06.02.2015, 00:00 Uhr

Rettungshunde: Mit Idealismus und feiner Nase auf der Pirsch

20 Mal rückte die Rettungshundebrigade zur Suche nach vermissten Personen aus

BEZIRK. Schauplatz Predigtstuhl bei Dietmanns: Gemeinsam mit Feuerwehrleuten, Polizisten und dem Roten Kreuz durchkämmen Suchmannschaften der Österreichischen Rettungshundebrigade den Wald auf der Suche nach einem Mann, der abends nicht mehr nach Haus zurückgekehrt ist. Ihre Hunde und deren Nasen leisten einen unschätzbaren Dienst, wenn menschliche Augen nicht reichen. Der Mann wurde schließlich wohlauf in einem Garten nahe seines Wohnhauses gefunden. Solche Szenen wie im Sommer des Vorjahres sind den Mitgliedern der Rettunghundebrigade nicht fremd.

Nicht immer gehen die Einsätze so erfolgreich aus: Bei einer großangelegten Personensuche in Amaliendorf konnte der Abgängige nur noch tot im Wald aufgefunden werden, aber auch hier leisteten die Rettungshunde und ihre Führer wertvolle Hilfe.

Die Spürnase eines Rettungshundes kann etwa 20 Menschen ersetzen.

20 Mal rückten die Mitglieder der Rettungshundebrigade Staffel Heidenreichstein hauptsächlich zu Personensuchen aus. Ihr Einsatzgebiet erstreckt sich auf ganz Niederösterreich, wobei der Fokus natürlich auf dem Waldviertel liegt. Die 15 Mitglieder der Staffel arbeiten alle ehrenamtlich.

Warum sie sich die anstrengenden oft nächtelangen Einsätze antun? "Idealismus", lacht Staffelführer Martin Brandtner. "Außerdem ist es unser Hobby mit unseren Hunden zu arbeiten". Wobei "arbeiten" in diesem Fall heißt innerhalb von nur 30 Minuten, drei Personen auf einem drei Hektar großen Gelände aufzuspüren - so eine der Prüfungsvorgaben.

Wer mit seinem Hund eine gewisse Ausdauer mitbringt, kann sich und seinen Vierbeiner selbst zum eingeschweißten Rettungshunde-Team ausbilden lassen. Aber auch ohne Hund sind neue Gesichter bei der Rettungshundebrigade immer herzlich willkommen. "Wir brauchen auch Helfer, die beispielsweise mit einem Kompass umgehen können, funken oder dem Hundeführer im Einsatz assistieren, damit dieser sich ganz auf die eigentliche Suche konzentrieren kann", berichtet Brandtner.

Die Rettunghundebrigade finanziert sich ausschließlich aus Spenden. Bis auf die Uniform kommen die Mitglieder selbst für ihre Ausrüstung auf, sogar die Anfahrt zum Einsatzort erfolgt meist mit den Privat-Pkw.

"Alle unsere Einsätze sind kostenlos, egal ob wir 3 Tage im Einsatz sind oder nur zum Einsatzort unterwegs sind und die Vermisste Personen gefunden wurde. Wir können von jedem, egal ob Privatperson oder Organisation, alarmiert werden. Daher ist ganz wichtig, es geht um Menschenleben und da ist jede Minute die man zu viel Warte eine Minute zu viel", erklärt Brandter. Notruf NÖ: 0664 355 64 00

Auch heuer veranstaltet die Staffel Heidenreichstein der Österreichischen Rettungshundebrigade (NÖ/Wien vom 21. Februar 2015 bis zum 22. Februar 2015 in Heidenreichstein im Waldviertel eine Landesübung. Rund 90 Personen aus ganz Niederösterreich nehmen an dieser Übung teil. Unter anderem wird in einem 18 Hektar großen eingezäunten Waldstück geübt, das den Helfern von Markus Dlouhy konstenlos zur Verfügung gestellt wird. Ab März trainieren die Retter wieder jeden Mittwoch auf der Margithöhe in Heidenreichstein. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Sämtliche Fotos (c) ÖRHB
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