Telefonieren kann tödlich sein!

BEZIRK (mm). 180 Meter im Blindflug. Diese Strecke legt man zurück, wenn man auf der Autobahn bei 130 km/h für fünf Sekunden eine SMS oder WhatsApp liest. Ablenkung am Steuer – also Telefonieren, Nachrichten schreiben sowie Essen und Trinken – ist der Grund für mehr als ein Drittel aller Verkehrsunfälle in Niederösterreich. Eine Untersuchung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit beweist: Die Reaktionszeit sinkt deutlich. Wer etwa ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, reagiert genauso langsam wie ein alkoholisierter Fahrer mit 0,8 Promille Alkohol – so wiederum der Verkehrsclub Österreich. Noch immer ist vor allem Telefonieren und SMSen am Steuer in den Köpfen vieler ein Kavaliersdelikt: Täglich werden in NÖ 60 Lenker von der Polizei ertappt. Die Dunkelziffer ist freilich viel höher. Experten schätzen, dass nur jeder 2.500ste erwischt wird. Dann sind allerdings 50 Euro fällig. Die BEZIRKSBLÄTTER haben sich im Bezirk Gmünd umgehört, ob sich die Autofahrer der Gefahr bewusst sind.

Handy am Steuer ist in!
Wer wachen Auges durch die Straßen marschiert, entdeckt Handyfonierer am Steuer an allen Ecken und Enden. Brummilenker manövrieren ihre oft sperrige Fracht, ins Gespräch vertieft, durch die engen Gassen, selbst Buschauffeure wurden schon vereinzelt telefonierend gesichtet. Wenn sich die Verantwortung für einen Bus voll Menschen mit der Ablenkung am Steuer verträgt, ist es für den PKW-Fahrer möglicherweise auch mit dem Verständnis für ein Telefonierverbot ohne Freisprecheinrichtung vorbei.

Es geht auch anders!
Eine solche Vorrichtung hat Elisabeth Wimmer aus Schrems seit dem Auto-Neukauf vor fünf Jahren, sie ist werksseitig eingebaut, bequemer und sicherer: "Telefonieren ist damit total easy. Und wenn mir wer über Messenger und so schreibt, muss er eben auf Antwort warten, bis ich stehen bleibe. Auch Essen und Trinken haben für mich am Lenkrad nichts verloren." Denn jede Sekunde Ablenkung bedeutet für sie ein Risiko, das sie nicht eingehen möchte. Roman Erhart lenkt sein Fahrzeug auch ohne Handy am Ohr: "Die Freisprecheinrichtung gehört für mich einfach zum guten Ton!" Der Gmünder Stadtrat Benjamin Zeilinger verlässt sich ebenfalls auf die moderne Technik in puncto Handy: "Mein Auto hat eine Freisprecheinrichtung eingebaut und liest mir sogar SMS vor, ich muss das Telefon gar nicht mehr zur Hand nehmen." Bevor die neuen Sicherheitsfeatures Einzug hielten, hat er aber durchaus mal eine Nachricht getippt. Und das Eis, Herr Zeilinger? "Das genieße ich lieber in Ruhe vor der Fahrt!"

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