09.02.2018, 09:16 Uhr

Lesermeinung zu Artikel - Wo sind die Wirten geblieben? BB 06/2018

Ein "Dauerbrenner" unter einigen anderen Themen ist immer wieder das Wirtesterben. Eigentlich schon alles gesagt im Artikel und auch im Kommentar von E. Jungmann. Ich glaube aber diese Debatte sollte man ein wenig ehrlicher führen, denn es geht dabei eigentlich auch um das liebe Geld und mit manchen Dingen muss man sich einfach abfinden. Fakt ist, die Zeit kann man nicht zurückdrehen, wenn es auch oft wünschenswert wäre. Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, zwei Wirtshäuser gab es damals - und einiges war halt damals einfach anders! Und auch wir Menschen waren damals anders! Viel weniger egoisitisch und auch die Wirtsleut waren noch nicht diesem enormen Konkurrenzkampf ausgesetzt, der heute leider gang und gebe ist. Man ist halt einmal in das eine Wirtshaus gegangen und das nächste mal in das andere - so nach dem Grundsatz - jo, gemma hoid amoi za dein und des aundare moi za dein, wei se woin jo olle zwoa lebn! Heute undenkbar, ohne Ellbogen einsetzen geht heute gar nichts mehr. Es hat auch damals noch nicht diese riesigen Supermarktketten gegeben, jeder der zwei Wirtshäuser hat noch nebenbei etwas anderes im Angebot gehabt, der eine Zigaretten, Lebensmittel usw., der andere Schulsachen, Heizöl, usw. Und ich glaube alle zwei haben ganz gut davon leben können, bzw. die Wirtshäuser waren meist auch gut besucht. Heute steigen leider die Einkommen nicht in dem Ausmaß wie die Kosten für den Lebensunterhalt und viele können sich einen Restaurant- oder Kaffeehausbesuch einfach nicht mehr leisten! Es ist auch sehr löblich und zu begrüssen, wenn einzelne Gemeinden versuchen wieder einen Greißler zu "installieren", aber für die Großeinkauf setzt sich auch der /die Dorfbewohner/In dann doch lieber ins Auto und fährt in den nächsten Supermarkt. Warum? Weil man eben im Supermarkt einfach mit geringerem finanziellen Aufwand einkaufen und eine Familie ernähren kann. Ergo, es geht wieder ums liebe Geld! Und es wird nicht besser werden, die Gasthäuser die laufend zusperren werden von Wirtsleuten älterer Generation als Familienbetriebe geführt und finden meist keinen Nachfolger. Den Wirt sein bedeutet auch - nicht nach 8-10 Stunden den "Ream owareissn" zu können, sondern es bedeutet fast rund um die Uhr für die Gäste da zu sein. Und das wollen sich halt nur mehr ganz wenige antun, auch aufgrund ständig verschärfter Vorschriften, Verbote, Gesetze usw. So gesehen ist das "Wirtesterben" ein sehr trauriges Kapitel, aber durchaus auch nachvollziehbar und wird sicher in den nächsten Jahren wieder aufs neue dikutiert werden!
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