31.10.2016, 10:07 Uhr

Alles Gute kommt von daheim

Im globalen Dorf sind Lebensmittel aus aller Welt überall verfügbar. Doch warum in die Ferne schweifen?

BEZIRK (mm). Rindfleisch aus Australien, Butter aus Irland, Paradeiser aus Spanien – die ganze Welt passt heutzutage in ein paar Supermarktregale. Dabei liegt das Gute oft so nah, denn Österreichs Landwirtschaft könnte das Land zu 96 Prozent mit Lebensmitteln versorgen. Grund genug für die Bezirksblätter sich vor der eigenen Haustür umzusehen, wo man im Bezirk Gmünd direkt beim Bauern kaufen kann und wie die Direktvermarkter vom Trend zum Öko-Einkauf profitieren.

Mit Tee im Trend
Seit 35 Jahren werden auf dem Kräuterhof der Familie Zach in Gebharts Kräuter zu gesunden Tees gemacht – und auch immer schon direkt ab Hof verkauft. Außer-#+dem im Angebot: Kräuterkissen, Duftsackerl und Gewürzkräuter wie Basilikum, Majoran, Oregano und Suppengewürz. Andreas Zach dazu: "Wir machen nicht viel Werbung und dennoch haben im Laufe der Zeit immer mehr Leute durch Mundpropaganda den Weg zu uns gefunden." Das dürfte auch daran liegen, dass die Kräuter möglichst im Ganzen bleiben: "Bei uns gibt es keine Teebeutel, denn durch die gehen die wertvollen ätherischen Öle verloren." Der Erfolg gibt den Zachs recht, denn neben dem Ab-Hof-Verkauf gibt es all diese Produkte auch online zu bestellen und in zahlreichen Geschäften im Bezirk zu kaufen.

Es geht um mehr
Der Bauer aus der Region sorgt mit der Bestellung der heimischen Saatflächen dafür, dass unsere Natur erhalten bleibt. Auch der touristische Aspekt soll nicht außer Acht gelassen werden, ziehen Hofläden wie beispielsweise Samsuri in Lauterbach auch Besucher aus der Ferne an, die wiederum den guten Ruf der Waldviertler Produkte bei sich zu Hause verbreiten.

Das Bio-Netzwerk
In erster Linie werden in dem Spezialitätenladen von Ulrike Müller die Erzeugnisse vom Hof ihres Bruders Franz vertrieben. Sei es Brot aus dem eigenen Getreide oder Wurst von den im hofeigenen, EU-zertifizierten Schlachtraum geschlachteten Tiere: alles "made in Lauterbach". "Die Wurstproduktion lagern wir aus, das macht ein Fleischer aus der Umgebung", räumt die kreative Unternehmerin ein, die sich neben der Herstellung immer wieder neue Variationen der Produkte und saisonale Angebote einfallen lässt, um sowohl den durch das nahe Kurhaus zahlreichen Touristen als auch der heimischen Kundschaft die Erzeugnisse des Hofs immer aufs Neue schmackhaft zu machen. Was mit einem Lammfleischverkauf durch den Großvater klein begonnen hat, wächst im Schnitt um 15 Prozent pro Jahr – nicht zuletzt auch durch die Kooperation mit anderen Landwirten sowie der Jägerschaft: "Wenn der Jäger einen Hirsch schießt, kommt er auch zu mir", freut sich Ulrike Müller. So ist ein wunderbares, kleines Netzwerk entstanden, das auch das Überleben der Bauern sichern hilft. Und die Kunden freut es. Philomena und Peter Goss kommen regelmäßig ins Waldviertel und sind überzeugt: "So was kriegt man nirgendwo sonst!"
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