"Gipfeltreffen" in Dellach: Infoveranstaltung zur Causa Gailtalbahn lockt 300 Interessenten an

Nur mehr bis Ende 2016 wird es die Gailtalbahn zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen geben
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GAILTAL (jost). Das Rauschen im medialen Blätterwald zum Thema Gailtalbahn hat ein Ende, jetzt werden Fakten auf den Tisch gelegt.
Die erste von insgesamt drei Info-Veranstaltungen zum neuen Öffentlichen Verkehrskonzept fand gestern auf Einladung von Landesrat Rolf Holub im Kultursaal der Gemeinde Dellach vor etwa 300 Interessierten statt.
Bürgermeister Hannes Lenzhofer: „Das zeigt für eine Gemeinde mit gerade mal 1.300 Einwohnern von großem Interesse, und beweist, dass es für uns eine überaus wichtige Angelegenheit ist.“

Grundsatzentscheidung

Für den grünen Kärntner Verkehrsreferenten sowie für die ÖBB (Christoph Posch) ist die Entscheidung für die Einstellung der Bahnlinie zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen mit Ende 2016 Fakt und bereits fixiert, aber für die Detail-Entwicklung der Alternative Bus im oberen Gailtal sind alle Bewohner eingeladen, bei den jetzt anlaufenden Info-Veranstaltungen ihre Wünsche und Ideen einzubringen.
Holub: „Da gibt es kein Zurück mehr. Die Verträge zwischen den ÖBB und dem Land Kärnten sind im Fertigwerden. Die S4 Villach-Hermagor wird bis 2020 mit einer Investitionssumme von annähernd 25 Mio.Euro zügig ausgebaut und elektrifiziert, sie soll künftig im Stundentakt verkehren. Genau dazu passend wird ein modernes Bus-Netz eingerichtet, mit dem das gesamte obere Gailtal mit dem Lesachtal, aber auch die Destinationen Gitschtal, Egg-Paßriach, Würmlach und Oberdrauburg im Stundentakt abdeckt.“

Kundenbefragung

Die von Moderator Gerald Hackl präsentierte jüngste Kundenbefragung zeigt eine erste Stimmungslage über den Ist-Stand der Befindlichkeiten und Wünsche von Bahnkunden auf der Strecke zwischen Hermagor und Kötschach-Mauthen.
Demnach beklagen 56% der Befragten eine Zugangszeit bis zum Bahnhof von mehr als sechs Minuten, was sich bei der Alternative Bus deutlich verkürzen würde. Etwa 73% sagen, dass sie künftig mit dem Bus gleich oft oder sogar öfter fahren würden.
Im Ranking der wichtigsten Anforderungen an das Verkehrsmittel Bus liegen die Kundenwünsche „ausreichendes Sitzplatz-Angebot, moderne Fahrzeug-Ausstattung mit W-LAN sowie gute Anschlüsse mit geringen Wartezeiten“ ganz vorne.

Parameter

Die Rohfassung des Verkehrskonzeptes Oberes Gailtal wurde anschließend von Toni Matosic (humanimpact) detailliert dargestellt. Dabei wurden folgende Planungsvorgaben berücksichtigt:
Priorität und Planungsziel war eine umfassende Verbesserung für Pendler und Schüler in der Region. Erreicht werden diese Ziele durch entsprechend effiziente Bahn/Bus-Knoten in Hermagor und in Oberdrauburg sowie durch Bus-Knoten in Kötschach-Mauthen und Weißbriach. Jedenfalls soll für alle Benützer des Öffentlichen Verkehrs das bisherige Angebot gleich bleiben oder sogar verbessert werden; gleiches gilt für den Kindergartenverkehr.

Diskussion

Bei der anschliessenden Diskussion wurden die Repräsentanten des neuen Verkehrskonzeptes mit zahlreichen und vielfältigen Publikumsfragen überschüttet, die naturgemäss nur zum Teil und in Ansätzen von Landesrat Rolf Holub, Christoph Posch (ÖBB-Pressesprecher) und Christian Themeßl-Huber (Geschäftsführer Mobilbüro Hermagor) beantwortet werden konnten.

Bezirkshauptmann Heinz Pansi erwartet sich im Falle der Umsetzung des vorgelegten Konzeptes jedenfalls eine transparente und nachvollziehbare Harmonisierung der Preisgestaltung auf Basis der aktuell gültigen ÖBB-Tarife.
Dazu Christoph Posch: „Das ist für uns genau so angedacht; es wird für die Kunden Einzel- und Mehrfach- sowie Zeit-Tickets geben, mit denen man klarerweise sowohl die Bahn als auch die Busse benützen kann.“

Mehrfach war aus dem Publikum auch die Frage nach Lösungen für Radfahrer zu hören. Dazu erklärte Christian Themeßl-Huber, dass es in den großen Bussen kein Problem bereitet, bis zu etwa sieben Fahrräder aufnzunehmen. Und für höhere Anforderungen gibt es Fahrrad-Anhänger.

Walter Köstl, Schulleiter der Neuen Mittelschule Kötschach-Mauthen, richtete für seine täglich etwa 150 Fahrschüler die dringende Bitte an die Verantwortlichen, bei der Detailplanung des Verkehrskonzeptes sowohl auf die Terminkonzentration bei Schulbeginn als auch auf die gestaffelten Schulschluss-Zeiten nach dem Unterricht zu achten.

Christopher Gruber, NLW-Geschäftsführer, bat ebenfalls, im Zuge der Detailarbeit bei der endgültigen Planung daran zu denken, dass die Bedürfnisse der für unsere Region so wichtigen Touristen erfüllt werden müssten. Hier dürfe man keinesfalls dilettantisch oder kleinlich vorgehen.

Als wesentlichen Punkt bei der Umsetzung des Verkehrskonzeptes sieht Bürgermeister Siegi Ronacher auch die Ausarbeitung von langfristigen Verträgen mit den Bus-Unternehmern, und stellt sich in diesem Zusammenhang mindestens Laufzeiten von 15 Jahren vor.

Aufgabenliste

In einer abschliessenden Fragerunde bat Holub das Saalpublikum noch um Anregungen und Wünsche, die man im Zuge der weiteren Vorbereitungen des Verkehrs-Konzeptes gleich bei der Planung berücksichtigen will, wobei sich folgende Schwerpunkte herauskristallisierten:
Keine Zusatzkosten für die betroffenen Gemeinden.
Permanenter Kommunikations- und Entwicklungsprozess.
Über Ideen zur Nachnutzung der Geleise nachdenken.
Unbedingt Befragungen auch bei (noch) Nicht-Bahnkunden.
Nur Mobilität in den Raum stellen, die auch wirklich genutz wird,
damit nicht leere Züge und leere Busse durch die Gegend fahren.

Weitere Termine

Die nächsten Informationsveranstaltungen finden wie folgt statt:
Montag 22.Februar in Kirchbach und Dienstag 23.Februar in Kötschach-Mauthen.

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