Wahlergebnis im Bezirk Gmünd überrascht

ÖVP und FPÖ haben im Vergleich zur EU-Wahl 2014 dazugewonnen. SPÖ, Grüne und NEOS haben verloren.
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Die ÖVP jubelt, die FPÖ ist zufrieden, die SPÖ enttäuscht.

BEZIRK GMÜND. Was beim Blick auf das Ergebnis der Europawahl 2019 (ohne Wahlkarten) im Bezirk Gmünd sofort auffällt, ist, dass die FPÖ nach dem Ibiza-Skandal anders als im Österreich-Trend bei uns nicht verloren, sondern dazugewonnen hat. Mit 17,34 Prozent liegen die Freiheitlichen sogar 1,61 Prozentpunkte über dem Ergebnis von 2014.
Die SPÖ hingegen hat im Bezirk Gmünd stärker als im Österreich-Durchschnitt verloren. Mit einem Minus von 2,91 Prozentpunkten haben die Roten 25,06 Prozent der Stimmen eingefahren.
Klarer Gewinner der Wahl ist die ÖVP. Mit 7.493 Stimmen hat die Volkspartei 45,73 Prozent erzielt und ihr Ergebnis von 2014 um satte 7,9 Prozentpunkte übertrumpft.
Grüne und NEOS hatten bei der Europawahl 2014 im Bezirk Gmünd besser abgeschnitten. Die Grünen sind mit einem Minus von 1,17 Prozentpunkten auf 5,94 Prozent gerutscht, die NEOS mit einem Minus von 0,71 Prozentpunkten auf 5,03 Prozent. Der Anteil von KPÖ mit 59 Stimmen im ganzen Bezirk und "EUROPA" mit 89 Stimmen ist verschwindend gering.

"Blaues Auge" für FPÖ

Ihr bestes Ergebnis haben die Freiheitlichen in Eggern mit 23,9 Prozent erzielt. Das Plus von 12,9 Prozentpunkten ist beachtlich. "Das ist schon überraschend", freut sich FPÖ-Bezirksparteiobmann Walter Hoffmann. Das Bezirksergebnis insgesamt stimmt ihn "zufrieden". "Ich bin froh, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind", sagt er, denn hätte es den Eklat rund um Strache und Gudenus nicht gegeben, wäre seiner Meinung nach noch mehr drinnen gewesen.

ÖVP: "Sensationelles Ergebnis"

Die ÖVP wurde gleich in mehreren Gemeinden des Bezirks mit einem Zugewinn in zweistelliger Höhe beschenkt: Da wären Haugschlag mit einem Plus von 14,3 %-Punkten, Bad Großpertholz mit 12,2 %-Punkten, Eisgarn und Brand-Nagelberg mit 10,8 %-Punkten und Litschau, Amaliendorf-Aalfang und Schrems mit 10,2 %-Punkten. "Das ist ein sensationelles Ergebnis. Ich muss sagen, ich hätte nicht vermutet, dass wir wirklich so viel dazulegen können. Ich bedanke mich bei allen Wählern und Wahlkommissionen", ist ÖVP-Bezirks-#+parteiobfrau Martina Diesner-Wais in Jubelstimmung. Verloren hat die ÖVP nur in einzelnen Gemeinden. Am stärksten mit einem Minus von 4,4 Prozentpunkten in der Gemeinde Moorbad Harbach.

Enttäuschung bei der SPÖ

Mit massiven Verlusten sieht sich die SPÖ mit minus 10,1 Prozentpunkten vor allem in der Gemeinde Haugschlag und mit minus 9,8 Prozentpunkten in Brand-Nagelberg konfrontiert. Dennoch bleibt letztere Gemeinde mit 44,5 Prozent weiterhin rote Hochburg. Den stärksten Zugewinn für die SPÖ gab es mit 3,1 Prozentpunkten in der Gemeinde Waldenstein. Für SPÖ-Bezirksvorsitzenden Konrad Antoni ist das Ergebnis "enttäuschend". Ihm missfällt, dass der Wahlkampf im Endspurt von Themen überschattet wurde, die mit der Europawahl an sich nichts zu tun hatten. "Es wäre um leistbares Wohnen gegangen und darum, Großkonzerne gerecht zu besteuern, aber all das ist nicht mehr diskutiert worden. Das stimmt mich traurig, es ist aber gleichzeitig auch ein Auftrag, dass wir im Vermitteln der Botschaften besser werden müssen."

Kleines Wunder für Grüne

NEOS und Grüne erzielten ihre besten Ergebnisse  in der Gemeinde Moorbad Harbach. "Aus grüner Sicht grenzt das EU-Wahlergebnis an ein kleines Wunder. Während die großen Parteien mit Millionen aus teils ungeklärter Herkunft jonglieren, haben wir Grüne mit einem Mini-Wahlkampf-Budget von bundesweit deutlich unter 100.000 Euro ein großartiges Ergebnis erzielt.
Im Bezirk Gmünd konnte trotz schwieriger Ausgangslage das Spitzen-Ergebnis von 2014 in etwa gehalten werden. Die geringe Einbuße von minus 0,38 % liegt unter dem Landeschnitt und kann die großen Freude über das Wahlergebnis nicht trüben. Wir sind glücklich, dass so viele WählerInnen die Grünen im europäischen und – so lässt sich hoffen - im österreichischen Parlament haben wollen", sagt Manfred Stattler, Bezirkssprecher der Grünen.

Wie Ihre Gemeinde gewählt hat, sehen Sie hier.

Autor:

Bettina Talkner aus Gmünd

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