Bezirk Gmünd
Völlig pleite, aber fröhlich Urlaubsreisen gebucht

Betrugsverhandlung am Landesgericht Krems.
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BEZIRK KREMS (kb). Die 38-Jährige nach einem Konkurs mit 98.000 Euro verschuldete Mutter eines Kindes aus dem Bezirk, stand in Krems vor Gericht. Mit bisher vier Vorstrafen und drei Verurteilungen hatte die Frau keinen guten Stand vor der Richterin. Die Staatsanwaltschaft warf schweren Betrug vor.

Erste Reise

Die Angeklagte hatte am 13. Juli 2019 per Internet bei einem Reiseveranstalter eine Pauschalreise im Wert von 2800 Euro in die Türkei gebucht. Sie übermittelte per E-Mail eine gefälschte Zahlungsbestätigung, erhielt, obwohl kein Geld eingegangen war, die Reiseunterlagen und trat den Urlaub an. Die folgenden Zahlungsaufforderungen ignorierte sie. Sie gab vor Gericht an, sie, beziehungsweise ihre Mutter hätte die Schuld „wegzahlen“ wollen, der Konkursrichter hätte ihr jedoch jegliche Überweisungen verboten, um keine Gläubiger zu bevorzugen.
Dies löste sowohl bei der Richterin als auch beim Staatsanwalt ein erstes ungläubiges Kopfschütteln aus. Dann kam der nächste Betrugsfall zur Sprache.

Zweite Reise

Die Beschuldigte hatte die Chuzpe und versuchte nach ihrer Rückkehr aus der Türkei am 8. August eine weitere Reise nach Mallorca zu buchen. Diese sollte 3100 Euro kosten. Wieder verwendete sie zur Täuschung der Bezahlung eine sogenannte Entgeltbestätigung für Fremdbankeinzahlung. Zudem gab sie eine falsche Adresse an, um den Sicherheitscheck des Veranstalters zu umgehen.
Dazu gab die Angeklagte an, dass sie die Reise wegen der Krankheit ihres Sohnes storniert hätte und die Stornokosten hätte „wegzahlen“ wollen. Der Reiseveranstalter war aber ohnehin wegen Betrugsverdacht vom Vertrag zurückgetreten, da er Ähnlichkeiten zur ersten Buchung erkannt hatte.

Dritte Reise

Dessen ungeachtet versuchte die Frau bereits am 12. August bei einem anderen Anbieter eine weitere Reise nach Mallorca um 3200 Euro abzuschließen. Auch hier benutzte sie falsche Daten, um der Sicherheitsüberprüfung zu entgehen. Dies funktionierte nicht, da der Veranstalter die Buchung stornierte.
Dies alles löste ein weiteres Kopfschütteln bei Staatsanwalt und Richterin aus.

„Wie hätten Sie bei Ihrem Schuldenstand das alles bezahlen wollen?“, fragte die Richterin nach. Die Beschuldigte wiederholte mehrmals, dass ihre Mutter die Schulden des Konkurses und der Reisen hätte „wegzahlen“ wollen. Leider sei es nicht dazu gekommen. Sie sei aber nach wie vor zahlungswillig.
Da platzte dem Staatsanwalt endgültig der Kragen. „Danke, es reicht. Sie ist ein Profi.“

Haftstrafe

Das Urteil für die Frau fiel dementsprechend aus. Sie kassierte 20 Monate unbedingte Haft und den Ersatz der Kosten. Die 38-Jährige hatte zudem noch 38 Monate an bedingt nachgesehener Haft offen. Davon wurden 9 Monate widerrufen. Das heißt, die Beschuldigte muss insgesamt 29 Monate absitzen. Die Verurteilte nahm sich drei Tage Bedenkzeit. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Nicht rechtskräftig.

Autor:

Kurt Berger aus Krems

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