03.10.2014, 13:56 Uhr

Wir sind theoretisch schlecht, aber gut auf der Straße

Walter Hofstätter aus dem Bezirks Gmünd machte den theoretischen Führerschein-Test (Foto: privat)
BEZIRK GMÜND. Wer regelmäßig hinterm Steuer sitzt kennt das: Selbst ist man ein wirklich guter Fahrer, aber links, rechts, vorne und hinten ist man von gemeingefährlichen Volldeppen umgeben. Doch Vorsicht! Nirgendwo klafft die Lücke zwischen Selbsteinschätzung und Realität so weit auseinander wie im Schlafgemach und hinterm Steuer. Ein Bezirksblätter-Test zeigt: Es ist fast unmöglich, die theoretische Führerscheinprüfung zu bestehen, wenn man den Deckel schon einige Jährchen in der Tasche hat.

Wir testen uns selbst

Walter Hofstätter aus dem Bezirk Gmünd machte sich die Arbeit und durchlief den Fragen-Pacours. Mit 73 Prozent richtig angeklickter Fragen erhielt der Karatelehrer das Ergebnis: Nicht bestanden!
So auch ich, die Redakteurin, die diesen Artikel schreibt. Weder den Fragenkatalog Grundwissen, noch das Zusatzmodul B konnte ich erfolgreich bewältigen. Das Schlimmste dabei: Ich hatte nicht einmal ein schlechtes Gefühl beim Anklicken der Antworten.

Das sagt nichts darüber, wie gut wir auf der Straße sind

Wie gut, dass Herbert Weber, Chef der gleichnamigen Fahrschule in Gmünd und somit Profi in Sachen Fahrsicherheit, beruhigt: "Wie jemand bei diesen Tests abschneidet, sagt nichts über die Qualität des Lenkers aus. Sie brauchen also nicht beunruhigt sein."
Lenker, die vor 20 Jahren den Führerschein gemacht haben, wüssten oft besser bescheid über die Zusammenhänge, sie hätten einfach ein besseres Verständnis als Leute, die die Prüfung gerade erst hinter sich hätten. Schließlich sei sie heute durch Auswendiglernen und häufiges Üben leicht zu schaffen.
"Das System ist gerecht, weil es überall gleich ist -im Waldviertel wie in Vorarlberg oder Wien - und weil man es gut üben kann", erklärt Herbert Weber zur Theorieprüfung via Hakerltest am Computer.
Die Fahrsicherheit habe eher mit der Fahrzeugbeherrschung zu tun. Und um die zu perfektionieren, werden allerhand Trainings angeboten.
"Freiwillig sind allerdings nur sehr wenig Leute bereit, sich weiter zu bilden", bedauert Herbert Weber.
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