Leserbriefe zu: Pilz als Baum-Killer

Allee pro & contra
(Zum Artikel „Pilz als Baumkiller, Allee als Opfer“ vom 25. Jänner 2011)
Sehr geehrte Damen und Herren,
Es mag sein, dass um diese Allee viel gestritten wurde, aber nicht vorrangig, wie in dem Artikel geschrieben, wegen zu Schrott gefahrener Seitenspiegel, sondern aus dem ganz einfachen Grund, dass diese Allee vielleicht zum Anschau‘n recht nett war, aber für die PKW- und LKW-Fahrer einfach gefährlich. Die Bäume standen direkt neben der Fahrbahn, was ja auch zu mehreren Verletzten und Toten geführt hat.
Da wir im Waldviertel in der glücklichen Situation sind, genug Wald um uns zu haben, ist es nicht unbedingt notwendig, Bäume direkt neben der Fahrbahn zu haben.
Wenn einem als PKW-Fahrer ein LKW entgegenkam, bekam man schon ein mulmiges Gefühl aus Angst, an einem Baum zu „kleben“.
Im Winter war natürlich die Situation noch viel gefährlicher.
Im Gesamten gesehen sind sicher sehr viele Menschen (und nicht nur die LKW-Fahrer!) dankbar, dass diese Bäume gefällt wurden. Unter anderem sicher auch der letzte Schwerverletzte, der mit seinem Wagen gegen einen dieser Bäume krachte.
Zu dem Thema der Straßenverbreiterung wäre noch zu sagen, dass dies sicher eine gute Idee wäre. In Hoheneich bei Fa. Backhausen wurden Abfahrten und Abbiegespuren für eine Handvoll Autofahrer um Kosten in Millionenhöhe gebaut. Da sollte auch das Budget für eine Straßenverbreiterung vorhanden sein, bei einer Straße, die Hauptverkehrsstrecke ist und von mehreren hundert Kraftfahrern täglich benutzt wird.

Gerhard Decker, Limbach, via e-mail
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Sehr geehrte Redaktion!

Ich vertrete auch die Meinung, dass die ursprüngliche Allee auf dem Straßenstück zwischen Kirchberg und Limbach ein prägendes Landschaftselement war. Dass die Bäume aufgrund einer Pilzerkrankung zu fällen waren ist mit Sicherheit ein Vorwand, denn nur die Bäume östlich der Straße wurden vollständig gefällt und auf der Westseite gegenüber steht der Großteil ja weiterhin.

Auf der Westseite ist übrigens der Grundstücksanrainer über eine weite Strecke die Gutsverwaltung Fischer-Ankern, die bei einer Straßenverbreiterung auf einer großen Länge ihren Grundbesitz (in solchen Fällen meist billig) abzutreten hätte. Da lässt man natürlich gerne den Anrainern auf der anderen Seite den "Vortritt". So gesehen dürfte die Straßenverbreiterung auf der Ostseite schon ziemlich lange geplant sein und es hängt nurmehr vom Straßenbaubudget ab, wann diese Verbreiterung stattfindet.
An und für sich war für die LKW ja die Ausweichroute über Vitis vorgesehen, jedoch in Zeiten steigender Treibstoffpreise (und auch wegen einger enger Ortsdurchfahrten dort) war dieser Umweg offensichtlich nicht attraktiv genug. Eine Zeit lang war die Ausweichroute ein willkommenes Argument, um den Ausbau dieser Strecke zu befürworten und voranzutreiben. Jetzt wechselt man die Pferde um auch die andere Richtung auszubauen.

Ich denke, dass wie so oft bei solchen Themen möglichst alle Argumente aller Seiten in der Berichterstattung angeführt werden sollen, um nicht unnötig die Gemüter zu erhitzen und um die Dinge neutral darzustellen, wie z.B.:

- wenn die LKW aus Rücksicht auf ihre Fahrzeugspiegelung den Bäumen zu weit ausweichen und ein PKW würde gerammt oder abgedrängt mit Personenschaden, würden auch die Wogen hochgehen (Personenschutz hat Vorrang vor Naturschutz) ...dann wären die Naturschutz-Politiker schuld und die Bäume würden noch schneller entfernt
- die Esche ist keine aussterbende Baumart bzw. Krankheiten gibt es z.B. auch bei Kastanien
- ein unabhängiges Gutachten je Baum zur Bestätigung von Pilzbefall wäre kein Fehler gewesen
- billiger Brennmaterial-Nachschub von den Straßenmeistereien ist ev. dem Fernheizwerk im Access Park jederzeit willkommen
- auch eine vorläufig einreihige Allee ist immer noch attraktiv
- die bestehenden Eschen sind keine Uralt-Exemplare (wurden schon bisher oft erneuert, vermutlich auch wegen Asphaltschäden aufgrund der Wurzeln und auch das Streusalz tut den Bäumen nicht gut)
- ein mehrteiliger LKW-Fahrzeugspiegel inkl. Montage ist bestimmt nicht billig (schätzungsweise EUR 1.000,-) und die Kosten werden indirekt den Kunden aufgeschlagen (...die Kasko-Versicherungen zahlen auf Dauer eher nicht)
- nach einer Straßenverbreiterung können Baumarten gewählt werden, die "pilzresistenter" sind und ev. weniger Asphaltschäden verursachen (keine Flachwurzler)
- andere Baumarten könnten natürlich schon jetzt gepflanzt werden, aber alle Beteiligten scheinen in Warteposition zu sein
- wenn entsprechend große Pflanzbäume gesetzt werden, ist das Landschaftsbild in wenigen Jahren wieder hergestellt
- breitere Straßen können verkehrssicherer sein. Ob man damit dem Waldviertel dienen will oder nur für die zentralen österreichischen Wirtschaftsräume schnelle Durchzugstraßen in Richtung der verlängerten Werkbänke und billigen Rohstoffe in Tschechien etablieren will, bleibt fraglich
- Naturschutzthemen sind auch ein beliebter politischer Spielball, wo man der einen Seite übertriebenen Lobbyismus und der anderen Seite Versäumnisse vorwerfen kann
- nicht zuletzt: zum Naturschutz gibt es genauso wie beim Tierschutz zwei gedankliche Zugänge: die einen wollen tatsächlich Natur und Tiere schützen und die anderen machen es oft nur deshalb, weil sie die Menschen kritisieren wollen oder sich selbst als Gutmenschen darstellen wollen.

Letzten Endes sollte es möglich sein, wieder alle Beteiligten inkl. der betroffenen Bevölkerung an den virtuellen Verhandlungstisch zu bringen und solche Naturschutz-Probleme nicht überzubewerten.
Aus politischer Überlegung werden auch gerne kleine Probleme hochgespielt um unangenehme Dinge zu überdecken, wie z.B. die Leistungskürzungen und Steuerhöhungen, die in Kürze präsentiert werden.

Mit freundlichen Grüßen

Albert Schwaiger

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