06.06.2017, 00:00 Uhr

Alltagsbegleiter soll GmünderInnen helfen

AlltagsbetreuerInnen sollen künftig leicht pflegebedürftigen Menschen zur Seite stehen. (Foto: Archiv)

1094 Menschen im Bezirk sind pflegebedürftig. Der neue Beruf des Alltagsbegleiters soll das Leben erleichtern.

BEZIRK (eju). Das Berufsbild des Alltagsbegleiters, das soeben neu geschaffen und ausgearbeitet wird, zielt auf Menschen ab, die Hilfe im Alltag benötigen, wo aber eine teure 24-Stunden-Betreuung noch nicht notwendig ist.


Alternativ zu 24-Stunden-Pflege

Der Alltagsbegleiter soll als Unterstützung für pflegende und betreuende Angehörige dienen und etwa bei Besorgungen, beim Einkaufen oder bei Behördengängen unterstützen. Aktuell sind 1094 Personen im Bezirk Gmünd pflegebedürftig, davon werden 665 von mobilen Einrichtungen betreut, 276 Menschen sind in Pflegeheimen untergebracht und 153 Menschen werden von einer 24-Stunden-Betreuung begleitet. Die Unterstützung durch „Alltagsbegleiter“ soll eine Alternative zur teuren 24-Stunden-Betreuung bieten. Mit dem Berufsbild des Alltagsbegleiters könnten ältere Menschen länger in ihrem eigenen Zuhause betreut werden.

Modelle im Ausland

„Damit kommen wir dem Wunsch der älteren Generation nach“, weiß Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.
Modelle mit diesem Berufsbild gibt es bereits in Deutschland und in der Schweiz. Nun hat die NÖ-Landes-Politik den Auftrag zur Erarbeitung des Berufsbildes erteilt. Noch vor dem Sommer soll das Berufsbild des Alltagsbegleiters als Antrag in den Landtag eingebracht werden und bereits Ende 2017 sollen 2.000 so genannte "Alltagsbegleiter" pflegebedürftigen Menschen zur Seite stehen.

Bis Pflegestufe eins

Die neuartige Betreuungsform soll über Trägerorganisationen wie die Caritas, die Volkshilfe und das Hilfswerk angeboten werden. Ziel ist es Personen bis zur Pflegestufe eins zu helfen, die nicht medizinische Betreuung in Anspruch nehmen möchten.
Die Voraussetzung für eine Ausbildung ist ein Mindestalter von 18 Jahren, ein absolvierter 16-stündiger Erste-Hilfe-Kurs und ein Tagespraktikum im mobilen Bereich. Die eigentliche Ausbildung umfasst 100 Stunden Theorie und 40 Stunden Praktikum. Angeboten werden solle die Ausbildung über Schulen für Betreuungsberufe oder als Kurse der Trägerorganisationen.

Entlastung für Pflegeorganisationen

Für die örtlichen Pflegeorganisationen kann das neue Berufsbild durchaus eine Erleichterung und Entlastung darstellen, wie Volkshilfe-Gmünd Service-Assistentin Adelheid Maier im BB-Gespräch betont: "Oft bekommen wir Anfragen, ob jemand von unseren Mitarbeitern auch im Garten helfen kann oder beim Aufräumen. Das können wir bisher nicht anbieten. Wenn es so ein Berufsbild künftig gäbe, wäre das sicherlich von großem Vorteil."

Alltagsbegleiter ist nicht gleich Persönliche Assistenz
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