Führerschein: Lass Dich prüfen!

BEZIRK (mm). "Die ersten zehn Minuten waren ein komisches Gefühl, doch dann kam die Gewohnheit zurück" zieht die Fahrschülerin auf Probe ihr Resume. Und blickt zurück auf 25 Minuten im Gmünder Straßengewirr unter den wachsamen Augen von Fahrlehrer Ewald Siegl, der auf dem Beifahrersitz streng Protokoll führte. Unter diesen Bedingungen wurden selbst alltägliche Übungen wie das "Rückwärts-Ausparken" zur Prüfung. Bei der exklusiven Prüfungsfahrt wurden der Gang ums Fahrzeug und die technischen Fragen weggelassen, es ging gleich hinters Lenkrad. Und wie ist es der routinierten Autofahrerin ergangen, die jährlich rund 30.000 Kilometer fährt?

Zwei schwere Fehler!
"Genau so viele sind erlaubt, mit mehr fällt man durch!" stellt Ewald Siegl klar und dann geht es los. Erfreut ist er, dass sich der 3-S-Blick schon zur durchgesprochen hat. Die Blicktechnik ist einer der drei häufigsten Fehler der Fahrprüflinge - neben zu hoher Geschwindigkeit und dem Befahren von Kreuzungen, wo die Vorrangregeln oft der Knackpunkt sind. Dabei kann der Fahrschüler von heute im Vergleich zu früher durch die L-17-Fahrten schon Praxis sammeln, die sich in der Fahrschule aber nicht immer positiv auswirkt, so Siegl: "Der ideale Fahrschüler ist eigentlich der, der bei Null beginnt. Da haben sich noch keine Fehler eingeschlichen, die man wieder ausbügeln muss."

Routine punktet nicht!
Und Fehler haben sich in den Jahren hinterm Lenkrad auch bei Eva Jungmann eingeschlichen. Wenngleich es mit dem Schulterblick gut klappt, moniert der Lehrer ausgiebiges Linksfahren: "Schauen Sie mal, Sie fahren zu weit links!" Rechts fahren sollte man selbst im Kreisverkehr, wo die eifrige Schülerin brav den kürzesten Weg wählt schön innen und links, quasi auf der "Ideallinie". Mit der Mär, dass bei Prüfungen willkürlich beurteilt würde, räumt Siegl auf: "Das war einmal, heute geht das nicht mehr, es gibt einen genauen Katalog, nach dem wir unterrichten!"

Gefühl und Realität
"Ich habe das Gefühl, ein guter Autofahrer zu sein" sagt Eva Jungmann zur Halbzeit. Die engen Gassen der Gmünder Neustadt, die für sie Neuland sind, meistert sie vermeintlich gut. Doch nach der Runde durch die Altstadt bei der Besprechung kommt die Ernüchterung: Ein "Rollstop" an der Stoptafel, zu schnelles Anfahren eines Bahnübergangs, wiederholtes Linksfahren sowie die Rechtsregel an der ungeregelten Kreuzung sind im Ernstfall die Garantie für den nochmaligen Antritt. Fazit: "Nicht bestanden!" Der Fahrlehrer beruhigt: Geschätzt würden wohl 90 Prozent aller Autofahrer die Prüfung nach so langer Zeit nicht bestehen. Und was sagt der Prüfling zum Ergebnis? "Früher war weniger Verkehr, es hat sich viel geändert. Über die Jahre schleifen sich diese Dinge halt ein!"

Autor:

Michael Mikscha aus Gmünd

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