23.09.2014, 09:30 Uhr

Geheimnis um Investoren, die am Unterwasserreich interessiert sein sollen

SP-Stadtrat Michael Preissl verteidigte sein "Kind", das UWR, nach Kräften. (Foto: Foto: Archiv)

ÖVP weigert sich, UnterWasserReich-Verluste weiter mitzutragen. Geheimnisvoller Investor soll helfen.

SCHREMS (eju). "Wir werden die UnterWasserReich (UWR)-Verluste aus 2013 nicht mittragen. Wir sehen zwar den Wert des UWR, aber der Preis dafür ist uns zu hoch", eröffnete NR Martina Diesner-Wais (VP) das Verbal-Scharmützel rund um die Zukunft des Schremser Finanz-Sorgenkindes. Es gebe eine Menge anderer Dinge in der Gemeinde, die ebenfalls finanziert gehörten.


UWR als Top-Ausflugsziel

Bgm. Reinhard Österreicher erinnerte daran, dass von den 200.000 Euro Abgang rund 40.000 Euro in Form von Abgaben an die Gemeinde zurückkämen und dass das UWR ab kommendem Jahr als Top-Ausflugsziel gelistet sein werde. Der für das UWR zuständige Stadtrat Michael Preissl berief sich auf eine Studie, derzufolge eine beinahe ausgeglichene Bilanz ab 25.000 Besuchern machbar sei. Mit der Umsetzung hapere es leider, weil man kein Sponsoring zustande gebracht habe. Der ÖVP sprach Preissl die Handschlag-Qualität ab: "Ich habe vermutet, dass wir alle murren werden, weil wir nicht besser abgeschnitten haben, aber ich habe fix damit gerechnet, dass ihr das mittragt. Es freut mich nicht, dass ihr nicht bereit seid, Verantwortung zu tragen."

Volksbefragung zum UWR

Diesner-Wais hielt dagegen, man sei immer sachlich gewesen, aber die VP-Schmerzgrenze liege bei 50-60.000 Euro, dies sei wiederholt nicht erreicht worden. Man müsse sich für die Zukunft Gedanken machen, wie man das UWR anders führen könne. BZÖ-GR Wolfgang Zibusch vertrat die Meinung, die Bevölkerung stünde nicht hinter dem UWR und wäre sofort dafür, es zuzusperren. Er regte an, gleichzeitig mit der Gemeinderatswahl auch eine Bürgerbefragung über die Zukunft des UWR abzuhalten. Schließlich mutmaßte er, Gebührenerhöhungen folgten dem Weiterbetreiben des UWR, was ihm den Vorwurf des billigen Populismus eintrug. Der Volksbefragungs-Wunsch zerschellte am kategorischen Nein der SPÖ.


Wer ist der Investor?

Pro- und Kontra-UWR-Argumente wurden von VP und SP ausgetauscht, bis sich Diesner-Wais auf einen Brief berief, der dem Bürgermeister und anderen Gemeinderatsmitgliedern zugestellt worden sei. Der Absender sei ein potentieller Investor, der gemeinsam mit weiteren Investoren gezielte Pläne für das UWR und dessen Weiterführung habe. Zibusch forderte dazu nähere Infos, jedoch waren weder SP noch VP bereit ihm diese zu geben. Schlussend-lich einigte sich der Schremser Gemeinderat darauf, Gespräche mit der Investorengruppe aufzunehmen und bis Weihnachten Ergebnisse vorzulegen.


Zitate rund ums UnterWasserReich bei der Gemeinderatssitzung

"Dass 200.000 Euro kein Klacks für eine Gemeinde sind, die sich finanziell plagt, ist auch klar." SP-Stadtrat Michael Preissl
"Wenn wir eine Attraktion einmal verloren haben, bekommen wir sie nicht zurück!" derselbe
"Als Gemeinde können wir uns das in dieser Form nicht mehr länger leisten." VP-SR Martina Diesner-Wais
"Wir sind am Ende der Welt. Wie viele voll zahlende Besucher kommen denn ins UWR?" BZÖ-GR Wolfgang Zibusch
"25.000 Besucher krieg ich nicht als Einzelpersonen nach Schrems, da braucht man Busreisen." Michael Preissl
"Wenn man hinausgeht und mit der Bevölkerung redet, da gibt es wenig Befürworter für das UWR." Wolfgang Zibusch
"Ich hab einen Vorschlag, wie wir das Trauerspiel beenden können. Fragen wir die Bevölkerung, lassen wir die Schremser Bürger über das UWR abstimmen." derselbe
"Das UnterWasserReich ist es wert, es zu führen. Es gab keine Misswirtschaft, dort hat sich niemand auf die faule Haut gelegt." Michael Preissl
"Das Gemeinde-Zusammenleben definiert sich nicht nur über super asphaltierte Straßen." VP-SR Paul Rzepa
"Es ist wichtig, dass wir das UWR haben, aber es muss nicht von der Gemeinde geführt werden." Diesner-Wais
"Es ist nicht fair zu sagen: ich bin dafür, aber mitzahlen will ich nicht!" SP-SR Willi Glaser, an die VP gerichtet
"Beim Fototermin im UWR können wir von der SPÖ gar nicht so schnell schauen, dass wir aufs Foto draufkommen, da steht ihr von der ÖVP auch schon in der ersten Reihe und lobt das UWR." SP-SR Konrad Antoni
"Wenn du meinst, keiner in Schrems will das UWR, dann fragen wir einmal unsere Wirte, dann werden die dir das Gegenteil sagen, nämlich: Sperrt ja nicht zu!" Antoni zu Zibusch
"Gebührenerhöhungen mit dem UWR in Zusamenhang zu bringen, ist Populismus." derselbe
"Es gibt einen Brief an den Bürgermeister, dass es Interesse für das UWR von einer Gruppierung gibt." M. Diesner-Wais
"Perspektive ist, ein privates Konsortium zu finden, das einsteigt." dieselbe
"Erzähl uns ein bisschen was: Wer ist der Betreiber, was will er tun?" W. Zibusch zu M. Diesner-Wais
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Haenschen Klein aus Gmünd | 23.09.2014 | 13:31   Melden
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Günther Lassi aus Gmünd | 24.09.2014 | 09:28   Melden
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