25.06.2017, 09:55 Uhr

Unser Wasser ist Spitze!

EICHBERG/GMÜND (mm). "Wasser befindet sich in einem Kreislauf, man verbraucht es nicht!" Christian Eidher von der EVN gewährte den Bezirksblättern gemeinsam mit Betriebsstellenleiter Karl Bauer einen Einblick in die Hallen, die einen Teil des Bezirkes Gmünd mit Trinkwasser versorgen. Und die Exkursion durch das versteckt im Wald zwischen Eichberg und Unterlembach gelegene Brunnenfeld offenbart Erstaunliches!

Wasser wandert weit!

Die 15 Brunnen fördern Wasser unter Anderem auch für die Stadt Zwettl und versorgen selbst Waidhofen an der Thaya bis an die Grenzen des Horner Bezirkes mit dem lebenswichtigen Nass - das noch viel besser als sein Ruf ist, denn: "Entgegen der Meinung das Wasser hier sei hart, müssen wir sogar noch Kalk hinzugeben. Wir haben hier im Brunnen gerade mal 2 Härtegrade und müssen auf rund 6 Härtegrade kommen, damit das Gleichgewicht zwischen Kalk und Kohlensäure stimmt" klärt Bauer auf und setzt nach: "Zu weiches Wasser kann die Leitungen in Geräten zerstören, wer unser Wasser hier entkalkt, handelt eher konterproduktiv weil sowieso sehr wenig Kalk drinnen ist." Das kommt daher, dass das Wasser im Bezirk hauptsächlich aus Niederschlägen und damit dem Boden gefördert wird. Hier wird es schon durch Sand und Gestein gefiltert, aber wer denkt, dass damit nur noch eine Pumpe zwischen Brunnen und Wasserhahn sitzt, irrt gewaltig!

Einmal reinigen bitte!

Das Wasser aus dem Brunnenfeld enthält Eisen und Mangan. Nein, keine Panik, diese Stoffe sind nicht schädlich, verursachen jedoch Ablagerungen in den Leitungen und müssen deshalb entfernt werden. Auch eine weitere Filterung in riesigen Sandtanks muss das H2O über sich ergehen lassen, bis es durch die rund 100 Kilometer EVN-Leitungen im Bezirk Gmünd gepumpt werden kann - und eben darüber hinaus. 5 Millionen Liter (!) gibt das Feld her, alleine rund 1000 Kubikmeter davon braucht alleine die Stadt Zwettl im Schnitt jeden Tag.

Faszinierende Technik!

Aus dem Brunnen durch die Pumpe, zum Hochbehälter und in weitere Pumpwerke - das alles steuern 4 Mitarbeiter im Brunnenfeld rund um die Uhr - notfalls auch von unterwegs - mit einem hochgradig vernetzten Computersystem, das jederzeit beispielsweise über den Wasserstand und dessen Verlauf in den einzelnen Hochbehältern informiert. In Echtzeit kann der Verbrauch an den einzelnen Stationen verfolgt werden - und im Störungsfall schnell die Fehlerquelle lokalisiert werden. Neben der obligaten Qualitätssicherung (Wasser ist das am meisten geprüfte Lebensmittel) ist somit auch die Versorgung von rund 30.000 Haushalten sichergestellt

Verantwortung zählt!

Engpässe kommen kaum vor und notfalls können solche durch eine weitreichende Vernetzung ausgeglichen werden (man kann sogar Wasser aus dem südlichen Niederösterreich in den Bezirk pumpen!). Im Gegensatz beispielsweise zum Rhein in Deutschland, wo das selbe Wasser im Laufe seiner Reise mehrmals getrunken wird (gebrauchen Sie Ihre Phantasie) sind wir im Bezirk in der glücklichen Lage auf natürliche Trinkwasser-Ressourcen zurückgreifen zu können. Dennoch trägt jeder einzelne Bürger dazu bei, den wertvollen Rohstoff mit der nötigen Sorgfalt zu behandeln, denn - wie bereits eingangs erwähnt: Es ist ein Kreislauf!

Gmünd fördert selbst!

Aus drei bis zu 18 Meter tiefen Brunnen bei Klein-Eibenstein werden rund 2.200 Haushalte in Gmünd und Hoheneich versorgt. Rund 2000 Kubikmeter, mit UV-Licht entkeimt, gehen dabei an heißen Sommertagen durch die Leitungen, aber Engpässe müssen die Gmünder nicht befürchten, versichert Wassermeister Stefan Dürnitzhofer. Thomas Emetsberger bedauert, dass viele das Wasser erst bewusst wahrnehmen, wenn es mal nicht rinnt. Das kommt aber in Gmünd nicht vor. Das Pumpwerk ist so eingerichtet, dass die Pumpen abschalten, wenn die Anlage Verunreinigungen feststellt, aber: "Wir haben Reserven um das abzufedern" so Stadtrat Martin Preis. Reizthema ist auch oft der Geschmack des Wassers: "Natürlich ist das subjektiv, aber das Wasser sollte in unserem Netz überall in etwa gleich schmecken" sagt Karl Bauer von der EVN, der im ganzen Bezirk schon probiert hat. Wenn es wo so gar nicht schmeckt, liegt die Ursache wohl eher an Ablagerungen in der Leitung. Auch die Gmünder Wasserwerker sind sich einig: "Wir haben gutes Wasser, der Geschmack ist wie so vieles eben doch reine Geschmackssache!"

Und es schmeckt!

Reizthema ist oft der Geschmack des Wassers: "Natürlich ist das subjektiv, aber das Wasser sollte in unserem Netz überall in etwa gleich schmecken. Kleine Differenzen kann es schon geben, und wer einen eigenen Brunnen hat oder an einem örtlichen Brunnen-Netz hängt, merkt da sicher was" sagt Karl Bauer, der im ganzen Bezirk unterwegs ist und natürlich überall schon probiert hat. Wenn es aber wo so gar nicht schmeckt, liegt die Ursache wohl eher an Ablagerungen in durchaus auch selten benutzten Wasserleitungen: "Wochenendhäuser sind da gerne betroffen!" Und das Wasser schmeckt auch der Wirtschaft, sagt Christian Eidher: "Der Wasserverbrauch steigt in den letzten Jahren, das ist ein Zeichen, dass sich die Wirtschaft entwickelt!" Trinken wir ein Glas (Wasser) drauf!
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