Zukunftsranking
Bezirk Gmünd bleibt Schlusslicht Österreichs

Das Zukunftsranking geht mit dem Bezirk Gmünd hart ins Gericht.
  • Das Zukunftsranking geht mit dem Bezirk Gmünd hart ins Gericht.
  • hochgeladen von Bettina Talkner

BEZIRK GMÜND. Dem Bezirk Gmünd steht keine rosige Zukunft bevor - zumindest wenn es nach dem aktuellen Zukunftsranking geht. Dafür hat die Pöchhacker Innovation Consulting GmbH zum zweiten Mal die Kriterien Demografie, Arbeitsmarkt, Wirtschaft & Innovation und Lebensqualität in allen Bezirken Österreichs beleuchtet. Tatsächlich liegt Gmünd, wie auch schon im Vorjahr, wieder an letzter Stelle. Mit Rang 94 ist es unser Bezirk, ´dem die Studie die geringste Zukunftsfähigkeit bescheinigt.

Positives und Aufholpotenziale

Dem Zukunftsranking ist aber auch Erfreuliches zu entnehmen: So liegt der Bezirk Gmünd bei der Beschäftigung im High-Tech-Sektor sowie im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik über dem Österreichdurchschnitt. Als positiv erachten die Autoren weiters, dass der Anteil der Erwerbstätigen, die nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen können, in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist. Die Arbeitslosenquote ist zwar weiterhin eine der höheren in Österreich, hat sich in den vergangenen Jahren allerdings deutlich verbessert. Etwa waren im März 2019 700 Gmünder weniger arbeitslos als im März 2009, wie die Bezirksblätter berichtet haben

Deutliche Aufholpotenziale gebe es hingegen beim Pro-Kopf-Einkommen, der Unternehmensdichte und Firmengründungen. Auch bei der ärztlichen Versorgung schneiden wir im Österreich-Vergleich unterdurchschnittlich ab. Hier ist glücklicherweise eine Verbesserung in Sicht, schließlich steht das EU-weit erste internationale Gesundheitszentrum in Gmünd kurz vor dem Baubeginn. 

Bessere Platzierung als 2018

  • Arbeitsmarkt: Platz 86 (Indikatoren zu Arbeitsplatzdichte, Arbeitslosenquote, Einkommen, Frauenerwerbsquote, Bildungsstand)
  • Lebensqualität: Platz 83 (Indikatoren zu Kriminalität, Schuldenlast, Ärztedichte, Kindertagesheimen)

Schlechtere Platzierung als 2018

  • Demografie: Platz 79 (Indikatoren zur Geburtenrate, Anteil junger Erwachsener und deren Wanderungsbewegungen)
  • Wirtschaft & Innovation: Platz 83 (Indikatoren zu Gründungsintensität, Unternehmensbestand und Beschäftigten in wissensintensiven Zukunftssektoren)

Wenig Verständnis aus Gmünd

Eines steht fest, diese Studie regt auf. "Die Parameter, die herangezogen werden, führen einfach zu einem verzerrten Bild. Die Untersuchung ist wahrscheinlich optimal in größeren Städten, aber in so kleinen Einheiten, wie im Bezirk Gmünd, führt sie zu Fehlinterpretationen", steht für VP-Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais fest. Sie und SP-Nationalrat Konrad Antoni sind zwar im Bezirk verwurzelt, sind politisch aber weit über dessen Grenzen hinaus aktiv und können daher vergleichen. "Ich finde diese Studie in einer Region, die natürlich mit Herausforderungen zu kämpfen hat, aber sich wirklich bemüht, absolut kontraproduktiv", so Antoni. Er verweist auf den florierenden Tourismus und Projekte, wie die Waldviertel Autobahn oder eben das Gesundheitszentrum der Initiative Health Across.

Krems ist Spitzenreiter

Dem übrigen Waldviertel sind die Studienautoren wohlwollender gesinnt. Krems erachten sie als die zukunftsfähigste Stadt von ganz Österreich, der Bezirk Horn liegt auf dem 24. Platz, Zwettl auf dem 28. und Waidhofen auf dem 71.

Zur Sache

Für das Zukunftsranking, das die Pöchhacker Innovation Consulting GmbH in Kooperation mit nationalen und regionalen Medien veröffentlicht hat, wurde auf Daten der Statistik Austria, der Wirtschaftskammer Österreich, des Ministeriums für Inneres sowie von Wirtschaftsauskunfteien zurückgegriffen.

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