02.11.2016, 13:11 Uhr

Gmünd: Wiederum Rückgang der Arbeitslosigkeit

Entgegen dem NÖ-Trend liegt die Arbeitslosigkeit im Bezirk Gmünd unter dem Vorjahresniveau.

GMÜND. Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen Ende Oktober zeigen auch für den abgelaufenen Monat weiterhin einen Anstieg des Arbeitskräfteangebots. Gleichzeitig konnte die Arbeitslosigkeit, wie bereits in den beiden letzten Monaten, reduziert werden.

1416 Personen vorgemerkt

Ende Oktober 2016 waren beim Arbeitsmarktservice Gmünd insgesamt 1.416 Personen arbeitslos vorgemerkt, um 53 (oder 3,9 Prozent) mehr als im Vormonat aber um 20 (oder 1,4 Prozent) weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Besonders betroffen sind weiterhin Ältere, gering Qualifizierte und Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Während die Männerarbeitslosigkeit gegenüber dem Vergleichszeitpunkt des Vorjahres um 2,7 Prozent reduziert werden konnte, ist die Arbeitslosigkeit bei den Frauen konstant geblieben. Erfreulich zu berichten ist, dass durch verschiedenste Beschäftigungsaktivitäten des AMS die Jugendarbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres um 8,0 Prozent deutlich reduziert werden konnte.


Ausländer-Arbeitslosigkeit steigt

Während die Arbeitslosigkeit von Personen mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft gegenüber dem Vorjahr deutlich um 24,1 Prozent gestiegen ist, konnte die Arbeitslosigkeit bei den InländerInnen um 4,7 Prozent gesenkt werden.
Die in diesem Indikator nicht enthaltene Zahl der Arbeitslosen in Schulungen des AMS ist im Vergleich zum Vorjahr um 27 (oder 14,3 Prozent) auf insgesamt 216 gestiegen. Somit waren Ende Oktober 2016 in Summe 1.632 Personen beim AMS Gmünd vorgemerkt.
Von den insgesamt 1.416 Vorgemerkten haben 72, also rund fünf Prozent, wieder eine konkrete Einstellungszusage für die kommenden Monate. „In absoluten Zahlen stieg die Arbeitslosigkeit am stärksten in den Handels- (+10 oder 6,3 Prozent) sowie Hilfsberufen (+9 oder 3,3 Prozent)“, berichtet der Geschäftsstellenleiter des AMS Gmünd, Gerhard Ableidinger. Ein erwähnenswerter Rückgang war in den Fremdenverkehrs- (-11 oder -6,9 Prozent), Metall-/Elektro- (-8 oder
-6,0%) sowie Land- und Forstwirtschaftsberufen (-8 oder -17,0 Prozent) zu verzeichnen.

9,1 Prozent Arbeitslosenquote

Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt in Gmünd mit 9,1 Prozent über dem NÖ-Durchschnitt von 8,3 Prozent.
Im vergangenen Monat wurden im Bezirk Gmünd 270 Jobsuchende neu arbeitslos, um 38 oder 16,4 Prozent mehr als im Oktober 2015. In 253 Fällen (+6 oder 2,4 Prozent) konnte die Vormerkung wiederum beendet werden. Davon konnten 92 Personen mit direkter oder indirekter Unterstützung des AMS wieder eine Beschäftigung aufnehmen, 30 sind in eine Schulung eingetreten und 131 sind aus anderen Gründen (Pension, Krankenstand, Meldeversäumnis, Auslandsaufenthalt, Wochenhilfe, etc.) aus der Vormerkung ausgeschieden.

Stellenangebot unter dem Niveau des Vorjahres

Mit Ende Oktober waren 53 offene Stellen (davon 31 sofort verfügbar) beim AMS Gmünd gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 11 Stellen (oder 17,2 Prozent). Im abgelaufenen Monat wurden 53 Stellen vom AMS Gmünd geworben und gleichzeitig 73 Stellen mit geeigneten Arbeitskräften besetzt. Die Dauer bis der Besetzung der gemeldeten Stelle betrug im Durchschnitt 20 Tage.


Bessere Arbeitsmarktchancen je höher die Ausbildung

47,9 Prozent der arbeitslos vorgemerkten Personen beim AMS Gmünd haben maximal eine Pflichtschulausbildung (bei den Frauen beträgt der Anteil sogar 50,9 Prozent), mit Lehrausbildung sind es 35,2 Prozent, mit mittlerer Ausbildung 8,0 Prozent, mit höherer Ausbildung (Matura) 7,0 Prozent und mit akademischer Ausbildung 1,9 Prozent. Diese Zahlen zeigen deutlich: je niedriger das Ausbildungsniveau desto größer die Gefahr (immer wieder) arbeitslos zu werden. Auffällig ist auch, dass der Anteil arbeitsloser Frauen mit max. Pflichtschulausbildung und mit mittlerer Ausbildung deutlich höher ist als bei den Männern.


Schwieriger Weg zurück

Bei Frauen wird der Berufsweg oft durch Zeiten der Kinderbetreuung unterbrochen, nach Ende der Kinderbetreuungsphase ist es dann schwierig, wieder in das Berufsleben einzusteigen. Zudem kommt, dass dann oftmals der Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung vorhanden ist, was sich wiederum mit dem Jobangebot nicht deckt“, interpretiert Gerhard Ableidinger, Leiter des AMS Gmünd die aktuellen Arbeitsmarktdaten.


Je besser die Ausbildung, desto größer die Chancen

Dennoch ist aus den Zahlen klar abzulesen, dass die Chancen auf einen Job, sowohl bei Männern als auch bei Frauen, mit der Höhe des Ausbildungsniveaus steigen. Wer am Arbeitsmarkt nachgefragt sein will, muss Qualifizierungen vorweisen können. Die Aus- und Weiterbildungsangebote des AMS orientieren sich zum einem an der Nachfrage der Wirtschaft und zum anderen an Neigung und Eignung der arbeitslosen KundInnen. Auf Basis von individuell mit den KundInnen erarbeiteten Betreuungsvereinbarung wird sichergestellt, dass die vom AMS geförderten Aus- und Weiterbildungen auch zu entsprechenden Erfolgen führen.
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