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Reparieren statt wegwerfen - Workshop im Gasthaus Klein

Elektronik-Techniker Franz Spreitz mit Wirt Ewald Klein, Leoopold Havelka und dessen doch nicht zum Tode verurteilten Bildschirm, den defekte Elkos um wenige Euro (noch) schwarz bleiben lassen.
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  • Elektronik-Techniker Franz Spreitz mit Wirt Ewald Klein, Leoopold Havelka und dessen doch nicht zum Tode verurteilten Bildschirm, den defekte Elkos um wenige Euro (noch) schwarz bleiben lassen.
  • Foto: Foto: Michael Mikscha
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UNSERFRAU (mm). "Wie kommt man da bloß rein?" Diese von Franz Spreitz beim Reparatur-Workshop am 16. November gestellte Frage dürfte wohl vor vielen Versuchen stehen, Elektro-Gegenstände zu reparieren. So auch beim Computerbildschirm von Leopold Havelka, dem der gelernte Elektroniker Spreitz tatkräftig und erfolgreich zu Leibe rückte. Denn auch wenn der Bildschirm das Lokal von Wirt Ewald Klein genauso schwarz wie vorher verließ, so war klar: Eine Reparatur würde nur wenige Euros kosten!

Safety first

Bevor Sie nun begeistert den Schraubenzieher zücken und sämtlichen Elektroteufeln im Haus den Garaus machen wollen: Achtung! Schnell wurde klar, dass Fachwissen, eine Portion Geschick und Geduld dazu gehören, Elektrogeräten neues Leben einzuhauchen. Aber wichtiger ist die Sicherheit. Stromzufuhr unterbrechen, darauf achten dass die "tote Steckdose" nicht plötzlich wieder Strom führt und und und. Egal ob nun im Haus kein Strom aus der Dose kommt oder das Netzteil vom E-Bike spinnt, unbedachte Reparaturen können lebensgefährlich sein! Neben dem passenden Werkzeug gehört Wissen um Stromflüsse zu den Grundlagen im Kampf gegen die Obsoleszenz.

Das muss hin werden?

Es scheint als ob immer mehr Geräte ein Ablaufdatum haben. Ein Schelm wer Böses denkt, wenn die Waschmaschine gleich nach Ablauf der Garantiezeit den Geist aufgibt. Das traf wohl auch auf den LED-Strahler eines Teilnehmers zu. Nach der Demontage wurde klar, dass der defekte Elektrolytkondesator zwar ein Euro-Artikel wäre, aber in Plastik vergossen ist: Frust statt Reparaturlust. Dem ist aber nicht immer so, beruhigte Franz Spreitz, der schnell eine Schleifmaschine zum Gehen brachte indem er eine verschmutzte Motorkohle reinigte: Da ging der Mülleimer leer aus.

Kleiner Fehler, große Wirkung!

"90 Prozent der Ursachen für Defekte sind Kabelbrüche, desolate Lötstellen und Kondensatoren - das kriegt ein versierter Bastler durchaus selbst wieder hin", so Spreitz. Und demonstrierte dies anhand eines E-Bike-Ladegerätes, das neu rund 40 Euro kosten würde, jedoch vielen Fällen um weniger als 10 Euro repariert werden könne. Ein geknicktes Kabel ist schnell ausgewechselt und mit einem Meßgerät sowie Lötkolben und Bauteilen vom Elektronikversand können kleine Helfer des Alltags vor dem Wegwerfen gerettet werden. Man muss es eben nur wollen, aber neben dem Erfolgserlebnis wenn man es eben doch geschafft hat kommt nicht unwesentlich der Umweltaspekt hinzu: Die Müllberge würden schrumpfen, wenn man hin und wieder den Profi ranließe und nicht gleich ein neues Gerät kaufen würde.

Die Marke macht es nicht immer aus!

Leichter haben es die Käufer von Markengeräten, Ersatzteile sind einfacher erhältlich und der höhere Kaufpreis kann sich im Schadensfall durchaus rechnen. Doch auch Käufer von "No-Name-Geräten" müssen nicht verzweifeln, mit etwas Geduld findet man auch hier das richtige Ersatzteil, denn oftmals sind diese Geräte einfach nur "billige" Ableger eines Markenproduktes und purzeln im selben Werk vom Band wie der teurere große Bruder. Fazit: Wer nicht mit der "Ich-will-es-gleich-Mentalität" behaftet ist, trägt aktiv etwas zum Umweltschutz bei, und das hat Leopold Havelka mit seinem Marken-Bildschirm auch vor: "Jetzt weiß ich ja was kaputt ist, ich probiere es auf jeden Fall! Das Werkzeug hab ich und mehr als hin werden kann das Trumm eh nimmer", schmunzelte er, als er den Heimweg mit einem Sack voller Bildschirmteile und einer Riesenportion Know-How antrat.

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