13.12.2017, 16:04 Uhr

Leserbrief zum Thema Nikoloverbot von Verena Kanaan

Liebe Frau Jungmann, die Meldung "Nikolaus verboten" hat mir einen ordentlichen Schreck verpaßt. Kein Nikolaus? Im Kindergarten? Inzwischen wissen alle wohlinformierten Österreicher, daß das eine Lüge, ein blöder Witz war. Daß die Bezirksblätter den Beitrag meines Schriftsteller- Kollegen Koller abdrucken - naja. Vielleicht hatten Sie keine Zeit, sich zu informieren.  Der ORF hatte die Zeit. Daher weiß ich es. Nein. Niemand soll seine Wesensart, seine Art zu feiern, zu denken, zu empfinden verlieren müssen. Niemand. Schon gar keine Kinder! Wenn heute viele Menschen aus anderen, fremden Welten zu uns kommen, müd und geschunden und ungewollt ( wie das Jesu-Kind ?), dann sind das meist
einfache Menschen. Keine Heiligen. Keine Helden. Fliehende. Und wir, deren Hauptangst es ist, zu fett zu sein, wir sollten sie halt ein bißl mitfüttern. Könnten wir doch. Oder? Und wenn es Menschen gibt, die die eine oder andere Religion, die eine oder andere Lebensform als absolut so oder so unbedingt erklären, dann erkläre ich diese Leute als blind. Täglich essen wir Bananen, die Kinder mit kaputten Händen gepflückt haben, täglich - besonders in der Weihnachtszeit - Schokolade, die ohne kleine Kinderhände niemals so billig auf unserem Tisch landen würde. Und wir vergessen, daß es unsere Werte waren, die uns dazu befähigt haben, uns selbst und andere einmal aus der Tiefe der Menschennacht in eine neue
Welt zu holen.  Weil wir unsere Werte schon lange vergessen haben. Ich bin die Liebe. Das sagt das Jesuskind, als Erwachsener. Das Kind, das wir nun bald mit dem größten Geburtstagsfest der Welt feiern. Wir - lieben schon lange nicht mehr.
P.S.: Für die , die wissen wollen, was christliche Liebe ist, empfehle ich den Brief des Apostel Paulus an die Epheser : ... und hättet der Liebe nicht, Ihr wäret nichts ... etc... Aber unsere Werte, diese christlichen Werte, die so weit weg von uns... unserem Alltag.
P.S/2. : Nein. Ich bin nicht katholisch. Aber - ich liebe Menschen !

Verena Kanaan, Schriftstellerin
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