Bezirk Gmünd
Gschichtln aus dem Nacht-Taxi

In einer Samstagnacht während der Ballsaison schickt W4 Taxi-Chef Anton Krapf neun Fahrer los. Jeder von ihnen schafft zehn Fahrten.
  • In einer Samstagnacht während der Ballsaison schickt W4 Taxi-Chef Anton Krapf neun Fahrer los. Jeder von ihnen schafft zehn Fahrten.
  • Foto: W4 Taxi
  • hochgeladen von Bettina Talkner

Wer zu tief ins Glas geschaut hat, zeigt sich gerade im Taxi nicht immer von seiner besten Seite.

BEZIRK. Ein Ball hier, ein Gschnas dort – der Bezirk Gmünd ist in Feierlaune. Zu späterer Stunde sind sie gefragt, unsere Taxifahrer, die die Partygäste stets sicher nach Hause bringen und dabei ganz schön viel erleben. Die Bezirksblätter haben ihre besten Geschichten in Erfahrung gebracht.

Das Gmünder W4 Taxi, das auch in den Bezirken Waidhofen und Zwettl fleißig unterwegs ist, fährt in einer Samstagnacht während der Ballsaison locker 90 Mal aus. Betreiber Anton Krapf erinnert sich an einen Passagier, der nach Rottenbach wollte. Er setzte ihn in Rottenbach bei Hirschbach ab, der Fahrgast sagte ihm sogar noch, wo er halten solle. Ein paar Minuten später läutete Krapfs Handy. "Du, ich bin im falschen Ort", so die angeheiterte Stimme, denn wie sich herausstellte, war das eigentliche Ziel Rottenbach im Bezirk Zwettl. Manche Pärchen wiederum verwechseln den Taxirücksitz gerne einmal mit ihrem Schlafzimmer. Die Szenen, die sich abspielen, bleiben nicht immer jugendfrei. Fast alle Fahrgäste denken, sie seien auf einem Marktplatz gelandet, denn sie feilschen, was das Zeug hält. "Handeln gibt es nicht, wir haben eine Registrierkasse und fixe Fahrpreise", reagiert der 33-jährige Taxi-Chef.

Dampf ablassen im Taxi

Maria Haider aus Vestenpoppen ärgert sich, wenn ein Fahrgast am Zielort bemerkt, kein Geld dabeizuhaben. „Dann hat er gesagt: ‚Ich muss schnell hinein zu den Eltern Geld holen’ und ist aber verschwunden. Ich weiß ja nicht, wo die Leute wirklich wohnen“, so die Taxiunternehmerin. Auch mutwillige Zerstörung im Auto sei schon vorgekommen. „Da wurden die Kopfstützen abmontiert und irgendwo weggeworfen. Weil es dunkel war, habe ich das zu spät bemerkt“, bedauert Haider. Aber das sind nur ein paar Negativbeispiele. Die meisten Fahrten würden einwandfrei funktionieren. Außerdem seien Fahrgäste, die sich übel benommen hätten, dann und wann am nächsten Tag sogar reumütig geworden und hätten den Schaden ersetzt.
Tamara Berger, von Taxi Berger aus Göpfritz an der Wild, ist mit ihrem Team mit vier 8-Sitzer-Fahrzeugen unterwegs. Immer wieder kommt es vor, dass trotz Bestellung niemand zum Abholen bereitsteht: "Das ist natürlich für die Fahrer dann sehr ärgerlich.“

Polizei zeigt immer Präsenz

Im Bezirk Gmünd vergeht kein Monat ohne Schwerpunktkon-#+trollen oder ein Planquadrat – an der Häufigkeit dieser ändere sich laut Bezirkspolizeikommandant Wilfried Brocks auch während der Ballsaison nichts. "Wir sind mit unserer Streifendichte über das ganze Jahr hinweg gut aufgestellt und zeigen Präsenz", führt er aus. Die Zahl der Personen, die betrunken hinter dem Steuer erwischt werden, sei das ganze Jahr über gleichbleibend. "Man muss dabei durchaus sagen, es handelt sich um keine sehr hohen Werte, die Zahl ist überschaubar. Ich habe generell den Eindruck, dass die Kavaliersdelikt-Mentalität abgenommen hat. Das unterliegt einem Wandel der Generationen", ist Brocks froh.

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