24.09.2014, 09:57 Uhr

Dem Elektromobil gehört die Zukunft - umso mehr, wenn es gemeinsam genutzt wird

Landtagsabgeordneter Johann Hofbauer und EDM Geschätsführerin Romana Sadravetz in von Schülern aus Tabor selbst gebauten Elektrogefährten. (Foto: Foto: privat)

Internationale Fachtagung der Europaregion-Donau-Moldau (EDM) im Rahmen des Waldviertler Energiegipfels.

WAIDHOFEN/REGION. Die internationalen Fachtagung „E-Mobilität & E-Carsharing in der Europaregion Donau-Moldau (EDM)“, die in Waidhofen in Kooperation mit dem Waldviertler Energiegipfel abgehalten wurde, zeigte deutlich, wohin der Trend in der Mobilität geht.
Hat man bisher die gemeinsame Nutzung von Elektroautos nur für den städtischen Raum als Möglichkeit gesehen, so wurde man bei der Fachtagung eines Besseren belehrt. Gerade in ländlichen Regionen, in denen der öffentliche Verkehr schwach ausgebildet ist, können gemeinsam genutzte Elektroautos eine umweltfreundliche und attraktive Alternative sein, wie die vorgestellten Projekte beweisen konnten.
14 Referenten aus allen Teilen der Europaregion Donau-Moldau (aus Tschechien, Deutschland, Ober- und Niederösterreich) folgten der Einladung der EDM-Wissensplattform „Energie“ unter der Leitung von Thomas Samhaber und zeigten anhand von Praxisbeispielen, wie gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen funktionieren kann. Das Interesse des internationalen Publikums war enorm.
Die Begrüßung wurde von der Leiterin der Geschäftsstelle der Europaregion Donau-Moldau, Romana Sadravetz, und dem EDM-Beauftragten der Abteilung Raumordnung des Landes NÖ, Simon Ortner, vorgenommen.
LA Johann Hofbauer, sprach als EDM-Präsidiumsmitglied in Vertretung von Landesrätin Barbara Schwarz. „Die Europaregion bietet einen idealen Rahmen, um über die bayrische, tschechische und oberösterreichische Grenze hinweg Zukunftsthemen gemeinsam anzupacken. Das Thema ‚Erneuerbare Energie‘, zu dem Niederösterreich mit dem Most- und Waldviertel die Themenführerschaft innehat, ist ohne Zweifel eines der ganz zentralen Themen, mit denen wir uns seit langem beschäftigen und in Zukunft noch intensiver beschäftigen werden müssen!“
Klaus Alberer von „e-mobil in nö“ stellte die Rahmenbedingungen in Österreich und speziell die niederösterreichischen Initiativen vor; Ludwig Friedl von der Energieagentur Regensburg schilderte anschaulich die Situation in Deutschland, der Elektro-Pionier und Guinessbuch-Rekordhalter Jaromir Vegr berichtete aus Tschechien. Dort gibt es (noch) wenig öffentliche Förderungen, aber eine engagierte Community von begeisterten Elektroauto-Fahrern.
Die Praxisbeispiele aus den EDM Regionen lieferten einen top-aktuellen Einblick in die dynamische Entwicklung im Bereich Elektromobilität & Carsharing und zeigten, wie breit das Themenspektrum ist.
In Krenglbach (Oberösterreich) steht der soziale Aspekt im Vordergrund, wie Norbert Rainer darstellte; mit dem Elektroauto Kraxi können zum Beispiel auch ältere Menschen wieder unterwegs sein und ins Ortszentrum gelangen. Ein vergleichbares Modell findet sich mit dem „Solartaxi“ in Heidenreichstein.
Jaromir Vegr und der Direktor Jíří Janda der Technikschule in Tabor referierten nicht nur theoretisch, sondern hatten auch voll funktionsfähige Elektrofahrzeuge mitgebracht, die von Jugendlichen selbst konstruiert und hergestellt worden sind.
Beeindruckend war auch die Vorstellung des Projektes E-WALD von Geschäftsführer Anton Achatz, das sich dem E-CarSharing im Bayrischen Wald verschrieben hat und mit rund 200 Leihwägen einer der größten Anbieter in Deutschland ist.
KEM-Manager Karl Nagl und Jürgen Edelmann von der Energieagentur der Regionen zeigten die Entstehungsgeschichte des „Gaubítscher Stromgleiters“, ein erfolgreiches Pilotprojekt, das mittlerweile für mehrere andere Projekte, wie dem EcoMobil im Thayaland, zum Vorbild geworden ist.
Am Nachmittag lieferte DI Otmar Schlager (Energieagentur der Regionen, Waidhofen) noch Inputs über Unterstützungssysteme. Ein Experenteam fasste die Ergebnisse der Tagung zusammen. Mitglieder: DI Oliver Brantner (Energieexperte), Gerald Franz (eNu – Energie und Umweltagentur), Christine Turetschek (Austrian Institute of Technology) und Doris Holler-Bruckner (Elektromobilistin und Fachautorin oekonews),
Fazit: Fundierte Referate spiegelten den aktuellen Wissensstand, die präsentierten Praxisbeispiele zeigten, dass und wie E-Car-Sharing in ländlichen Regionen funktionieren kann. Am Vorplatz machten die Elektro-Autos, -Roller und -Fahrräder und die selbstgebauten Mobile das Thema „sinnlich erfahrbar“. Die Experten waren zuversichtlich, im Rahmen der EDM in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten zu können.
Die Fachtagung wurde in Kooperation mit der Energieagentur der Regionen, e-mobil in NÖ und der Energie- und Umweltagentur Niederösterreich mit Förderung aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (ERDF) umgesetzt.
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