17.09.2014, 09:42 Uhr

Leserbrief: 'Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?' von Peter Herzog

Es ist traurig wenn 2014 mitten in Europa Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe als ungleichwertig und prinzipiell als Bedrohung betrachtet werden. Und ich finde es schrecklich, wenn ich von einem Freund aus Heidenreichstein erfahre, dass Menschen sogar persönlich bedroht werden, weil sie Flüchtlingen helfen. Ich habe viele muslimische  Freunde, und nein, sie sind keine Dschihadisten! Ich habe Freunde deren Herkunft und Hautfarbe sie nicht automatisch zu Drogendealern und Frauenbelästigern macht. Mein Freund Livinus N. z.B. kommt aus Nigeria. Er ist Lehrer und musste flüchten, weil er aus Gewissensgründen seine Schüler nicht so unterrichtete, wie es der Nigerianische Staat von ihm verlangte. Wäre er nicht geflüchtet, hätte man ihn wie viele seiner Freunde und Kollegen getötet. Heute lebt er in Graz und arbeitet als Pädagoge mit verhaltensauffälligen Jugendlichen. Aber selbst nach über 20 Jahren in Österreich hat er  aufgrund seiner Hautfarbe noch immer mit Vorurteilen zu kämpfen. Ängste und Vorurteile machen ein friedliches Zusammenleben immer schwierig. Besonders problematisch wird es, wenn diese Ängste auch noch von Demagogen und Populisten geschürt werden. Der Begriff Flüchtlingsflut erinnert mich an die letzte Hochwasserflut im Bezirk - hier kämpften alle gemeinsam, mit vollem Einsatz Seite an Seite und halfen wo sie nur konnten. Es entstand ein Gefühl von „gemeinsam schaffen wir das“! Wir wissen nicht welchen Fluten die einzelnen AsylwerberInnen bisher ausgesetzt waren, aber eines ist klar, sie brauchen jetzt einen sicheren Platz und wir sollten sie nicht schutzlos der nächsten Flut aussetzen.

Peter Herzog via E-mail
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