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Kirchberg wandelt auf den Spuren von Robert Hamerling

Bürgermeister Karl Schützenhofer mit der Literaturwissenschaftlerin Gabriele Reimann vor dem Hamerling-Stiftungshaus in Kirchberg.
  • Bürgermeister Karl Schützenhofer mit der Literaturwissenschaftlerin Gabriele Reimann vor dem Hamerling-Stiftungshaus in Kirchberg.
  • hochgeladen von Bettina Talkner

Die EU vergisst nicht auf die Kultur: Förderung ermöglicht Kirchberg, bis Ende 2020 zu forschen.

KIRCHBERG. Bis heute sind Gassen, Straßen, Brücken, Säle, Höfe, Wege und Denkmäler nach Robert Hamerling benannt. In Zwettl gibt es sogar einen „Gasthof zum Dichter Robert Hamerling“. Doch wer die Person hinter diesem prominenten Namen wirklich war, ist zunehmend in Vergessenheit geraten. Hier setzt das noch bis Ende 2020 laufende Projekt "Robert Hamerling und das kulturelle Erbe von Kirchberg" an. Unterstützung kommt im Zuge einer LEADER-Förderung vom Land Niederösterreich und der Europäischen Union, die die Kultur in unserer Region immer wieder fördern. Ein Beispiel an dieser Stelle ist etwa auch die vom Kulturverein Schloss Weitra initiierte Sonderausstellung "Dampf & Diesel".

3.000 Bücher im Stiftungshaus

Doch zurück zu Robert Hamerling: Der Dichter wurde 1830 in der Gemeinde Kirchberg am Walde geboren. Das imposante Stiftungshaus erinnert noch an ihn. Das Durchforsten seiner darin aufbewahrten Sammlung an Büchern ist keine leichte Aufgabe. "Hamerling war sehr gebildet und hat viele Sprachen gesprochen. Er war Gymnasialprofessor für Latein und Griechisch und hat außerdem Spanisch, Englisch, Französisch, Arabisch und Persisch gesprochen", so die mit dem Projekt beauftragte Literaturwissenschaftlerin Gabriele Reimann aus Hollenstein. Der größte Teil Hamerlings schriftlichen Nachlasses befindet sich in der steiermärkischen Landesbibliothek in Graz, mit der ebenfalls kooperiert wird.

Hamerling ins richtige Licht rücken

Für Bürgermeister Karl Schützenhofer nimmt vor allem die Aufklärung über die tatsächliche Gesinnung Hamerlings einen hohen Stellenwert ein. Denn heute taucht der Name des Dichters immer wieder in Verbindung mit Georg von Schönerer auf. Dieser hatte von 1879 bis zur Jahrhundertwende Bedeutung als Führer der Alldeutschen Vereinigung. "Hamerling wollte sich eigentlich nicht für parteipolitische Interessen vereinnahmen lassen, aber Schönerer war das egal. Er hat versucht, die Popularität von Hamerling für seine Bewegung auszunutzen", erklärt Gabriele Reimann. Schönerer war es auch, der das Hamerling-Stiftungshaus erbaut hat – allerdings erst nach dessen Tod. "Bis jetzt bin ich der Meinung, und ich glaube, das wird auch so bleiben, dass Hamerling vereinnahmt worden ist."

Das wird aus den Ergebnissen

Die im Zuge der Studie gewonnenen Erkenntnisse über den Dichter und seine Verbindung zu Kirchberg werden zu einem Vermittlungsprogramm verarbeitet. "Wir werden schauen, wie man diese Person für die Menschen interessant machen kann." Ansätze sind ein historischer Rundgang mit Geocaching sowie ein "Museum in der Kiste". Letzteres ist soeben fertig geworden. Interessierte Volksschulen können sich bei Gabriele Reimann dafür anmelden (gabriele_reimann@hotmail.com). Geeignet ist das "Miniaturmuseum" mit Inhalten zum Angreifen für 3. und 4. Klassen. Außerdem informiert die Expertin Interessierte im Rahmen einer Vortragsreihe: Der nächste Vortrag ist für den 22. März geplant.

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