29.09.2014, 12:05 Uhr

Leserbrief zu Asylanten in Heidenreichstein von Thomas Immervoll

Ich habe mit großem Interesse die Berichte in den Medien in Sachen AsylwerberInnen gelesen. Zu diesem Thema hätte ich noch einige Vorschläge: Wir bräuchten dringend eine genaue Erhebung dazu, wie viele und welche Leute in Heidenreichstein ihre Abfälle gewissenhaft trennen oder nicht. So könnte man die Belehrungen über eine ordnungsgemäße Mülltrennung zielgerichteter gestalten und müsste sie nicht auf Menschen aus Tschetschenien oder Syrien beschränken. Ich würde auch anregen, die Verantwortlichen der Neuen Mittelschule, wo es bis heute kein System der Mülltrennung gibt, zu einer solchen Schulung einzuladen. Unwissen zu dem Thema ist in Heidenreichstein weit verbreitet. Das hat mit AsylwerberInnen nichts zu tun. Warum also nicht die Kurse öffentlich anbieten?
Zu den Schulungen im Lärmschutzrecht gehörten jedenfalls auch die AnrainerInnen hinzugezogen. So können Missverständnisse, die auf mangelhaften Rechtskenntnissen beruhen, vermieden werden. WelcheR HeidenreichsteinerIn kennt schon die gesetzlichen Regelungen im Detail? Bleibt nur die Frage: Lassen sich solche Probleme durch juristische Belehrungen lösen?
Ein interessanter Problemlösungsansatz ist, für die „Verlegung“ (sic!) schwarzer AsylwerberInnen zu sorgen. Ich muss dir Recht geben, so wird man Probleme sehr schnell und ein für alle Mal los. Doch ist es einem sozialdemokratischen Bürgermeister würdig, Menschen, die in Österreich um Asyl ansuchen, in schwarz und nicht schwarz aufzuteilen und Erstere dann wegzuschicken? Ist das nicht eine Art der Politik, die wir längst überwunden glaubten? Ist es nicht umgekehrt die Kernaufgabe eines Heidenreichsteiner Bürgermeisters, dafür zu sorgen, dass die Abwanderungsgemeinde zu einer lebenswerten Gemeinde wird, die motivierte, engagierte und innovative Menschen anzieht, die bereit sind mitzuarbeiten und am Leben in der Gemeinde teilzuhaben?
Eine Politik der Belehrung der sozial Schwächsten und der Separierung nach ethnischen Merkmalen ist nicht die Politik, die Heidenreichstein in dieser Situation braucht. Diese Menschen spielen eine wichtige Rolle in der Heidenreichsteiner Gesellschaft. Bereits jetzt haben sie positiv zur Entwicklung der Schulgemeinden und des FC Heidenreichstein beigetragen. Auch einige Arbeitsplätze sind entstanden und der Gemeinde werden in Zukunft höhere Steuereinnahmen zukommen.
Ich würde mir von einem Heidenreichsteiner Bürgermeister dringend wünschen, konstruktiv zur Lösung der Probleme in Heidenreichstein beizutragen und dabei nicht die Stadt als Ganzes außer Augen zu verlieren. Du hättest die Möglichkeit, die Stimmung in der Gemeinde positiv zu beeinflussen. Belehrungen und ethnische Trennung sind da kontraproduktiv.
Thomas Immervoll, H'stein via E-mail
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