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Waldviertel - Am Weg zur 2.Klassen Region

In den letzten Wochen sind vermehrt Meldungen zum Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel in Niederösterreich zu vernehmen. Da werden neue Busverbindungen präsentiert und der Ausbau der Kamptalbahn vorgestellt. Es scheint, dass im Waldviertel endlich in die Infrastruktur investiert werden soll. Sieht man sich die Ausbaumaßnahmen an, kommt man rasch zur Feststellung, dass die Ausbaumaßnahmen nicht ausgewogen über die gesamte Region verteilt sondern sehr südlastig ausgelegt sind. Zudem wird rasch offensichtlich, dass eine überregionale Gesamtstrategie fehlt.

Welche Maßnahmen werden in den nächsten Jahren wirklich spürbar?
Vor kurzem wurde bekannt, dass die wichtigste und für alle wirksame Maßnahme – nämlich die angekündigte Fahrzeitverkürzung (30 min. aufgrund sortenreiner Cityjets wären möglich gewesen) für kommenden Dezember abgesagt wurde. Nun stellt sich bei den PendlerInnen die Frage, welche Ausbaumaßnahmen in den nächsten Jahren zu erwarten sind und welche Fahrzeitverkürzung sie bringen werden? Die Ausbaupakete 1 und 2 der FJB-Studie 2016 legen vor allem Maßnahmen fest die bis Horn reichen sollen. Darunter fällt auch das Neubaustück zwischen Eggenburg und Horn. Erst das 3. und noch unsichere Pakete würde frühestens in 15 Jahren (ab 2032) nördlich davon beginnen. Ob das Land NÖ das 3. Paket in der Strategischen Prüfung überhaupt fordert ist gänzlich unbekannt. Das Allentsteiger Knie kommt also am Ende, anstatt wie von Experten gefordert mit Priorität als wichtigste Maßnahme sofort!

Kürzlich wurde erst öffentlich bekannt, dass die NÖVOG die Kamptalbahn übernehmen wollte, dies aber gescheitert ist. Nun möchten Land NÖ und ÖBB dafür gemeinsam an einem raschen Ausbau der KTB arbeiten (Link: https://noe.orf.at/v2/news/stories/2984764/). Das bedeutet, dass auch diese Strecke zwischen Horn und Krems endlich aufgewertet wird. Das finden wir auch gut! Aber auch diese Maßnahme befindet sich widerum im Dreieck Wien- Krems/St.Pölten-Horn. Im kürzlich veröffentlichten „Letter of intend“ ist das ebenfalls herauszulesen (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190730_OTS0026/europaspange-land-noe-asfinag-und-oebb-unterzeichneten-letter-of-intent). Positiv anzumerken ist, dass hier auch von Regionalentwicklung und von Bildung die Rede ist.

Unteres und oberes Waldviertel – 1 Region aber 2 Klassen!
Am Ende bleibt die Feststellung, dass die Region Horn vor allem Richtung Süden (Wien, Krems, St.Pölten) massiv aufgewertet wird, der Norden aber nicht profitiert. Horn ist dann in weniger als einer Stunde von den Zentralräumen aus erreichbar – und umgekehrt. Da das 3. Paket der FJB Studie vollkommen offen ist, entsteht in 10 bis 15 Jahren dann ein 2-Klassen Waldviertel im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Das nördliche und das südliche Waldviertel. Horn und seine Umgebung wird einen massiven Aufschwung erleben, weil man von dort in die Städte Pendeln kann und gleichzeitig am Land lebt. Doch was bleibt für die Menschen im Walviertler Norden außer die Abwanderung nach Horn?

Horner Spange ist eine Fehlplanung – Investitionen besser einsetzen!
Besonders bitter ist das Kukuksei der „Spange Horn“. Denn in Wirklichkeit handelt es sich dabei nicht um eine Spange die das Regionalzentrum Horn in die FJB „einbindet“. Die Initiative Pro FJB fordert seit jeher, das Horn zwischen Göpfritz und Eggenbur eingebunden wird. Sondern es handelt sich um eine Umlenkung der Kamptalbahn von Horn nach Eggenburg Richtung Süden. Diese Umlegung bringt den jetzigen FJB-FahrerInnen und den zukünftigen nördlich von Horn keine einzige Sekunde Fahrzeitersparnis. Sie erspart nur den zukünftigen BahnpendlerInnen aus Horn das Umsteigen in Eggenburg. Diese Verbindung könnte sofort mit Bussen ohne vergleichsweise große Investitionen hergestellt werden. Angepriesen wird das ganze als Investititon (160 – 240 Mio. Euro) in die „FJB“, die es aber nicht ist. Das Geld fehlt jedoch für Investitionen im oberen Waldviertel wo sie primär notwendig wäre.
Hier gilt es im Waldviertler Norden laut über Alternativmaßnahmen nachzudenken!

Eure Initiative Pro FJB!

Autor:

Gerald Hohenbichler aus Hollabrunn

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