Zukunft ungewiss
Gmünder Strandbad steht vor dem Verkauf

Die SP-Stadträte Christian Rupp, Thomas Miksch und Michael Bierbach im Strandbad.
  • Die SP-Stadträte Christian Rupp, Thomas Miksch und Michael Bierbach im Strandbad.
  • hochgeladen von Bettina Talkner

GMÜND. Noch herrscht gähnende Leere, sobald das Wetter mitspielt, wird sich das aber schlagartig ändern: Das Gmünder Strandbad ist für den Ansturm jedenfalls gerüstet – etwa wurde der Kiosk soeben durch eine Überdachung aufgewertet. Nichts deutet darauf hin, dass die Zukunft des beliebten Badeareals in Gefahr sein könnte – doch möglicherweise ist genau das der Fall. Denn der Besitzer, die Breitenseer Karl Wurz GmbH, von der die Stadt das Areal um 4.000 Euro pro Saison gepachtet hat, ist insolvent. Zwar läuft der Pachtvertrag eigentlich noch bis 2024, das Strandbad soll nun aber vorzeitig an einen neuen Eigentümer verkauft werden. "Die Stadt steht kurz davor, dass sie das Strandbad in den Sand setzt", bangt SPÖ-Stadtrat Thomas Miksch. Denn bisher wurde von ihr kein Kaufangebot gestellt.

Stadt will weiter pachten

"Wir gehen davon aus, dass wir mit dem neuen Käufer wieder einen Pachtvertrag vereinbaren können. Sobald wir es offiziell wissen, werden wir mit ihm in Verbindung treten", äußert sich VP-Bürgermeisterin Helga Rosenmayer auf Anfrage der Bezirksblätter. Die SPÖ ist da weniger optimistisch, denn der einzige Interessent soll aktuell ein anderer Sandgrubenbetreiber sein. Inoffiziellen Informationen zufolge soll es sich um die Firma Lasselsberger handeln, die dazu momentan aber keine Stellungnahme abgeben möchte. Wird der Abbau im Strandbad tatsächlich reaktiviert, könnte das jedenfalls das jähe Ende für den Badebetrieb bedeuten.

Im Bad stecken 450.000 Euro

Das Strandbad liege Rosenmayer sehr am Herzen, neben ihr betont auch Vizebürgermeister Hubert Hauer (AfG), den Betrieb aufrecht erhalten zu wollen. Die Bürgermeisterin bittet aber auch um Verständnis: "Es ist natürlich so, wir können nicht hopp oder dropp ein paar Hunderttausend Euro hergeben. Das muss zuerst überlegt und mit allen Fraktionen besprochen werden." Konkret wäre eine Summe von 370.000 Euro im Raum gestanden. Miksch, der der ÖVP auch vorwirft bisher eben keine ausreichenden parteiübergreifenden Gespräche geführt zu haben, hätte diese Investition für die Gmünder befürwortet. Denn seit 2014, als das Strandbad eröffnet wurde, wurde mit 450.000 Euro beinahe eine halbe Million investiert. Etwa in die Schaffung der notwendigen Infrastruktur oder in Naturschutzmaßnahmen, denn das Areal ist Lebensraum der gefährdeten Kreuzkröte, Knoblauchkröte, des Springfrosches und der Gelbbauchunke. Wird der Sandabbau wieder aufgenommen, könnten die Auflagen zu deren Schutz laut Miksch wieder Nichtigkeit erlangen.

Helga Rosenmayer verspricht indes, an der Sache dranzubleiben: "Wir warten jetzt, bis Herr Wurz aus dem Urlaub zurück ist, um Gespräche führen zu können. Wir wollen das Strandbad auf keinen Fall verlieren!"
Auch für die Bezirksblätter war bei der Breitenseer Firma bis Redaktionsschluss leider niemand erreichbar.

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