Länger arbeiten heißt in Wahrheit…

… traurigerweise für einen Großteil der Betroffenen länger AMS-Kunde zu sein und schluss­endlich mit deutlich weniger Pension auskommen zu müssen (aber das kann auch von Entscheidungsträgern so gewollt sein). Wenn Politiker, speziell jene aus konservativen Kreisen, fordern, das Pensionsantrittsalter müsse angehoben werden, klingt das wie Hohn. Im realen Leben nämlich finden Menschen jenseits der 50, sollten sie ihren Job verlieren, im Regelfall nur mehr selten eine Anstellung. Sie sind den potentiellen Arbeitgebern nämlich zu alt, zu teuer, zu oft im Krankenstand und nicht selten werden sie unter einem Vorwand von einem zwar unerfahrenen, aber dafür jungen, billigen Neueinsteiger ersetzt.
Wenn sich die Frau Wirtschaftskammerpräsidentin und der Herr Nationalrat also für ein höheres Pensionsantrittsalter einsetzen, denken sie vermutlich zuerst ans eigene Salär und Auskommen und Selbiges ist garantiert nicht gefährdet. Schließlich schlagen neben herkömmlichem Einkommen noch diverse Funktionen pekuniär zu Buche. So viel Glück ist dem gewöhnlichen „Hackler“ selten gegönnt, abgesehen davon, dass beispielsweise ein Maurer – oder Zimmermann oder Koch – mit 65 nicht mehr quietschfidel von Gerüst zu Gerüst oder Kochtopf zu Kochtopf springt, während es sich die Damen und Herren Berufspolitiker in dem einen oder anderen Aufsichtsratssessel gemütlich machen. Höheres Pensionsantrittsalter nur dann, wenn die Arbeitgeber gesetzlich zur regulären Beschäftigung über 50-Jähriger verpflichtet sind und die Kündigung dieser Altersgruppe nicht noch weiter vereinfacht wird.
Eva Jungmann

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