Sexmythen von Alexandra Meixner

Fotos: © Jungmann
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Männer und Frauen sehen das Thema "Sexualität" – no na ned – aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Daher wollen Ihnen die BEZIRKSBLÄTTER auch beide Sichtweisen des Kabarett-Abends "Sexmythen" von Gynäkologin Alexandra Meixner in Harmanschlag nicht vorenthalten. Lesen Sie im Anschluss die Auseinandersetzung mit dem Gesehenen und Gehörten aus dem Blickwinkel von BB-Mitarbeiter Gerhard Reimann und BB-Redakteurin Eva Jungmann.

Alexandra Meixner: Männer & Frauen passen nicht zusammen!

Gynäkologin Alexandra Meixners untermauert im Rahmen eines herrlich-witzigen Kabarett-Abends ihre Behauptung sachlich und schlägt konstruktive Lösungsmöglichkeiten vor

HARMANSCHLAG. Wie man diesem Naturgesetz – nämlich dem Nichtzusammenpassen“ von Männlein und Weiblein – ein Schnippchen schlagen kann, und welche Mythen rund um Sex & Partnerschaft kursieren, nahm Gynäkologin Alexandra Meixner witzig-ironisch und sehr informativ aufs Korn.

Im zum vierten Mal gesteckt vollen Saal des Harmanschläger VAZ betrat Alexandra Meixner, im Brotberuf Gynäkologin, liebenswert lampenfiebrig die Bühne.
Alleine durch die Eröffnung, sie wäre mit Leidenschaft Mechanikerin und Fernfahrerin geworden, hätte nicht ihr Vater einen strich durch die Berufswahl gemacht, hatte sie die Ohren und Herzen der Zuhörer im Sturm auf ihrer Seite. Es kam anders, auch der wunsch nach einer Kinderärztinnen-Ausbildung erfüllte sich nicht, dafür durfte sie ins stockkonservative und witzlose „Ländle“ zur Facharztausbildung zeitlich begrenzt auswandern (hier hatte sie ebenfalls den armen Vater als Fädenzieher im Hintergrund im Verdacht).
Erfolgreich zurück gekehrt, stolperte sie über gezielte, verschämt vorgetragene Fragen über Sexualität und damit zusammenhängenden Problemen verschiedener Patientinnen. Weil das erfolgreiche Beantworten dieser spezifischen Fragen eher einem gefühlten Lotteriespiel glich, begab sich Alexandra Meixner erneut nach Vorarlberg, um eine Zusatzausbildung in Sachen Sexual- und Paartherapie zu absolvieren.
Der Einleitung rund um den persönlichen Werdegang, folgte ein anschaulicher Anatomievortrag, wobei das Mikrofon schon mal als Penisersatz herhalten musste. Das Publikum bog sich vor Lachen.
Wussten Sie beispielsweise, dass der Anatomie zufolge, Männer über L-förmige Penisse verfügen sollten, um optimale weibliche Befriedigung erwirken zu können? Meixner erläuterte einer amerikanischen Studie folgend weiters, dass es, ehe die Erregungskurve einer Frau ihren Höhepunkt erreicht habe, durchaus 45 Minuten dauern könne, bei Männern wäre das Thema innert fünf Minuten abgehandelt. Daher sparte die mehrfach-begabte Ärztin nicht mit praktischen Tipps, wie dieses Zeitmanagements-Ungleichegewicht ausgelichen werden und das „Nicht-Zusammenpassen“ umgekehrt werden könne.

In diesem Stil galoppierte der kabaretistische Lehr-Vortrag bis zur Pause atemlos dahin. Im Tagesgespräch tunlichst vermiedene, peinlichste Themen rund um Sex und dessen Problemfelder „entrötete“ Alexandra Meixner mit köstlichem Wortwitz, dazupassender Mimik und akrobatischen Verrenkungen.

Nach der Pause ging es den Mythen an den Kragen, allen voran dem, dass Sex mit Leistung gleichzusetzen sei, auch die vermeintlich notwendige Frequenz wurde drastisch nach unten revidiert. Den Aufruf, einen zunehmend fader werdenden Gänseblümchen-Sex mittels Phantasie wieder aufpeppen, Stichwort „rosa Gummistiefel“ oder „schwarze Garde-Soldaten-Fellmütze“, quittierte das nach knapp zwei Stunden nachhaltig „entpeinlichte“ Publikum mit brüllendem Gelächter.
Sämtliche Pointen hier wieder zu geben würde den Rahmen sprengen.

Daher ein Bezirksblätter-Tipp: sollten Sie die Gelegenheit haben, Alexandra Meixner live sehen zu können, versäumen Sie eher eine Papst-Audienz, als diesen Abend. Ihr persönliches Sexualleben wird es Ihnen danken.
Eva Jungmann

Sexualkunde der Extraklasse

Oder Sexualität als Ausdruck von körperlicher Kommunikation.

HARMANSCHLAG (ger). Männer und Frauen passen nicht zueinander, so Alexandra Meixner in ihrem Kabarett, aber es gibt Hoffnung. Die unterschiedlichen Zyklen bei den Geschlechtern fordern eben Kreativität für einen gemeinsamen Höhepunkt. Das Wort Geschlecht - da ist doch nichts schlechtes dran, ist doch etwas Schönes. Sie meint, dass zum Beispiel „Geguttigut“ viel besser klingt - tut ja auch gut.
Im Streifzug durch die Sexmythen wird klargestellt, dass Selbstbefriedigung eben nicht blind, blöd und taub macht, sondern für die persönliche Entfaltung förderlich ist.
Wer Sexualität mit Leistung gleichsetzt gerät leicht unter Druck und macht sich selbst Probleme. Sex bedeutet nicht nur Geschlechtsverkehr, sondern gegenseitige Befriedigung, die auf vielerlei Wegen erreicht werden kann. Der anfängliche „Gänseblümchensex“ wird nach einiger Zeit so fad und kann durch gemeinsame Phantasien neu erlebt werden. Wichtig ist Zeit für einander zu haben, ob mit oder ohne Sex.
Sie beschreibt das indische Tantra mit einer Reise über die Körperregionen bei denen nicht der direkte Weg zum Ziel führt, sondern viele kleine Stationen und Umwege.
Ein Kabarett mit viel Spaß noch im Anschluss.

Gerhard Reimann

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