15.11.2017, 21:50 Uhr

Einbruchsmythen und die beste Alarmanlage

Beim ersten Blaulichtstammtisch erfuhr man wie man sicher nicht nur durch die dunkel Jahreszeit kommt.

SCHREMS (mm). "Früher ging man vielleicht auch zu oft zur Polizei, heute zu selten" bedauerte Alois Strondl und gab mit Manfred Huber zahlreiche Tips wie man Einbrechern das Leben schwer machen kann: "Es gibt viele Möglichkeiten, Alarmanlagen, mechanischen Schutz - aber die beste Alarmanlage sind die Nachbarn!" Nicht nur Organisator Martin Speychal, Sicherheitsgemeinderat seit April des Jahres, staunte über Tatsachen wie dass die meisten Einbrüche vormittags passieren.


Die Erfolge

"Im Bezirk haben wir eine Aufklärungsquote von 60 Prozent bei Einbrüchen" verkündete Strondl stolz. Ganze 8 Einbrüche konnte man 2017 verzeichnen, aber "natürlich ist für den Betroffenen auch einer zu viel!" Ziel des Blaulichstammtisches war es, Wissenswertes zum Thema Einbrüche, aber auch den "Neffen-Enkel-Trick" und Taschendiebstähle unter die anwesenden Vertreter der Blaulichtorganisationen und in weiterer Folge deren Familien und den Bekannten-Kreis zu bringen. "Wir wollen beim nächsten Mal auch die Bevölkerung mit einbinden - aber nicht unbedingt im großen Rahmen. Die Informationen sollten sich eher weiter verbreiten" so Martin Speychal.

Die Mythen

Wohnungs-Einbrecher kommen in jüngerer Vergangenheit immer öfter bei Tag - wenn die Leute in der Arbeit sind. Im Firmenbereich ist die Nacht aber nach wie vor "beliebter". Einbrecher kommen eben nicht überall rein, man kann schon etwas tun und sollte dieses Vorurteil nicht als Ausrede für mangelnde Sicherungsmaßnahmen nehmen. Das können durchaus einfache Mittel wie ein selbst gemachter Riegel sein, der oftmals wirksamer als andere Maßnahmen ist. Und: Alarmanlagen sind nicht alle gleich: "Es zahlt sich aus, den Profi vor Ort zu engagieren, der im Störungsfall schnell kommen kann. Billig kaufen kann sich im Nachhinein als teuer herausstellen" so Strondl.

Die Fehler

Und was bringt die tollste Sicherheits-Haustür, wenn zehn Meter daneben eine Blechtür in den Keller führt, die man wie eine Dose aufschneidet? Gut zu wissen, dass die Polizei einen neutralen Gratis-Sicherheits-Check für das Eigenheim anbietet, bei dem Gefahrenherde lokalisiert und ohne Verkaufs-Interessen Lösungen für die Sicherheitslücken gesucht werden - die auch durchaus äußerst preiswert umzusetzen sind und manchmal vielleicht auch nur eine Änderung des eigenen Verhaltens nötig machen: "Wer sagt, dass das Gangfenster, das immer offen ist, auch immer offen sein muss? fragte Manfred Huber und machte auch gleich darauf aufmerksam, dass für eine Versicherung ein gekipptes Fenster - das innerhalb weniger Sekunden aufgebrochen ist - wie ein offenes Fenster gilt und man im Einbruchsfall dann mal schnell um den Versicherungsschutz kommt.

Die Chance

Bevor etwas passiert: Mit offenen Augen durch das Eigenheim gehen, gewohnte Verhaltensmuster analysieren und auf das Service der Polizei zum Eigenheimcheck zurück greifen. Notrufnummern 133 und 112 (Europanotruf) im Handy speichern. Tipp dazu: Die gratis downloadbare Polizei-App kann auf Wunsch sogar bei einem Notfall die Bewegungsdaten an die Einsatzkräfte durchgeben und so für schnellere Hilfe sorgen. Wenn gerade eingebrochen wird: Zuerst Lärm schlagen und Licht einschalten, denn die meisten Einbrecher sind keine Gewalttäter und flüchten lieber als die Konfrontation zu suchen. Auch wenn es komisch klingt: "Geben Sie dem Einbrecher die Chance zur Flucht, stellen Sie ihn nicht" raten Huber und Strondl. Und zuletzt: Nicht den Weg zur Polizei scheuen! So schnell wie möglich - nicht erst Stunden oder Tage später - unter 059 133 anrufen. Und egal wo Sie sind: Sie werden unter dieser Nummer zur örtlich am nächsten gelegenen besetzten Dienststelle geleitet! 
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.