wenn der Zusatz "Freund und Helfer" wieder wortwörtlich genommen werden darf
Glauben Sie an das Gute? - ich rate Ihnen, tun Sie es!

Einfach haben wir es ja alle derzeit nicht. Corona fegt seit Wochen über den Globus und auch ins Land.  Man liest von Hamsterkäufen anstatt für alle etwas übrigzulassen, damit auch für alle etwas da ist. Der Nahe Osten kommt seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe, man weiß nicht, was die Börseneinstürze an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen nach sich ziehen werden. Irgendwie ist dieser Winter nun wirklich um einiges wärmer, die Stürme und der Borkenkäfer häufen sich und die Angst vor zu viel Trockenheit für unsere Ernten. Wer kann schon verifizieren, welche Nachrichten auf Tatsachen beruhen und welche sind sogenannte Fake-News?  Wem oder was kann man also noch trauen? Und glaubt man selbst noch daran, dass irgendwo noch "Gutes" in uns als Menschheit so ganz allgemein schlummert, oder müssen wir immer mit dem "Schlimmsten" rechnen?

Nun. Ich bin Skeptikerin. Und sehr vorsichtig, was meine Prognosen betrifft, wie es um die Verfasstheit der Menschheit bestellt ist.  Meine Ahnungen mäandern eher im Düsteren.
Seit gestern Abend jedoch weiß ich, ich liege völlig falsch. Und von diesem unverhofften Glück, das meine trüben Ansichten ohne Vorwarnung ins Gegenteil verkehrt hat, möchte ich kurz erzählen:

Gestern Abend  sitze ich bequem in meinem Auto. Gerade ging ein Bewegungskurs in der Stadthalle Schrems zu Ende. Eine Freundin aus Wien ruft an, die neue Corona-Verordnung hat Auswirkung auf ihr Kulturinstitut... wir haben viel zu erzählen.
Ich habe das Scheinwerferlicht schon an. Das Plaudern dauert, wegen der neuen Situation. Verständlich, das kennen wir ja alle so noch nicht, was tun, wie reagieren? Als wir einander nach intensiverer Abwägung verabschieden, starte ich dann den Wagen. Und er hustet ein wenig, um gleich darauf mit einem schweren Seufzer auszugehen. Nach nochmaligem Prüfen ist klar: Das bleibt so. Ein paar kleine Huster, ein langer Stoßseufzer, Licht aus. Keinen Millimeter wird er sich bewegen. 

Alles kein Problem. Gleich folgt der Griff zum eben noch so ausführlich benutzten Handy. Und dann kann man ja genau die Menschen anrufen und nett fragen, mit denen man gerade ein wenig trainiert hat. Kann man. Wäre da nicht der untrügerische Balken, der den Akkustand anzeigt. Und daneben deutlich 2 % und dann, jetzt gleich, in der nächsten Sekunde, ganz ohne irgendwo zu läuten und jemanden sprechen zu können: auch das Mobiltelefon ist mucksmäuschen still.Was also tun? Die Gaststätte leuchtet in dunklem Schwarz, dort ist kein Mensch.

Es ist Dienstag Abend, kurz nach 20:00 Uhr. Leichter abendlicher Nieselregen tropft an die Autoscheiben. Kein Mensch in Sicht. Aber der Stadtplatz ist ja gleich um die Ecke. Vielleicht ist ja noch jemand in der Gemeinde? Manchmal wird dort ja sehr lange gearbeitet. Den Schal ein wenig enger um den Hals gelegt, flotten Schritts stehe ich dann auch vor einem wunderschönen aber ebenso stockdunklen Rathaus. Aber daneben, da ist die Polizeiwache und dort ist: Licht!

Was sagt man denn gleich zu dem Polizisten, der öffnen wird, während der Finger schon auf die Nachtklingel drückt? Naja. Also, dass das Auto steht, man aber nur den ARBÖ anrufen müßte, denn die würden helfen, das Handy leider nicht aufgeladen sei ( ist das alles peinlich!). Also, man müsse nur telefonieren, wenn das denn ginge.

Mit einem vorausgeschickten fröhlichen "i kumm glei" öffnet wenig später ein für die Uhrzeit und den ungemütlichen Regen veblüffend gut gelaunter Mann in Uniform die Tür. Ohne auch nur irgendein Erstaunen oder etwa abschätziges Stirnrunzeln heißt es: "Das haben wir gleich.  Wo stehst du denn? Ich hol mein Auto und die Starterkabel"

Und schwupps, finde ich mich als Zivilistin völlig deliktfrei in einem Streifenwagen wieder. Bei meinem Auto angekommen wird  dieses wieder seiner Urbestimmung ( fahrens solls, sonst brauchts nix!) zugeführt. Und das wars dann auch schon.

Mein Auto knattert schon fahrbereit im Stehen. Ob er morgen Dienst hat, will ich noch wissen? Nein, nein schmunzelt mein "Retter", morgen geht er dann heim und schläft erstmal aus von der Nachtschicht. "Ich stell euch einen Kasten Bier rein" versuche ich meiner unendlichen Dankbarkeit ob dieser spontanen, großzügigen und unaufwändigen Hilfe Ausdruck zu verleihen. Er winkt lächelnd ab: "Ich trink kein Bier. Das paßt schon so."

Nun denn. Dann eben auf diese Weise! Mein kleiner schriftlicher Dank an den wunderbaren diensthabenden Polizisten in Schrems, gestern am 11. März 2020, der mir nicht nur die Heimfahrt ermöglicht, sondern den Glauben ans "Gute" so selbstverständlich und unerwartet zurückgegeben hat. Ich proste gern auch virtuell mit Hollersaft ! DANKE

Autor:

e. m. aus Gmünd

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