14.10.2014, 08:30 Uhr

Rollende Bomben und Gift-Tanks

Feuerwehrleute im Schutzanzug bei der Erdung eines Waggons, ehe der Inhalt umgepumpt wird. (Foto: Foto: privat)

Welche Gefahrengüter in unserem Bezirk gelagert und transportiert werden.

BEZIRK. Sie sind explosiv, hochgiftig, radioaktiv oder brennen einfach nur verdammt gut. Millionen Tonnen Gefahrengut lagern in heimischen Firmen oder rollen über Straßen und Schienen. Die Bezirksblätter haben sich bei der Feuerwehr erkundigt, wo im Bezirk Gmünd die geheimen Gefahren schlummern.

Gefahr im Haushalt
Soviel vorweg: Die Gefahr lauert überall, selbst im Haushalt, wie Gefahrengut-Sachbearbeiter Alexander Glanzer von der FF Schrems erzählt: "Das Gefährlichste, was so gut wie jeder Bürger daheim hat, sind Reinigungsmittel." Durch unsachgemäße Verwendung oder in falschen, nämlich Kinderhänden, kann es schnell zu einer Verätzung kommen. Daher sollten Reinigungsmittel immer so aufbewahrt werden, dass kleine Kinder diese nicht erreichen können.

Gefahrengut fährt überall
Aber nicht nur daheim lauern Gefahren, auch auf der Straße – auf so gut wie jeder, denn: "Es gibt keine speziellen Routen. Jeder Gefahrgut-Transporter darf auf jeder Straße fahren, außer es ist explizit verboten", weiß Glanzer. Hier sind es besonders die Transporte, die gegebenenfalls gefährlich werden können. Das häufigste "Gefahrengut" – dessen ist sich nicht jeder sofort bewusst – sind Tanklastwägen mit Benzin, Diesel oder Heizöl. Auch wenn diese Mineralöle beispielsweise bei einem Unfall austreten, müssen sie fachmännisch gebunden werden. Das erledigen die eigens dafür in vielen Stunden geschulten Mitglieder der Feuerwehren. Ebenfalls häufig in entsprechenden Transportern fahren Wasserstoff, Schwefelsäure, Chlor oder auch Ammoniak durch die Gegend.

Chlor: riskantes Gefahrengut

"Chlor beispielsweise ist ein riskantes Gefahrengut. Chlor in hoher Konzentration verätzt die Lungen. Im Hallenbad reinigt es das Wasser von Bakterien in der entsprechend niedrigen Dosierung, aber wenn es bei einem Unfall frei werden sollte, ist es sehr gefährlich", informiert der Feuerwehr-Fachmann. Auch in vielen Produktionsbetrieben finden sich gefährliche Chemikalien: Besonders in der Eisenverarbeitung, aber auch in der Textil- und Nahrungsmittelproduktion gibt es riskante Chemikalien. Gut vorbereitet auf etwaige Notsitua-tionen sind die Feuerwehren im Bezirk Gmünd.

FF ist bestens gerüstet
"Es gibt in jedem Bezirk einen Schadstoff-Zug der Feuerwehr, der sich im Bezirk Gmünd aus den vier Abschnitten (Weitra, Gmünd, Schrems, Litschau) zusammensetzt. Jeder dieser Abschnitte hat eine Gruppe von Mitgliedern, die sich mit dem Thema Schadstoffe beschäftigt. Geübt wird regelmäßig, im Kleinen in der eigenen Feuerwehr, aber auch in regelmäßigen Abständen auf Abschnittsebene", so Alexander Glanzer abschließend.
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