRK. Ganz knapp ist es sich nicht ausgegangen, dass auch im Bezirk Gänserndorf die Arbeitslosigkeit sinkt. Gegenüber dem Vorjahr ist eine Steigerung um 11 Personen oder
+ 0,2% zu verzeichnen. Ende März sind damit im Bezirk 4.550 Arbeitsuchende zu verzeichnen, immerhin um 560 weniger als voriges Monat. 150 Vorgemerkte haben noch eine Einstellzusage und sollten spätestens zu Ostern wieder im Job sein. Auch sonst weisen einige Indikatoren eine positive Entwicklung auf, sodass auch Gänserndorf in den nächsten Monaten eine leicht sinkende Arbeitslosigkeit erleben könnten. So sind z.B. die Arbeitsaufnahmen gegenüber dem Vorjahr im März um 11,2% gestiegen.
Steigend ist auch nach wie vor die Beschäftigung; im Februar betrug der Zuwachs in Gänserndorf +1,5% (NÖ: +1,3%)
Trotzdem ist es für den Bezirk Gänserndorf zu früh von einer wirklichen Trendwende zu sprechen. 
Es muss mitberücksichtigt werden, dass sich im März auch 841 Arbeitsuchende in Qualifizierungen befanden, um 127 bzw. 17,8% mehr als vor einem Jahr. In den Zahlen beginnen sich schon die Ausbildungspflicht – bzw. garantie für jungen Menschen bis 18 bzw. 25 Jahre niederzuschlagen. Weiters ziehen Sprachkurse, dass die Schulungszahlen nach oben. 
Unübersehbar ist auch, dass bei der strukturellen Arbeitslosigkeit keine Änderung in Sicht ist. Die Arbeitslosigkeit bei älteren Menschen steigt im März um +8,7% auf 597 Vorgemerkte.
Für die Integration älterer Menschen, die schon länger auf Jobsuche sind, hat das AMS das Programm Jobchance 2017 ins Feld gesetzt. Jobchance ist eine gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung für Arbeitgeber, bei der für Frauen 6 Monate und für Männer 4 Monate lang vom AMS NÖ und vom Land NÖ insgesamt 60% der Lohnkosten übernommen werden. Der Vorteil für Betriebe ist, dass das AMS bzw. der gemeinnützige Beschäftigungsträger Jugend und Arbeit die BewerberInnen-Vorauswahl übernehmen und für die Dauer der Förderung kein Dienstverhältnis eingegangen werden muss.
Für die ArbeitnehmerInnen besteht die Chance ohne sofortigen Erfolgsdruck wieder in den regulären Arbeitsmarkt einzusteigen.
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