Gailtal
Bedrückende Stimmung in Bild und Schrift

Anita Wiegeles Werk beinhaltet Tiefgreifendes und regt zum Nachdenken an
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  • Anita Wiegeles Werk beinhaltet Tiefgreifendes und regt zum Nachdenken an
  • Foto: Anita Wiegele
  • hochgeladen von Florian Gucher

Anita Wiegele erzählt über ihre Illustrationen im Werk von Frederic Morton und die Schwere eines Themas, das sich kaum in Worte fassen lässt.

BAD BLEIBERG. Die Kärntner Künstlerin Anita Wiegele nahm sich einem schwierigen Kapitel unserer Geschichte an und versah das Buch „Der Kommandant. Eine Groteske“ von Frederic Morton mit aussagekräftigen Illustrationen. Selbst als Autorin tätig, interessiert sich die Kunstschaffende brennend für das Zusammenspiel zwischen Bild und Text. Ein Portrait einer ganz persönlichen Handschrift, die die bedrückende Atmosphäre des Stückes visuell einfängt.


Unbedarfter Zugang zu einem brisanten Thema

Anita Wiegeles Kunstwerke beinhalten eine Intensität, die den Betrachter auch hinterher nicht loslässt. Sie behandeln Tiefgreifendes und regen zum Nachdenken an. Präzise und mit feiner Linie geht die Künstlerin in ihrem graphischen Werk vor. Dabei verschließt sie sich herausfordernden Inhalten nicht. „Persönlich bin ich mit meiner Kunst nie in trivialen Angelegenheiten unterwegs, sondern beschäftige mich stets mit ernsthaften Themen. Das hat auch mein Vorhaben bestärkt, mich an die Illustration von Holocaustliteratur heranzuwagen “, betont die Villacherin, die in der Fabrik Terra Mystica in Bad Bleiberg ein eigenes Atelier führt. Das Projekt selbst brachte Alfred Woschitz als Verwalter des Nachlasses von Frederic Morton ins Rollen. Mit ihm arbeitet Wiegele auf interdisziplinärer Ebene eng zusammen. Dabei nahm die Kunstschaffende den Auftrag in Angriff, ohne vorab von der Publikation des Buches Bescheid zu wissen. „Zunächst wurde ich lediglich gefragt, ob ich für ein Manuskript ein paar Skizzen anfertigen möchte. Beim Lesen des Manuskriptes ist mir schnell klar geworden, um welch aufrüttelndes Thema es sich handelt. Doch von der Veröffentlichung erfuhr ich erst, als meine Arbeiten vollendet waren“, so die Künstlerin. Rückblickend ein großer Vorteil, wie Wiegele bekräftigt. „So konnte ich ganz frei und ungezwungen agieren. Hätte ich im Vorhinein von der Herausgabe eines Buches gewusst, wäre ich vermutlich anders vorgegangen. Ich hätte mir selbst nicht so viele Spielräume gewährt.“ Schließlich habe sie den Protagonisten von Mortons Stück ein Gesicht verliehen. „Jeder der das Buch in die Hand nimmt, stellt sich die Personen nun so vor, wie ich sie dargestellt habe“, bemerkt die Illustratorin.

Bild und Sprache fließen ineinander

Das Bühnenstück von Morton selbst ist als groteskes Verwirrspiel zwischen einem Kommandanten und einem Schauspieler als KZ-Häftling konzipiert. „Da sich die beiden Figuren zum Verwechseln ähneln, befiehlt der Kommandant dem gefangenen Schauspieler vor der Befreiung des Konzentrationslagers einen Rollentausch, damit er mit seiner hochschwangeren Frau flüchten kann“, fasst Wiegele den Inhalt kurz zusammen. Die Abbildungen von Wiegele sollen die ironische Abhandlung visuell bekräftigen. Im Zentrum steht die wechselseitige Austauschbarkeit zwischen den beiden Protagonisten. Diese zieht sich durch das literarische Werk wie auch durch Wiegeles Illustrationen wie ein roter Faden hindurch. Ihre Bildnisse geben die Ähnlichkeit der beiden Figuren wieder. Wobei immer wieder die gegenseitige Verbindung hervorgehoben wird.

Farben als Symbol der Zeit

Die Zeichnungen wurden dabei mit Graphit und Pastell gefertigt und schildern die bedrückende Stimmung der NS-Zeit. Die Farbgestaltung wurde der damaligen Zeit angepasst. „Das braune Papier symbolisiert die Zeit des Nationalsozialismus. Mir war es sehr wichtig, die Farben in besonderer Weise herauszustreichen. In diesem Zusammenhang nimmt auch die Kleidung eine wichtige Rolle ein“, betont die Illustratorin des Werkes. Die Farben sind sehr bestimmt gewählt, wie beispielsweise bei dem Häftlingsanzug, der mit seiner hellblauen Farbe all die Grausamkeit des Massenverbrechens in sich versammelt. „Man findet nur sehr schwer Worte, um die ins Mortons Buch behandelte Thematik des grausamen Massenverbrechens zu beschreiben. Man kann es nur begreifen, wenn man es selbst liest“, resümiert die Künstlerin. Persönlich hängen geblieben ist mir vor allem der Satz 'Die Asche in der Luft soll seine Berechtigung erhalten' aus dem Mund des Kommandanten. Es sind fürchterliche Worte, die mich tief in Inneren berührt haben.“, erzählt die Künstlerin nachdenklich.

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