Wasser sparen in Bad und Klo!

GMÜND (mm) "Wasser ist ein Lebensmittel und in manchen Gegenden so viel wert wie Gold!" Walter Simsalik ist Installateur mit einem besonderen Herz für das kühle Nass, das vielerorts leider oftmals unnötig in den Abfluß wandert. Er hat sein Handwerk beim städtischen Wasserwerk gelernt und weiß wo das Potential zum Sparen versteckt liegt. "Vielleicht nicht wir, aber unsere Kinder werden eines Tages erleben, wie teuer Wasser sein kann" mahnt er ein neues Bewusstsein für den vermeintlich unbegrenzt vorhandenen Rohstoff an. Wie und wo man den Wasserkonsum einschränken und damit bares Geld sparen kann, erklärt er im fast einstündigen Bezirksblätter-Gespräch auf höchst spannende Weise.

Wassersparen im Kopf
"Es beginnt schon beim Zähneputzen. Lasse ich das Wasser laufen oder drehe ich zwischendurch ab" stellt er in den Raum. Zieht man den Wasserhahn voll hoch oder eben nur halb? Schnell kommen übers Jahr einige Liter Wasser weniger zusammen. Gießt man den Garten frühmorgens verdunstet weniger Wasser und man muss weniger oft gießen. "Und da reden wir noch gar nicht von den Sparmaßnahmen von früher - da hat man nämlich oft von Haus aus einen Stein oder Sonstiges in den Spülkasten im Klo gelegt um weniger Wasser zu verbrauchen. Bei einer Füllmenge von bis zu 10 Liter pro Spülung kommen bei einer Familie mit 4 Personen am Tag leicht 100 Liter Wasser zusammen - nur für das Klo!" stellt Simsalik klar und ist sich sicher, daß der Stein im Spülkasten auch heute noch in so manchem Haushalt "up to date" ist.

Wassersparen vor dem Kopf
Und überhaupt ist die Toilette ein ungeahnter Sparkandidat. Wussten Sie dass der Geruch und der Urinstein im Klo nicht einfach von Urin im Becken stammt, sondern erst durch dessen Kontakt mit Wasser entsteht? ganz so neu ist das wasserlose Urinal ja nicht. Und wenn sie nun die Nase rümpfen: Es riecht nicht, wie der Lokalaugenschein in Simsaliks stillem Örtchen bescheinigt. "Der Geruch kommt von der Chemie in Form von Duftsteinen - was ja irgendwie absurd ist. Man bekämpft einen Geruch, der gar nicht entstehen müsste und schädigt noch dazu das Wasser und die nachfolgenden Kläranlagen haben viel mehr Arbeit mit der Neutralisierung der chemischen Zusätze im Wasser" zeigt sich der Installateur verwundert. Und der Wasserverbrauch ist eben gleich null. Wenngleich das wasserlose Urinal etwas mehr in der Anschaffung kostet (ein paar Hundert Euro), so sind die Betriebskosten pro Jahr etwa ein Zehntel, was sich ebenso auf der Wasserabrechnung bemerkbar macht und sich bald echt auszahlt! Die öffentliche Hand sowie Wirte könnten sich unheimlich viel ersparen, wenn sie auf diese Lösung umsteigen würden, aber so rinnt jeden Tag unheimlich viel Wasser unnötig in den Kanal!

Der laufende Hahn
Wasserhahn ist gleich Wasserhahn? Nicht ganz. Wer billig kauft, zahlt viel Wasser. Der Fachmann rät: "Sie merken vom Wasserstrahl keinen Unterschied wenn eine Armatur um zehn Euro mehr kostet. Aber wenn statt 5 Liter pro Minute halt 15 Liter durch rinnen, zahlen Sie das am Jahresende!" Das möchte er auch dem kostenbewussten Häuslbauer ans Herz legen, der dann oft über die hohen laufenden Kosten staunt - und verzweifelt nach Einsparungspotential sucht. Wer billig kauft, kauft also oft auch teuer.

Die Gratis-Expertentips
Wie kann jeder von uns Wasser sparen? Nicht jeder Tipp kostet Geld, so hilft eine Regenwassertonne unnötiges Trinkwasser fürs Blumengießen zu vergeuden. Rasenmähen vor Hitzeperioden sorgt für schnelleres Austrocknen des Bodens und wiederum mehr Gießen. Aha, wußten Sie schon? Die Zwei-Mengen-Spülung im Klo ist Ihnen natürlich längst bekannt, aber daß man den guten alten Spül-Hebel auch mal wieder raufziehen kann, wußten Sie nicht? Man spart damit! Das Wasser kürzer laufen lassen oder den Wasserhahn nicht bis zum Anschlag hochziehen machen sich im Börserl bemerkbar.

Die kosten nicht viel!
Der Wasserhahn tropft? Kaufen Sie keinen Neuen! Für viele alte Wasserhähne - wenn es ein Markenprodukt war - gibt es durchaus preisgünstig Ersatzteile. Wer statt dessen einen billigen mit hohem Durchfluss kauft... ach Sie wissen schon! Und zu guter Letzt, der Wasserfilter. Simsalik dazu: "Wenn einer vorhanden ist, kann man ihn problemlos reinigen, man braucht da echt nicht viel zu können. Wenn der verkeimt und zu ist, möchte ich sehen, ob jemand DAS Wasser noch trinken will!" Wer noch keinen hat, kann so ein Teil leicht nachrüsten.

Hart gegen weich
Einen Tipp zum Sparen hat der Installateur noch: "Sie verwenden Weichspüler und Wasserenthärter?" Diese Mittel machen das Wasser weicher und verhindern das Verkalken der Waschmaschine, aber: "Unser Bezirk hat einen Wasserhärtegrad von 8 DHG, das ist sehr weich. In Gars am Kamp sind es dagegen 38 DHG, dort braucht man so was natürlich. Erstaunlich nur, dass bei uns genauso viel Chemie gekauft wird wie dort - aber unnötig!" Also weniger Chemie, gleiches Ergebnis und mehr Geld im Börsel!

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