Rattengift und Co.
Wie wir unsere Vierbeiner am besten schützen

Tierarzt Mag. Matthias Dourakas von der Tierarztpraxis Duovet.
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BEZIRK GMÜND/WALDVIERTEL. Viele Hunde- und Katzenbesitzer machen sich schon mal Gedanken darüber, welche Substanzen für ihr Haustier giftig sein könnten beziehungsweise wie sie sich im Fall einer Vergiftung verhalten müssen. Tierarzt Dourakas von der Praxis Duovet in Schweiggers konnte hier nützliche und interessante Informationen geben. 

Schädlingsbekämpfungsmittel nicht unterschätzen

Gerne unterschätzt wird das viel verwendete Schneckenkorn. Die meisten Erzeugnisse enthalten den Wirkstoff Metaldehyd, der die Speiseröhre intensiv reizt und zu türkisem Erbrechen führen kann. Symptome einer Vergiftung mit Metaldehyd sind neben dem Erbrechen meistens ausspeicheln und Krämpfe. Hier empfiehlt es sich das Tier nicht weiter zum Erbrechen zu bringen und ehestmöglich einen Tierarzt aufzusuchen, denn eine Vergiftung mit Schneckenkorn kann auch schnell zum Tod des geliebten Haustieres führen. Am besten beim Kauf von Schneckenkorn darauf achten, daß im Produkt kein Metaldehyd enthalten ist. 

Rattengift stellt eine häufige Ursache von Vergiftungen dar. Der Wirkstoff Cumarin führt zu Blutgerinnungsstörungen. Bei ausbleibender Therapie kann das Tier innerlich verbluten. Jede Form und Farbe ist bei den Ködern möglich. Bei den neueren Genrationen setzt die Wirkung langsamer ein und erste Symptome können nicht gleich bemerkt werden. Ein neuer Wirkstoff im Rattengift,  der zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wird, ist Alpha-Chloralose. Dieses Gift beeinflusst auf der einen Seite das zentrale Nervensystem und führt zu krampfartigen Anfällen, auf der anderen Seite greift der Wirkstoff die Temperaturregulierung des Körpers an. Ein starker Abfall der Körpertemperatur ist die Folge. Bei beiden Giften kann vorzeitiges Erbrechen und Tierkohle die Symptome abschwächen. Ebenso ist insbesondere bei Katzen eine Zweitvergiftung durch Aufnahme von vergifteten Mäusen möglich.

Ein weiteres Problem ist das süßlich schmeckende Frostschutzmittel. Frostschutzmittel schädigt vor allem die Nieren und hier hilft aufgrund des Alkoholgehaltes auch keine Tierkohle. Aber auch einige Floh- und Zeckenschutzmittel, die für Hunde gedacht sind können für Katzen stark giftig sein. Hier der Rat, die Angaben auf den Produkten genau durchzulesen und im Zweifelsfall einen Tierarzt zu befragen. Medikamente, die für den Menschen zugelassen sind, können für Tiere eine toxische Wirkung haben und von der Verwendung bei Tieren wird streng abgeraten. 

Auch eine Lebensmittel haben bei unseren Vierbeinern nicht verloren

Xylitol auch Birkenzucker hat bereits längst Einzug in unsere Küchen gefunden. Als Süßstoff wird er gerne fürs Backen verwendet. Aber auch in zahlreichen Kaugummis ist er als Zuckerersatzstoff vorhanden. Was weniger bekannt ist, daß Xylitol für Hunde stark giftig ist. Bereits 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht kann bei Hunden schwerste Vergiftungen und Leberschäden verursachen und schlimmstenfalls auch zum Tod führen. Tierkohle ist hier nicht sinnvoll.

Was ziemlich jeden Hundebesitzer bekannt ist, daß Schokolade für ihre Vierbeiner außer Reichweite bleiben sollte. Interessant ist, daß dunkle Schokolade aufgrund ihres höheren Theobromin Gehalts um einiges gefährlicher ist als Milchschokolade. Bei dunkler Schokolade reichen einem Hund mit 15kg 12 Gramm um erste Symptome hervorzurufen. Ab 120 Gramm kann eine Theobromin-Vergiftung für den Hund tödlich enden. Auch in diesem Fall heißt es schnell reagieren und den Hund zum Erbrechen bringen, Tierkohle hilft hier ebenfalls gut. Auch weitere Lebensmittel wie zum Beispiel Weintrauben, Macadamianüsse und Zwiebel sind für Hunde giftig. Zwiebel greifen das rote Blutbild an und sind auch für Katzen gesundheitsgefährdend. 

Falls ihr Tier unabsichtlich mit Substanzen in Kontakt gekommen ist oder welche gefressen hat kann die Vergiftungszentrale: 01 4064343 weiterhelfen. Bei Symptomen einer Vergiftung ist jedenfalls ein Tierarzt zu verständigen und wenn vorhanden ist auf jeden Fall die jeweilige Substanz mitzunehmen, damit der Tierarzt gezielte Maßnahmen einleiten kann. Dabei ist mit Handschuhen für Selbstschutz zu sorgen. Das gleiche gilt auch für den Fall, wenn sie mit ihren Hund beim Spazieren gehen auf präparierte Köder stoßen.

Autor:

Angelika Cenkowitz aus Gmünd

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