Arbeitslosigkeit im Bezirk Gmünd auf hohem Niveau

Wie erwartet, hat im abgelaufenen Monat Dezember die Arbeitslosigkeit im Bezirk Gmünd sai-sonbedingt stark zugenommen. So waren Ende Dezember beim AMS Gmünd 2.021 Personen, davon 796 Frauen und 1.225 Männer, arbeitslos vorgemerkt. Das sind insgesamt um 677 (oder 50,4%) mehr als im Vormonat und um 112 (oder 5,9%) mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. „Der gegenüber dem Vormonaten gleich gebliebene Anstieg der Arbeitslosigkeit hat somit nicht nur verstärkt konjunkturelle, sondern auch saisonale Komponenten. Grund genug, um diese Menschen durch Weiterbildungsprogramme und beschäftigungsfördernde Angebote beim Wiedereintritt ins Erwerbsleben zu unterstützen“, erklärt AMS-Chef Gerhard Ableidinger. So nahmen Ende Dezember 178 Personen aus dem Bezirk Gmünd an Schulungen des AMS NÖ teil, um 21 Personen mehr als im Vorjahr (+13,4%). Insgesamt betrachtet stieg somit die Zahl der Jobsuchenden in Gmünd im Jahresvergleich um 133 (od. 6,4%) an. Vom Anstieg der Arbeitslo-sigkeit sind überwiegend Männer betroffen (+72 oder 6,2%), die Frauenarbeitslosigkeit ist um 40 (oder 5,3%) gestiegen. Von den insgesamt 2.021 Vorgemerkten haben bereits 849, also rund 42%, wieder eine konkrete Einstellungszusage für Frühjahr 2013.
„In absoluten Zahlen stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten in den Metall- und Elektro- (+59 oder 38,6%), Büro- (+32 oder 18,6%) sowie Holzberufen (+21 oder 44,7%)“, berichtet der Ge-schäftsstellenleiter des AMS Gmünd, Gerhard Ableidinger. Ein Rückgang war in den Gesund-heitsberufen (-9 oder -18,8%) zu verzeichnen.
Mit Ende Dezember waren um 53,9% weniger offene Stellen beim AMS Gmünd verfügbar als im Vorjahr. Im abgelaufenen Monat wurden 23 Stellen vom AMS Gmünd akquiriert und gleichzeitig 27 Stellen mit geeigneten Arbeitskräften besetzt. Die Besetzungsdauer betrug im Durchschnitt 15 Tage.
Arbeitsmarkt permanent in Bewegung:
Im abgelaufenen Monat wurden im Bezirk Gmünd 831 Jobsuchende neu arbeitslos, um 48 (oder 6,1%) mehr als zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. In 188 Fällen konnte die Vormerkung wiederum beendet werden. Davon konnten 77 Personen mit direkter oder indirekter Unterstüt-zung des AMS wieder eine Beschäftigung aufnehmen, 11 sind in eine Schulung eingetreten und 100 sind aus anderen Gründen (Pension, Krankenstand, Meldeversäumnis, Auslandsaufenthalt, Wochenhilfe, etc.) aus der Vormerkung ausgeschieden.

Rückblick 2012
„Das hohe Beschäftigungsniveau des Jahres 2011 konnte im abgelaufenen Jahr leider nicht ge-halten werden, durchschnittlich 14.040 unselbständig Beschäftigte bedeuten ein leichtes Minus von rund 70 Personen (oder 0,5%)“, berichtet Gerhard Ableidinger. Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen hat sich gegenüber 2011 um 112 (oder 8,4%) doch deutlich erhöht. Durchschnitt-lich 225 Personen aus dem Bezirk Gmünd nahmen im Jahr 2012 an Schulungen des AMS NÖ teil, um 28 Personen weniger als im Jahr 2011 (-11,1%). Insgesamt betrachtet stieg somit die Zahl der Jobsuchenden in Gmünd im Jahresvergleich um 84 (od. 5,3%) an. Die Arbeitslosenquote wird von 8,6% im Jahr 2011 um 0,7%-Punkte auf 9,3% im Jahr 2012 steigen.

Leistungsbilanz des AMS: raschere Vermittlung und Qualität
„Trotz dieser angespannten Arbeitsmarktsituation im Bezirk Gmünd konnte viel Positives bewegt werden“, zieht Gerhard Ableidinger Bilanz. Zu den Erfolgsnachrichten gehören unter anderem:
• Dauer der Arbeitslosigkeit verkürzt:
Die durchschnittliche Dauer der Vormerkung beim AMS Gmünd liegt heuer bei rund 146 Tagen und ist damit um 3 Tage kürzer als im Vorjahr. Knapp 2.400 arbeitslose GmünderInnen haben 2012 wieder einen passenden Job gefunden.
• Jobchancen für ältere Personen ab 45 eröffnet:
180 Frauen im Alter ab 45 und 260 Männer ab 50 konnten 2012 innerhalb von sechs Monaten ab Vormerkung beim AMS der Wiedereinstieg ins Berufsleben gelingen.
• Qualifikation für die Zukunft, vor allem für Frauen:
Dass Aus- und Weiterbildung eine/n beruflich weiter bringt, zeigen folgende Fakten: Knapp 40% aller AbsolventInnen von AMS-geförderten Schulungsangeboten ist im abgelaufenen Jahr der Einstieg ins Erwerbsleben bereits innerhalb von drei Monaten gelungen. Vor allem Frauen haben mit Unterstützung des AMS Gmünd ihre berufliche Zukunft in die Hand genommen: Etwa 170 Gmünderinnen nach der Babypause stehen wieder im Berufsleben oder bereiten sich im Rahmen einer AMS-Schulung darauf vor.
• AMS und Wirtschaft: mehr freie Stellen, rasche Personalvermittlung und Fach-kräftemangel:
Über 1.100 freie Stellen konnten im abgelaufenen Jahr mit einer passenden Arbeitskraft besetzt, 77% davon innerhalb von 30 Tagen. „Damit verbuchen wir im Vergleich zu 2011 sowohl mehr erfolgreiche Stellenbesetzungen als auch eine höhere Besetzungsgeschwindigkeit (von 75% auf 77% innerhalb von 30 Tagen)“, freut sich AMS-Chef Ableidinger.

Arbeitsmarkt Bezirk Gmünd 2013: Stagnierende Beschäftigung, Arbeits-losigkeit steigt weiter leicht an!
Das gedämpfte Wirtschaftswachstum wird im kommenden Jahr den Arbeitsmarkt im Bezirk Gmünd prägen. „Die Zahl der unselbständig Beschäftigten wird im Jahr 2013 stagnieren, die Arbeitslosigkeit nimmt – zwar weniger, aber doch – zu“, so Gerhard Ableidinger.
Die Vorhaben des AMS Gmünd 2013: Langzeitarbeitslosigkeit verhin-dern, zukunftsorientierte Qualifizierung und Stellenmarktoffensive
Arbeitslosigkeit soll sich nicht verfestigen!
Vor dem Hintergrund der für 2013 erwarteten Entwicklung am Arbeitsmarkt konzentrieren sich die Aktivitäten des Arbeitsmarktservice vor allem auf jene arbeitsuchenden GmünderInnen, die aus verschiedenen Gründen wenig Chancen haben, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und somit Gefahr laufen, langzeitarbeitslos zu werden (bzw. arbeitslos zu bleiben).
„Wir haben festgestellt, dass in vielen Fällen die Problemlagen multipel sind. Das heißt bei-spielsweise: Bei KundInnen, die zuvor über Jahre in ein und demselben Betrieb beschäftigt wa-ren und über 50 Jahre alt sind, stehen neben Defiziten in der Qualifikation auch gesundheitliche Probleme dem raschen beruflichen Wiedereinstieg im Wege. Oder bei Jugendlichen mit nicht abgeschlossener Berufsausbildung, geringer Praxis sowie Schulden oder Suchterkrankungen hilft das Nachholen eines Lehrabschlusses allein nicht weiter bzw. gelingt das auch nicht. Hier müs-sen wir umfassend unterstützen, oft über den eigentlichen Kompetenzbereich des AMS hinaus“, so die Analyse des AMS-Geschäftsstellenleiters.
Um Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern bzw. zu senken lautet die Strategie des AMS Gmünd:
• Gute und ausführliche Erstberatung der arbeitsuchenden KundInnen: Es werden klare Vereinbarungen mit den KundInnen getroffen und passende Jobs vermittelt. Wenn passenden Vermittlung am Arbeitsmarkt nicht gelingt, werden rasch passende Angebote gemacht, um dem dauerhaften Ausschluss aus dem Erwerbsleben entgegen wirken.
• Unterstützung der Vermittlung durch zielgerichteten Fördereinsatz: Neben kon-sequenter Vermittlung hat das Arbeitsmarktservice ein Bündel von unterstützenden An-geboten geschnürt. – Präventiv und individuell lautete dabei das Motto. Dazu gehören neben Qualifizierung auch extern zugekauftes Beratungs- und Betreuungsangebote wie das Case Management für BezieherInnen der Mindestsicherung. Im Zentrum stehen indi-viduelle Beratung, Betreuung sowie Hilfe beim Nutzen sämtlicher zur Verfügung stehen-der Unterstützungsangebote inklusive regionaler Kooperationen.
Qualifizierung für die Zukunft!
Gerhard Ableidinger: „Wir werden sicherstellen, dass den AbsolventInnen von AMS-Schulungen der rasche Wiedereinstieg ins Berufsleben gelingt. Mit hochwertigen Ausbildungen - wie der FacharbeiterInnen-Intensivausbildung oder der Überbetrieblichen Lehrausbildung – leisten wir einen Beitrag zum Fachkräftepool. Denn der Blick in demographische Entwicklung zeigt, dass uns partieller Fachkräftemangel auch in den kommenden Jahren begleiten wird.“
• Das Kursangebot des AMS NÖ wird im kommenden Jahr rund 30.000 Plätze umfassen.
• Besondere Angebote gibt es für Frauen mit dem Programm „Frauen in Handwerk und Technik“, den Frauenberatungszentren und Facharbeiterinnen-Intensivausbildung.
Transparenz am Arbeitsmarkt – die Stellen Akquisitionsoffensive des AMS Gmünd geht weiter!
Gerhard Ableidinger: „Um Arbeitskräfteangebot und –nachfrage für beide Seiten erfolgreich zu-sammen führen zu können, werden wir unseren Einschaltgrad am Stellenmarkt und die Kontakte mit den Betrieben weiter ausbauen. Zum einen für unsere arbeitslosen KundInnen, die 2013 verstärkt unsere Hilfe in Anspruch nehmen werden. Zum anderen für die Unternehmen, denn der Bedarf der Wirtschaft an qualifizierten Fachkräften wird nicht abnehmen!“
• Das AMS Gmünd hat sich im kommenden Jahr zum Ziel gesetzt, insgesamt 752 freie Stel-len mit dem Anforderungsprofil „Lehrabschluss und höher“ zu akquirieren und rund 1.100 freie Stellen und Lehrstellen mit einer passenden Arbeitskraft zu besetzen.
• Um den Bedarf der Wirtschaft genau zu kennen und die passenden Arbeitskräfte zu ver-mitteln, planen die MitarbeiterInnen des AMS Gmünd rund 150 Betriebsbesuche durchzu-führen. Mit Personalvorauswahlen soll die punktgenaue Vermittlung von Arbeitskräften gelingen.

Kennziffern Ende Dezember 2012 (Vergleich Ende Dezember 2011)
Vorgemerkte AL 2.021 (+112)
dav. Frauen 796 (+40)
dav. Männer 1.225 (+72)
Zugänge in Arbeitslosigkeit 831 (+48)
Abgänge aus Arbeitslosigkeit 188 (+36)
dav. Arbeitsaufnahmen 77 (+13)
Personen in Schulung 178 (+21)
Zugang offener Stellen 23 (-23)
Abgang offener Stellen 27 (-17)
• Rückfragehinweis: AMS Gmünd, Gerhard Ableidinger, 02852/52541-100

Autor:

Simone Göls aus Gmünd

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